Transcription

ALLE FÜREINEN –KULTUR FÜRALLERückblick undPressespiegelALLE FÜR EINEN – KULTUR FÜR ALLERückblick und PressespiegelVor zehn Jahren startete KULTUR FÜR ALLE Stuttgartmit gerade mal 20 Kulturpartnern. Mittlerweilebeteiligen sich 100 Einrichtungen an dem Angebot undhaben Inhaber*innen der Bonuscard Kultur bisherrund 100.000 Freikarten zur Verfügung gestellt. Dazuzählen große Häuser wie das Theaterhaus, dasKunstmuseum, die Schauspielbühnen, das Porscheund Mercedes-Benz Museum, aber auch kleinereEinrichtungen wie das Laboratorium, das JES oder dasStudiotheater.die Geschäftsführerin Eva Ringer daher eine positiveBilanz: „Wir freuen uns, dass die Freikarten so regenachgefragt werden. Besonderen Rückenwind gebenuns die vielen positiven Nachrichten von Nutzerinnenund Nutzern der Bonuscard Kultur. Viele bestätigen,dass sie wegen Geldmangel auf Kulturerlebnisseverzichten müssten und durch das Engagement desVereins wieder am gesellschaftlichen Leben teilhabenkönnen. Wir sind also auf dem richtigen Weg.”„Wir sind sehr froh darüber, dass die StuttgarterKulturszene unsere Initiative so gut annimmt. Diemeisten Einrichtungen wollen Kultur anbieten, die nichtam Geldbeutel scheitert und kooperieren gerne mituns“, so Harald Wohlmann, Vorstandsvorsitzender desVereins. Dem Konzept liegt ein möglichst breiterKulturbegriff zugrunde. Möglichst viele verschiedeneKulturangebote sollen niedrigschwellig undnichtdiskriminierend angeboten werden. Daher wünschtsich Harald Wohlmann für die nächsten zehn Jahre,„dass die beteiligten Kulturpartner weiterhin sozahlreich bleiben und die Anzahl möglichst noch größerwird. Ich wünsche mir eine phantasievolleWeiterentwicklung der KULTUR FÜR ALLE Angebote,damit alle Menschen in Stuttgart die Kulturschwellenlos erreichen können. Kultur ist eine derwesentlichen Säulen unserer Stadtgesellschaft, deshalbdürfen wir nicht ruhen Alle mitzunehmen.”“Viele bestätigen, dass sie wegen Geldmangel aufKulturerlebnisse verzichten müssten und durch dasEngagement des Vereins wieder am gesellschaftlichenLeben teilhaben können.”Viele positive RückmeldungenGerade in den letzten Wochen wurde aufgrund derEinschränkungen des gesellschaftlichen Lebens für alleMenschen spürbar, wie viel Positives ein Besuch vonKulturveranstaltungen bewirken kann. Durch Kultur füralle Stuttgart können auch Menschen mit wenig Gelddaran teilnehmen. Nach zehnjähriger Vereinsarbeit ziehtDie Kultureinrichtungen sind jedoch in besonderemMaße von der aktuellen Krise betroffen. Kultur mussaber unabhängig vom Einkommen eineGrundvoraussetzung für das gesellschaftliche Lebenbleiben. Nur durch das Engagement der Kultur- undVeranstaltungsbetriebe kann der Verein existieren.Daher ist es umso erfreulicher, dass die vhs stuttgartdas Angebot für Inhaberinnen und Inhaber erweitert.Zum Herbstsemester wird neben den Freikarten fürEinzelveranstaltungen auch kostenfreier Eintritt fürausgewählte fortlaufende Kurse gewährt. „Gerade in deraktuellen Zeit ist das ein starkes Zeichen von Seiten dervhs stuttgart für Menschen mit wenig Geld und fürunsere Vereinsarbeit”, so Harald Wohlmann.Gemeinsame Idee seit 10 JahrenMit dem Ziel, kulturelle und damit gesellschaftlicheTeilhabe für alle zu ermöglichen, wurde das Konzept imRahmen eines Runden Tisches der BürgerstiftungStuttgart von Vertretern aus Stuttgarter Kultur- undSozialeinrichtungen entwickelt. Ergebnis der guteinjährigen Arbeit war eine Aufwertung der bestehenden1 Seite

Bonuscard der Landeshauptstadt Stuttgart zurBonuscard „ Kultur”, die zum 1. Januar 2010 wirksamwurde.Als Träger der Initiative wurde damals dergemeinnützige Verein Kultur für alle Stuttgart e.V.gegründet, der die rechtliche Basis für dieKoordinationsstelle und die Vereinbarungen mit denteilnehmenden Einrichtungen darstellt. Er entwickeltdas Konzept stetig weiter, ist verantwortlich für dieBekanntmachung des kostenlosen Kulturangebots,übernimmt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und sorgtfür eine dauerhafte Verwurzelung in der Stadt.Alle beteiligten Kultureinrichtungen verpflichten sichdaher für grundsätzlich jede Vorstellung ein festesFreikartenkontingent aus allen Preiskategorien fürInhaber*innen der Bonuscard Kultur zu reservieren.Die Karten können, wie von anderen Besuchern auch,vorbestellt und an der Abendkasse gegen Vorlage derBonuscard Kultur abgeholt werden. Bei PartnerMuseen ist es noch einfacher: Unbegrenzt freier Eintrittin die Ausstellungen gegen Vorlage der Bonuscard Kultur an der Kasse. Dazu kommen weitere zahlreicheFreikartenaktionen.Die finanzielle Basis des Vereins wurde durch dieSpende einer engagierten Stuttgarter Bürgerin gelegt.Mittlerweile erhält der Verein eine städtischeFörderung in Höhe von etwa 50 Prozent deserforderlichen Gesamtetats. Die verbleibenden 50Prozent muss der Verein über Spenden,Benefizveranstaltungen und Stiftungsmittel finanzieren.„Kultur für alle Stuttgart leistet einen sehr wertvollenBeitrag für unsere Gesellschaft. Ich würde mich freuen,wenn viele Menschen die Arbeit des Vereinsunterstützen, denn Kultur regt an, macht Spaß undbringt Menschen zusammen”, so Marli Hoppe-Ritter,die Schirmherrin des Vereins.KULTUR FÜR ALLE für geflüchtete MenschenDer Verein hat im Jahr 2016 die wichtigstenInformationen zur Bonuscard Kultur und zur Nutzungdes kostenfreien Kulturangebots auf Arabischübersetzen lassen und über die städtischeKoordinationsstelle für Freundeskreise verbreitenlassen. Außerdem sollen in Zukunft die wichtigstenInformationen auch auf Englisch, Französisch undArabisch auf der Homepage verfügbar gemacht werden.KULTUR FÜR ALLE für Menschen mit BehinderungNeben der Teilhabe von Menschen mit wenig Geldbeschäftigt sich der Verein auch mit der Teilhabe vonMenschen mit Behinderung am kulturellen Leben. Dazuwurde ein Leitfaden für Kultureinrichtungen entwickelt,der Möglichkeiten für die Umsetzung derBarrierefreiheit vor Ort aufzeigt. Die Broschüre„Kulturangebote in Stuttgart barrierefrei besuchen” inleichter Sprache wurde aufgelegt und die onlinebasierteFreizeitbörse „Machen wir was!” ins Leben gerufen.Was KULTUR FÜR ALLE willKULTUR FÜR ALLE Stuttgart macht es sich zumZiel, Menschen mit wenig Geld die kostenfreieTeilhabe an Kulturveranstaltungen zu ermöglichen.Wer KULTUR FÜR ALLE istKULTUR FÜR ALLE Stuttgart ist eine gemeinsameInitiative von Stuttgarter Kultur- und Sozialeinrichtungen und wird in Kooperation mit demSozialamt der Landeshauptstadt Stuttgartrealisiert. Seit Januar 2010 ist der gemeinnützigeVerein KULTUR FÜR ALLE Stuttgart e.V. offiziellam Start und Inhaber*innen der Bonuscard Kultur können das kostenfreie Kulturangebotnutzen.An wen sich KULTUR FÜR ALLE wendetDurch die Anbindung an den Sozialausweis derLandeshauptstadt Stuttgart, die Bonuscard Kultur, werden ca. 60.000 Stuttgarter*innen,hauptsächlich Bezieher von Hartz IV und Sozialhilfe,erreicht.Wie KULTUR FÜR ALLE funktioniertDer Verein schließt Kooperationen mit Kultureinrichtungen, die für Inhaber*innen der Bonuscard Kultur kostenlos ein festes Freikartenkontingent proVeranstaltung zur Verfügung stellen. KULTUR FÜRALLE Stuttgart übernimmt die Projektsteuerung undkümmert sich unter anderem um die Bekanntmachung des Kulturangebots an den Empfängerkreisder Bonuscard Kultur, um Presse- undÖffentlichkeitsarbeit, Lobbying und Fundraising. DieKartenreservierung und -ausgabe erfolgt über diekooperierenden Kultureinrichtungen selbst.2 Seite

Bonuscard KulturDurch die Anbindung von KULTUR FÜR ALLE Stuttgartan die Bonuscard Kultur werden etwa 60.000Stuttgarter*innen erreicht.Seit Januar 2010 heißt die Bonuscard offiziell Bonuscard Kultur.Seit 2001 gewährt die Landeshauptstadt Stuttgart mitdem Sozialausweis in Form freiwilliger Leistungen eindifferenziertes System von Vergünstigungen fürPersonen, die Leistungen nach SGB II (ArbeitslosengeldII) oder SGB XII (Grundsicherung / Sozialhilfe) oder demAsylbewerberleistungsgesetz erhalten. Ebensobekommen Bezieher von Wohngeld, Kinderzuschlagoder Jugendhilfe diesen Sozialausweis. DemBerechtigtenkreis soll dadurch ermöglicht werden, trotzfinanzieller Einschränkungen am kulturellen,sportlichen und sozialen Leben der Stadt teilzunehmen.BerechtigtenkreisAnspruchsberechtigt für den Erhalt der Bonuscard Kultur sind ausschließlich Personen, die mit ihremHauptwohnsitz in Stuttgart gemeldet sind und folgendeLeistungen beziehen: Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch, ZweitesBuch (SGB II) Grundsicherung, Hilfe zum Lebensunterhalt sowieLeistungen in vollstationärenPflegeeinrichtungen nach demSozialgesetzbuch, Zwölftes Buch (SGB XII) Leistungen nach demAsylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) Wohngeld nach dem Wohngeldgesetz (WoGG) Kinderzuschlag nach dem BKGG (nichtKindergeld) Einkommens- und vermögensabhängigeLeistungen nach dem Sozialgesetzbuch, AchtesBuch (SGB VIII)Zum Jahresende 2019 befanden sich knapp 60.000Bonuscards Kultur im Umlauf.Leistungen der Bonuscard KulturNeben den Kulturpartnern von KULTUR FÜR ALLEStuttgart gewähren viele Stuttgarter Institutionenund Einrichtungen bei Vorlage der Bonuscard Kultur eine Gebührenbefreiung oder Ermäßigung, –darunter z.B. bei den Städtischen Frei- undHallenbäder, bei den Kinderbetreuungskosten oderden Läden der Schwäbischen Tafel Stuttgart.Vergünstigungen für Kinder und Jugendliche Die Gebührenbefreiung für die Kindertageseinrichtungen, die Horte und die Betreuung imRahmen der verlässlichen Grundschule. Ein kostenfreies Mittagessen in Schulen undKindertagesstätten. Bei Aufenthalten im Waldheim sind keinerleiKosten zu tragen. Bei Kursen der Musikschule Stuttgart erhaltendie Teilnehmer einen Rabatt in Höhe von 90Prozent. Gewährung eines frei verfügbarenSachmittelbudgets für die städtischen,allgemeinbildenden Schulen undSonderpädagogische Bildungs- undBeratungszentren (SBBZ) in Höhe von 50 Europro Schüler und Schuljahr. Dieses wird von denSchulen eigenverantwortlich zur Förderung vonfinanzschwachen Kindern in den BereichenGesundheit, Bewegung, Musik und Kultureingesetzt. Gewährung eines frei verfügbarenSachmittelbudgets inTageseinrichtungen für Kinder von 0-6 Jahren,Horten für Kinder von 6-12 Jahren undSchülerhäusern/Ganztagesschulen in Höhe von100 Euro pro Kind.3 Seite

Kulturpartner der letzten zehn Jahre4 Seite

Die Initiative KULTUR FÜR ALLE Stuttgart e.V. feiert in diesemJahr ihr 10- jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass bedanke ichmich sehr herzlich bei allen Beteiligten, die mit ihrem großartigenEngagement dabei helfen, Menschen mit geringem Einkommen amkulturellen Leben teilhaben zu lassen. Ihnen ist es zu verdanken, dassstetig erweiterte Möglichkeiten geschaffen werden, um allen durchvielfältige Angebote neue Blickwinkel zu eröffnen und Perspektivenaufzuzeigen.Fritz KuhnOberbürgermeister Landeshauptstadt StuttgartDer Verein KULTUR FÜR ALLE Stuttgart e.V. liegt mir alsSchirmherrin am Herzen, denn mit Kunst und Kultur gestaltenwir unsere Gesellschaft und zur Gesellschaft gehören alle. Esfreut mich sehr, dass dank der engagierten Partner eine vielfältigeBegegnung mit Kultur möglich gemacht wird. Besonders schön ist, dass inden vergangenen Jahren immer mehr Menschen das Angebot nutzen,denn Kultur regt an, macht Spaß und bringt Menschen zusammen. Ichwünsche der Initiative KULTUR FÜR ALLE Stuttgart e.V., dass sie es in dennächsten Jahren schafft, noch mehr Menschen für Museums- undKulturbesuche zu begeistern.Marli Hoppe-RitterSchirmherrin KULTUR FÜR ALLE Stuttgart e.V.,Mitgentümerin der Firma Ritter Sport und MuseumsgründerinKultur und Bildung für alle und damit eine Beteiligung aller amgesellschaftlichen Leben zu ermöglichen - diesesKernanliegen teilen wir als volkshochschule stuttgart mit demVerein Kultur für alle. Die Erhöhung der Chancengerechtigkeit ist auch derGrund, warum wir seit der ersten Stunde bei Kultur für alle dabei sind unduns auch im Vorstand des Vereins engagieren. Wir freuen uns, unserkostenloses Angebot im Rahmen von Kultur für alle zum 10jährigenBestehen des Vereins auszuweiten: Es umfasst nun Einzelveranstaltungenund fortlaufende Kurse, und zwar neben dem Bereich Kultur auch in allenanderen Programmbereichen der vhs. Wir gratulieren herzlich zumJubiläum und wünschen für die so wichtige Arbeit alles Gute für dasnächste Jahrzehnt!Dagmar Mikasch-KöthnerDirektorin volkshochschule stuttgart e.V.5 Seite

Der Verein und seine EntstehungKulturelle und damit gesellschaftliche Teilhabe für alle zu ermöglichen –mit diesem Ziel haben sich im Herbst 2008 25 Vertreter*innen vonStuttgarter Sozial- und Kultureinrichtungen am Runden Tisch KULTUR FÜRALLE der Bürgerstiftung Stuttgart zusammengefunden. Ergebnis der guteinjährigen Arbeit war eine Aufwertung der bestehenden Bonuscard derLandeshauptstadt Stuttgart zur Bonuscard „ Kultur”, die seit 1. Januar2010 wirksam ist.Die Landeshauptstadt Stuttgart gewährt mit dem Sozialausweis in Formfreiwilliger Leistungen ein differenziertes System von Vergünstigungen fürPersonen, die Leistungen nach SGB II (Arbeitslosengeld II) oder SGB XII(Grundsicherung/ Sozialhilfe) oder dem Asylbewerberleistungsgesetzerhalten. Ebenso bekommen Bezieher von Wohngeld, Kinderzuschlag oderJugendhilfe diesen Sozialausweis. Dem Berechtigtenkreis soll dadurchermöglicht werden, trotz finanzieller Einschränkungen am kulturellen,sportlichen und sozialen Leben der Stadt teilzunehmen.Als Träger der Initiative wurde vor 10 Jahren der gemeinnützige VereinKULTUR FÜR ALLE Stuttgart e.V. gegründet, der die rechtliche Basis für dieKoordinationsstelle und die Vereinbarungen mit den teilnehmendenEinrichtungen darstellt. Er entwickelt das Konzept stetig weiter und sorgt füreine dauerhafte Verwurzelung in der Stadt. Dem Konzept liegt ein breitgefasster Kulturbegriff zu Grunde. Möglichst viele verschiedeneKulturangebote sollen niedrigschwellig und nichtdiskriminierend angebotenwerden.Zur Koordination des Programms wurde seit 1. Januar 2010 eine 50% Personalstelle eingerichtet. Diese übernimmt die Akquise neuerKultureinrichtungen sowie die Koordination aller beteiligten Kultur- undSozialinstitutionen. Sie ist verantwortlich für die Bekanntmachung deskostenlosen Kulturangebots, übernimmt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,kümmert sich um Fundraising und um den deutschlandweiten Austausch mitähnlichen Initiativen.Gründungsphase 2008/09Erstes Treffen des Runden TischesAm 15. September 2008 startete der RundeTisch „Kultur für Benachteiligte“ imTreffpunkt Rotebühlplatz. Über 25 Personendiskutierten, wie in Stuttgart eineentsprechende Struktur aufgebaut werdenkann.Treffen der ArbeitsgruppeEine kleinere Arbeitsgruppe trifftÜberlegungen zu Zielgruppe, Infrastruktur,Marketingstrategie und Finanzierung desAngebots und erarbeitet ein Konzept.Seit Mai 2014 begleitet Frau Marli Hoppe-Ritter, Miteigentümerin der FirmaRitter Sport und Museumsgründerin, als Schirmherrin die Arbeit des Vereins.GründungsversammlungErgebnis der gut einjährigen Arbeit war eineAufwertung der bestehenden Bonuscard derLandeshauptstadt Stuttgart zur Bonuscard „ Kultur”, die seit 1. Januar 2010 wirksam ist.6 Seite

In meiner Erinnerung lag das Thema vor zehn Jahren in der Luft. Einige Kolleginnen und Kollegen ausunterschiedlichen Bereichen haben die Notwendigkeit gesehen,dass etwas passiere müsse, und die Initiative ergriffen. Die Ideewurde dann gemeinsam durch Vertreterinnen und Vertreter derKultureinrichtungen, der Sozialeinrichtungen und der Stadtverwaltungentwickelt. Mit organisatorischer und finanzieller Hilfe der Bürgerstiftung undder Breuninger Stiftung konnte die Initiative starten – obwohl es durchausGegenargumente gab. Heute sind die Sichtbarkeit und das Verständnis für soein Angebot größer. Jede Kultureinrichtung will Menschen allergesellschaftlichen Bereiche erreichen. Da hilft „Kultur für alle” natürlich. Mitdiesem Angebot – das es ja in anderen Bereichen des städtischen Lebens auchgibt – ist die Kultur ein noch selbstverständlicherer Teil der Stadtgesellschaftgeworden. Es wäre natürlich wünschenswert, wenn in Zukunft möglichstwenige Menschen das kostenfreie Angebote nutzen müssten, weil es ihnenfinanziell gut genug geht. Da dies aber eine Wunschvorstellung ist, hoffe ich,dass der Verein weiterhin möglichst vielen Menschen die Teilhabe amKulturleben ermöglichen kann. Und ich wünsche mir, dass die Menschen, an die sich dieses Teilhabeangebot wendet,sich auch vor Ort zugehörig fühlen. Nämlich als wichtiger, als wertvoller Teil des Publikums!Petra OlschowskiStaatssekretärin und GründungsmitgliedImmer wenn wir über die Wirkung von Runden Tischensprechen, erzählen wir von dem Runden Tisch „Kultur für alle“.Er ist ein so fabelhaftes Beispiel wie Menschen, die sich auf eingemeinsames Ziel geeinigt haben – Menschen mit wenig Geld, Kultur zuermöglichen – das auch erreichen. Die einen gaben Geld für den Anfang derGeschäftsstelle, das Sozialamt brachte die Bonuscard alsBemessungsgrundlage ein und die Kulturschaffenden stellten Freikarten.Das Projekt war nach fünf Runde-Tisch-Sitzungen fertig, der Verein zügiggegründet und jetzt läuft es einfach immer weiter und Jahr für Jahr nutzen esmehr Menschen, erklären sich mehr Kultureinrichtungen bereit, Freikartenzur Verfügung zu stellen. Wenn das kein großartiges Beispiel ist, wasKooperation bewirkt – bitte erzählen Sie es alle pausenlos weiter. Das wäreein super Geschenk zum 10. Geburtstag – auch für das tolle Team in derGeschäftsstelle!Irene ArmbrusterGeschäftsführerin Bürgerstiftung und Vereinsmitglied7 Seite

Stuttgarter Zeitung16. Juli 20208 Seite

9 S e i t e

Stuttgarter Wochenblatt29. Juli 202010 S e i t e

Den Zugang zu Kultur für alle zu ermöglichen, das war die Idee.Und für diese Idee gab es viel Zustimmung aus Politik undVerwaltung, vor allem aber von den Stuttgarter Kulturschaffendenund Kultureinrichtungen. Die bestehende Bonuscard zur Bonuscard plusKultur aufzuwerten, war dann der entscheidende Schritt zur Verwirklichung.Ausgehandelt wurde dies alles an einem Runden Tisch der Bürgerstiftung undmit der Moderation der Breuninger Stiftung. Nachdem alle praktischen Fragengelöst und die letzten Hindernisse aus dem Weg geräumt worden waren,konnte dann der Verein „Kultur für Alle” gegründet werden undKulturschaffende und Kultureinrichtungen stellen seit 10 Jahren regelmäßigKarten unentgeltlich zur Verfügung und bekunden so ihre Solidarität mitdenen, die wenig Geld haben.Was ich mir bzw. dem Verein für die Zukunft wünsche? Dass diese Solidaritätauch in Zeiten von Corona anhält. Und dass „die Kultur” sich in diesen Zeitenauch auf die solidarische Unterstützung durch Politik und Gesellschaftverlassen kann.Prof. Dr. Christiane LangeDirektorin StaatsgalerieDurch die vhs wurde ich auf die Bonuscard Kultur aufmerksam gemacht. Seit ungefähr 3 Jahren nutzeich das kostenlose Kulturangebot. Aufgrund meiner Schwerbehinderung und den damit verbundenenfinanziellen und gesundheitlichen Einschränkungen ist das kostenlose Kulturangebot eine großeBereicherung für mich. Ich erlebe Dinge, von denen ich sonst nicht erfahren hätte. Ich bin froh, dass ich die Bonuscard Kultur habe. Der Kontakt zum Verein über Newsletter, am Telefon oder aber persönlich in der Geschäftsstelle istimmer sehr zuvorkommende. Ich danke daher insbesondere Frau Ringer für ihr Engagement.Ulrich OelkrugInhaber der Bonuscard KulturDas Theaterhaus ist seit Beginn Partner von KULTUR FÜRALLE und unterstützt diese Initiative sehr gerne, da sie sichauch mit dem Auftrag des Theaterhauses deckt: vielenMenschen – insbesondere Personen mit einem geringeren Einkommen –den Zugang zu kulturellen Veranstaltungen zu ermöglichen. Innerhalb derletzten 10 Jahre konnten wir auch vielen Personen, die sich denVorstellungsbesuch gerade der teureren Tanzproduktionen von GauthierDance nicht leisten konnten, die einmalige Chance geben, unsereTänzer/innen hautnah auf der Bühne zu erleben. Für die nächsten 10 Jahrewünschen wir dem Verein KULTUR FÜR ALLE, dass er noch vielenPersonen solch einmalige Kulturerlebnisse und den Zugang zuKulturveranstaltungen ermöglichen kann. Wünschenswert wäre es auch,ein Format für gering verdienende jüngere Menschen wie Auszubildende,Freiwillige oder Studierende ins Leben zu rufen, um auch diesen denZugang zu Kulturveranstaltungen noch barrierefreier zu gestalten.Werner SchretzmeierLeiter Theaterhaus Stuttgart11 S e i t e

Nutzerzahlen 2010 bis en6000800010000120001400016000Ingesamt mindestens 100.443 kostenfreie Besuche mit der Bonuscard Kultur seit 2010Durch die vhs wurde ich auf die Bonuscard Kultur aufmerksam gemacht. Seit ungefähr 3 Jahren nutze ichdas kostenlose Angebot. Aufgrund meiner Schwerbehinderung und den damit verbundenen finanziellen undgesundheitlichen Einschränkungen ist das kostenlose Kulturangebot eine große Bereicherung für mich. Icherlebe Dinge, von denen ich sonst nicht erfahren hätte. Ich bin froh, dass es die Bonuscard Kultur gibt. Der Kontaktzum Verein über Newsletter, am Telefon oder aber persönlich in der Geschäftsstelle ist immer sehr zuvorkommende.Ich danke insbesondere Frau Ringer für Ihr Engagement.Ulrich OelkrugInhaber der Bonuscard Kultur12 S e i t e

Stuttgarter Amtsblatt23. Juli 202013 S e i t e

Luftballon – Elternzeitung der Region StuttgartAugust 202014 S e i t e

Cannstatter Zeitung16. Januar 2020Das wunderbare vielfältige kulturelle Angebot bietet mir und meinerTochter die Chance, in eine andere Welt abzutauchen und abzuschalten.Ohne dies wäre uns das gar nicht möglich. So bleiben mir schon mal dieFragen erspart: „Warum können wir nicht ins Theater, Museum oder Kino, Mama?“Wie soll man einem kleinen Mädchen erklären, dass es nicht möglich ist? Auf dasAngebot kam ich, als ich im Bürgeramt die Bonuscard Kultur beantragt habe. Damir kulturelle Angebote wichtig sind, fiel mir sofort der Flyer von KULTUR FÜRALLE ins Auge. Ich schaute rein und konnte gar nicht glauben, dass die Angebotekostenlos sind. Auf die Frage, ob ich dieses Angebot weiter empfehlen würde? Ja,definitiv ja und das tue ich immer sobald ich erfahre, dass jemand alleinerziehendoder Geringverdiener*in ist, Rentner*in oder aufgrund von KrankheitSozialleistungen bezieht. Es ist toll, dass es solche Angebote gibt und ich hoffeandere Städte ziehen auch nach. Für mich bedeuten kulturelle Angebote Bildungund Reflektion der eigenen Identität. Nicht zuletzt verbindet die Kultur dieMenschen.S. C.Inhaberin Bonuscard Kultur15 S e i t e

Immer schon konnten Menschen, die in sozialenEinrichtungen betreut wurden, verschiedeneKulturangebote besuchen - wenn diese Angebotekonzeptioneller Bestandteil des pädagogischenBetreuungskonzepts waren. Die Anzahl derer, die in diesenGenuss kamen, war aber eher überschaubar. Die größere Anzahlmusste, wenn sie Kultur erleben wollte, den Eintritt von denwenigen Hartz 4 Leistungen bezahlen; manchmal mit einerErmäßigung. Viele Menschen besuchten deshalb keineKulturangebote in Stuttgart.Dies musste sich ändern!Mit Hilfe der Breuninger Stiftung und des Runden Tisch Konzeptes, wollten wir einen Zugang in die Kultur, auch fürarme Menschen in Stuttgart, ermöglichen.Am Runden Tisch nahmen alle wichtigen Personen und Institutionen teil und so konnte diese tolle Methode innerhalbvon einem Jahr eine grandiose und doch so einfache Lösung entwickeln.Die Idee von KULTUR FÜR ALLE, einem Angebot für alle Bonuscard Besitzer*innen in Stuttgart, wurde geboren. DieMenschen, die wir ansprechen wollen, konnten wir mit der Bonuscard der Stadt Stuttgart sehr unkomplizierterreichen. Die Stadt erweiterte die Bonuscard zur Bonuscard „ Kultur“ und die Besitzer*innen bekamen fortan einenEinleger mit allen beteiligten Kultureinrichtungen und ihrer Bonuscard Kultur zugesandt. Dieser Einleger wurde vonJahr zu Jahr immer länger und heute sind über 100 Einrichtungen dabei. Die Besitzer*innen der Bonuscard können beiden beteiligten Kultureinrichtungen umsonst Kunst und Kultur sehen, hören und fühlen. Der Zugang ist einfachgedacht: anrufen, Karte zurücklegen lassen, in die Kultureinrichtung gehen, Bonuscard Kultur vorzeigen undreservierte Karte abholen, oder Bonuscard Kultur vorzeigen - zum Beispiel an der Museumskasse- und eineEintrittskarte bekommen.Das Schöne daran ist: die Idee hat geklappt und der Ablauf ist heute noch genauso simpel wie er angedacht war. AlleBeteiligten, die Bonuscard Kultur-Besitzer*innen und die Kultureinrichtungen loben das Modell. Die Stadt Stuttgartwird nicht müde, wenn es in Veranstaltungen um die Teilhabe in der Gesellschaft geht, den Verein KULTUR FÜR ALLEund die Idee, die dahintersteht, als Leuchtturmprojekt vorzustellen.Die beteiligten Kultureinrichtungen und der Verein KULTUR FÜR ALLE trägt diese Erfolgsgeschichte jedes Jahr weiter.Die positiven, häufig sehr herzzerreisenden Rückmeldungen der Besitzer*innen der Bonuscard Kultur lassen diesauch richtig gut fühlen. In der Stadtgesellschaft ist KULTUR FÜR ALLE nicht mehr wegzudenken. Für dieBesitzer*innen ist die Bonuscard Kultur eine große Unterstützung im Alltag.Für die nächsten zehn Jahre wünsche ich mir, dass die beteiligten Kulturpartner weiterhin so zahlreich bleiben und dieAnzahl möglichst noch größer wird. Ich wünsche mir eine phantasievolle Weiterentwicklung der KULTUR FÜR ALLEAngebote, damit alle Menschen in Stuttgart die Kultur schwellenlos erreichen können. Kultur ist eine der wesentlichenSäulen unserer Stadtgesellschaft, deshalb dürfen wir nicht ruhen Alle mitzunehmen.Harald WohlmannVorstandsvorsitzender KULTUR FÜR ALLE Stuttgart e.V.16 S e i t e

Weitere Stimmen zum JubiläumKULTUR FÜR ALLE macht vielen Menschen eine Freude, das erleben wir fasttäglich an der Museumskasse. An schönen, anregenden Dingen teilzuhaben, dievielen von uns selbstverständlich erscheinen, ist eben nicht selbstverständlich.KULTUR FÜR ALLE ist ein solidarisches Projekt, das von Anfang an auf einennachhaltigen Beitrag zum Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft Wert gelegthat. Wir sind hier gerne Partner.Martin Otto-HörbrandLinden-MuseumWährend meiner Studienzeit hatte ich wenig Geld und konnte nur mit Hilfe meinerEltern Kulturveranstaltungen besuchen. Damals habe ich mir vorgenommen, nachdem Studium nach einer Möglichkeit zu suchen, andere ähnlich zu unterstützen.Als ich dann 2013 nach dem Studium meine heutige Stelle antrat, habe ichangefangen nach etwas Passendem zu suchen und kam schließlich auf den VereinKULTUR FÜR ALLE Stuttgart e.V. Das, was ich auf der Homepage gelesen habe,hat mich überzeugt und deshalb unterstütze ich den Verein seither mit einermonatlichen Spende. Ich hoffe, dass der Verein noch viele Jahre lang Menschen mitwenig Geld auf diese wichtige Weise unterstützt.Stefanie AssenmacherSpenderinFür uns ist die Bonuscard Kultur ein wahrer Segen und wir benutzen sie vielfältig– unter anderem für Theater, Museums- oder Zirkusbesuche. Die Karte ist auchsehr wichtig, weil wir die VVS-Monatskarte vergünstigt erhalten.Familie PompeInhaber Bonuscard KulturSeit gut einem Jahr können Bonuscard-Inhaber bei uns kostenfrei Veranstaltungenbesuchen. Es wird relativ wenig genutzt, diejenigen, die es tun, äußern sichallerdings sehr positiv und wissen auch zu schätzen, dass wir uns an dieserInitiative beteiligen, ohne Nutznießer irgend einer Förderung zu sein. Das wiederumbestärkt uns darin, weiter an dieser Initiative teilzunehmen.Gesine KellerWortkinoIn einer so wohlhabenden Stadt wie Stuttgart nun mal ist, halte ich es für zwingendund eigentlich selbstverständlich, dass Menschen die wenig Geld haben,kostenlosen Zugang zu kulturellen Veranstaltungen haben können.Gerne mache ich bei der Initiative mit, die diesen Zugang und die Teilhabe fürärmere Menschen am kulturellen Leben in der Stadt engagiert mit vorantreibt undermöglicht.Rainer BenzLeitung rb.w werbeagentur und Vereinsmitglied17 S e i t e

Wir wurden von der Initiative angesprochen, ob wir mitmachen möchten. Wir findendas Angebot sehr wichtig, darum sind wir gerne dabei. Durch den Verein werden wirimmer bestens informiert. Bei Problemen wurde schnell und erfolgreich nachLösungen gesucht, absolut zufriedenstellend. Wir schätzen die gesellschaftlicheRelevanz des Angebots sehr hoch ein, denn sehr oft erleben wir, wie glücklichdieses Angebot die Teilnehmer macht, weil sie ohne diese Möglichkeit auf denKulturgenuss verzichten müssten.Birte CleveRenitenztheaterÜber Kulturelle Räume kann sich eine Gesellschaft verständigen und begegnen. Siebilden damit eine essenzielle Grundlage für unser Zusammenleben. Damitkulturelle Räume auch Freiräume sein können, müssen sie zugänglich sein.Idealerweise für alle. Das ist gar nicht so einfach und daran arbeiten viele von unsKulturschaffenden beständig weiter. KULTUR FÜR ALLE schafft die Basis dafür,indem der Verein zuallererst finanzielle Barrieren ausräumt. KULTUR FÜR ALLE istauch widerständiges Zeichen für eine solidarische Gesellschaft. KULTUR FÜR ALLEist immer noch ein visionäres Projekt. Wir wünschen alles Gute für die nächstenzehn Jahre und immer mehr Teilhabe und immer mehr von ALLEN.Theater RampeAls die Idee geboren wurde, eine Möglichkeit zu erfinden, damit aucheinkommensschwache Menschen an Kultur und Kunst teilnehmen können, war diediesbezügliche Situation in Stuttgart sicher nicht schlechter als heute. „Kultur fürAlle“ schloss und schließt eine beträchtliche Lücke im Gerechtigkeitsgefüge derStadt. Wir vom damaligen „Runden Tisch“ hatten gleich zwei Mal Glück: Zum einen,dass die Bürgerstiftung den Prozess von Anfang professionell betreute und desWeiteren, dass wir die Stadtverwaltung dazu bewegen konnten, mit uns zusammendie bereits vorhandene „BonusCard“ zur „BonusCard Kultur“ weiter zuentwickeln. Damit hatten wir auf einen Schlag alle relevanten Haushalte dabei unddabei keine Probleme mit dem Datenschutz.Das war sicher ausschlaggebend dafür, dass jedes Jahr mehr Kulturveranstaltermitmachten. Heute ist eigentlich jede Einrichtung bei KfA vertreten, der Verein istzum unverzichtbaren und selbstverständlichen Mitspieler des kulturellen Lebens inStuttgart geworden.Und morgen? Eigentlic

Einzelveranstaltungen auch kostenfreier Eintritt für ausgewählte fortlaufende Kurse gewährt. „Gerade in der aktuellen Zeit ist das ein starkes Zeichen von Seiten der vhs stuttgart für Menschen mit wenig Geld und für unsere Vereinsarbeit”, so Harald Wohlmann. Gemeinsame Idee seit 10 Jahren Mit dem Ziel, kulturelle und damit .