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1Heft 1/2019Januar–JuliMagazin für GenossenschafterREFORM journalGemeinnützige WohnungsgenossenschaftGartenstadt-Kolonie Reform eGJahrgang No 21Mit der Genossenschaft Events genießen:Handball der Spitzenklasse – SCM und SCM-YoungsterSFußball in der 3. Liga – Heimspiele des 1. FCM

2EditorialDetlef Gissendorf,Sprecher des VorstandesLiebe Genossenschafterinnenund Genossenschafter,Das Wohn- und Geschäftshaus Bunter Weg 2 wurde1924 nach Entwurf von Bruno Taut als Fixationspunktam Ende der Straße Zur Siedlung Reform erbautUnten v. l.: Zur Siedlung Reform, Heckenweg 5, Bunter Weg 3in diesem Jahr stößt man ständig undüberall auf das Thema Bauhaus. Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen berichten fast jede Woche über das 100-jährige Jubiläum der berühmten Architektur- und Designschule und über das NeueBauen zwischen den zwei Weltkriegen.Damit ist auch unsere Genossenschaftin den Blickpunkt gerückt, dank Architekten wie Bruno Taut und Carl Kraylkönnen wir uns in die deutschlandweite „Grand Tour der Moderne“ einreihen.Für uns gilt sogar der ehemalige Werbeslogan Sachsen-Anhalts: „Wir stehen früher auf.“ Denn schon zehn Jahre, bevordas Bauhaus in Weimar entstand, wurde1909 unsere Genossenschaft gegründet.Wegen ihr kam Bruno Taut, der übrigenskein Bauhäusler war, von Berlin nach Magdeburg und konnte hier – zunächst in Reform und dann in der ganzen Stadt –unter einem fortschrittlichen Bürgermeister seine modernen Ideen vom sozial orientierten Neuen Bauen für die sogenannten kleinen Leute umsetzen. Heute ist unsere Genossenschaft als national bedeu-tendes Kulturdenkmal ausgewiesen. Aufdem Weg dahin hat die GWG in ihrer110-jährigen Geschichte vielfältige Veränderungen durchlebt. Zwei Weltkriege, wechselnde politische Systeme und die TeilungDeutschlands haben sichtbare Spuren imhistorischen Wohnungsbestand unsererGenossenschaft hinterlassen. Auch für dieZukunft sind vielfältige Anstrengungenmit der notwendigen Sorgfalt erforderlich,um das Erbe der Gründungsväter für diefolgenden Generationen zu bewahren.Mit der Wiedergewinnung der genossenschaftlichen Selbstbestimmung 1990 erfolgteendlich eine Rückbesinnung auf unsere Traditionen – und auf das Mögliche, was machbar ist. Wir erhalten und pflegen das Denkmal Gartenstadt und entwickeln es weiter.In enger Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden sanieren wir seit 1995den historischen Reihenhausbestand Schrittfür Schritt. Manchem geht das nicht schnellgenug – auch ich würde gern alles sofortumsetzen – aber wir können wie jede guteHausfrau immer nur das Geld ausgeben,das wir zur Verfügung haben. Auch das hatmit Verantwortung für die Zukunft unsererGenossenschaft zu tun.Der Wert des Wohnens in einer Genossenschaft zeigt sich gerade jetzt angesichtsjährlich gestiegener Mietpreise in Großstädten wie München oder Hamburg. Unter Kommunalpolitikern bundesweit wirddeshalb die Forderung nach einer Stärkungdes gemeinnützigen Wohnungsbaus immer lauter – ob sie gehört wird, muss sichzeigen. In unserer Genossenschaft brauchtniemand Angst vor unbezahlbaren Mietenzu haben. Ich denke, das wissen und schätzen Sie alle. Auch deshalb leben Familienhier schon in der zweiten, dritten oder vierten Generation. Frau Gerda Giechau zumBeispiel, über die Sie in diesem Journallesen können, hat fast ihr gesamtes Lebenvon jetzt stolzen 100 Jahren in Reform verbracht. Genauso freue ich mich sehr überjede junge Familie, die sich in unserer Genossenschaft neu einrichtet, hier ihre Kinder großzieht. In unserer Kita „Waldschule“haben sie die Betreuung unmittelbar vorder Haustür.Für die älteren genauso wie für die jungenGenossenschafter müssen wir ein lebenswertes Umfeld gestalten. Deshalb ist esgut, dass die Volkssolidaritätsgruppe „Gartenstadt Reform“ hier viele Angebote fürSenioren schafft. Auch jeder hier lebendeGenossenschafter kann sich gern in das Gemeinschaftsleben einbringen, zum Beispielmit Hilfe für einen alten Nachbarn bei derGartenarbeit oder beim Einkaufen.Dass das Leben in unserer Genossenschaftauch in den nächsten 110 Jahren – für diekommenden Generationen – spannendbleibt, da bin ich mir sicher. Auf die Suchenach dem Mythos der Gartenstadt-KolonieReform wollen wir alle Magdeburger undBesucher unserer Stadt über ein Kunstwerkauf der Grünfläche in der Regierungsstraßegegenüber dem Kloster mitnehmen. SeienSie neugierig!Ihr Detlef Gissendorf3

5INHALT6REFORM direkt – Informationenaus der Geschäftsstelle zu einigengenossenschaftlichen Themen24Unser Frühlingsfest Nr. 21 zum110. Gründungsjubiläum derGartenstadt am Verlorenen Grundstein12110 Jahre Gartenstadt-Kolonie:Festveranstaltung mit Gästen ausPolitik und Wohnungswirtschaft26Baustellenreport – Fördermittelermöglichen weitere Sanierungenvon Fassaden im DenkmalbereichTitelbild: Archiv GWG Reform. Historische Abbildungen im Heft alle im Archiv des Herausgebers.Bildnachweise am Bild nur bei externen Fotografen bzw. Einlieferungen20Vertreterversammlung: Themensind u.a. Jahresabschluss 2018und Neuwahl von Aufsichtsräten34„Bausteine der MagdeburgerModerne“ – 30 Seiten Reformin neuer Publikation6REFORM direkt – Informationen aus der Geschäftsstelle9Zu Besuch in Reform: Ministerpräsident Haseloff10Rechtstipp: Zur Rechtslage bei Eigenleistungen und Umbauten12Zuhause in Reform – Festliche Jubiläumsfeier zum 110. Jubiläumder Gartenstadt-Kolonie Reform15GWG beim Magdeburger Firmenstaffellauf16Zweite Informationsveranstaltung für Vertreter19Stolperstein für Antifaschist Ludwig Wellhausen im Quittenweg20Vertreterversammlung – Gute Ergebnisse im Geschäftsjahr 201823GWG sportlich: Neue Spiele, neues Glück. Das Preisrätsel24Unser 21. Frühlingsfest am Verlorenen Grundstein26Ein Baustellenreport: Modernisierung im 1. Halbjahr 201930Mehr Obstbäume, weniger Zäune – Jubilarin Gerda Giechau (100!)32„Die großzügige Anlage ist heute Luxus“: Interview mit ArchitektinPetra Heise zu Reform und jungen Ideen34„Bausteine der Magdeburger Moderne“: Unsere Gartenstadtin Publikation des Verlags Ost-Nordost37Ausstellung „Reformstadt der Moderne“ – Ein Bericht38Ruhestand muss nicht langweilig sein – Ortsgruppe Reformder Volkssolidarität40Für den Handball rund um die Welt – Mitarbeiter der GeschäftsstelleTobias Tönnies mit sportlicher Leidenschaft42In Stein gemeißelt – im Auftrag der GWG entstehen die Skulpturen„Mythos“ und „Gartenstadt“924Foto: Archiv TönniesHeft 1/2019 Januar bis JuliFoto: Andreas Lander440IMPRESSUMHerausgeber: GWG Reform eG,Asternweg 1, 39118 MagdeburgTelefon: (03 91) 6 11 54 -0/Fax: 611 54 45Redaktion: Vorstand, Ute SemkatRedaktionsschluss: 31. Juli 2019Layout/Fotografie: Michael SachsenwegerDruck: Meiling Druck, Haldensleben

Geschäftsstelle67 REFORMdirektInfos aus der GeschäftsstelleGestiegene Betriebskostendurch Preiserhöhungen derVersorgungsträger undDienstleistungsunternehmenDie aktuellen und allgemeinen Preiserhöhungen in vielen Branchen haben auchAuswirkungen auf die Kosten, die imRahmen der jährlichen Betriebskostenabrechnung an unsere Mieter weitergegebenwerden müssen. Wie Sie sicherlich in denöffentlichen Medien bereits verfolgt haben,trifft dies insbesondere auf Kosten neuer,moderner Messeinrichtungen (z.B. Stromoder Gaszähler, Wasseruhren) zu. AuchFoto: Andreas LanderGartenstadt von Osten, im Zentrum das Wohn- und Geschäftshaus Bunter Weg 2die Preise für Frischwasser sind von denStädtischen Werken auch 2018 angehobenworden, so dass es hier – zusätzlich bedingtdurch den heißen und trockenen Sommer– zu spürbaren Mehrkosten gekommen ist.Die Gerätemieten der AbrechnungsfirmaIsta sind davon übrigens nicht betroffen,da langfristige Verträge bestehen.Die Abrechnung der Betriebskosten für dasabgelaufene Geschäftsjahr 2018 erhaltenSie wie gewohnt im Oktober diesen Jahres.Guter Service rund ums Haus –drei Unternehmen in ReformAuf dem Gebiet der GWG GartenstadtKolonie Reform sind drei Dienstleisterregelmäßig im Einsatz, um Straßen, Wegeund Grundstücke sowie Grünanlagensauber zu halten und zu pflegen.Bereits seit 2003 ist die PRIMA GmbHfür die GWG tätig. Das Unternehmenübernimmt die Grundstücks-, Straßenund Innenreinigungen im Kirschweg 50bis 82, beim kompletten DenkmalbestandAlt-Reform sowie in den Straßen der ehemaligen Grusonwerk-Beamtensiedlung –Paul-Schreiber-Straße, Louis-Braille-Straßeund Paracelsusstraße. Im Jahr 2015 richtete die PRIMA GmbH eine Außenstelle imKirschweg ein. Der Standort erweiterte damit das Leistungsangebot des Dienstleistersum Maler-, Fußboden-, Trockenbau- undFliesenlegearbeiten. Durch die Präsenz imKirschweg sei der Kundenstamm erweitertworden, heißt es von dem Unternehmen.Die PRIMA GmbH wurde im Jahr 2002gegründet. Ihr Kerngeschäft liegt im Hausund Grundstücksservice. Hauptauftraggeber sind neben vielen privaten Kundenvor allem Immobilienverwaltungen undWohnungsgenossenschaften.Die 2011 gegründete SEDO Objektdienstleistungen GmbH ist seit 2012 fürdie GWG im Einsatz. Ihre „Einsatzgebiete“ sind der Hopfengarten und der Bereichzwischen Kirschweg und Quittenweg(Kirschweg 1 bis 43, Rebenweg, Tulpenweg, Holunderweg, Schlehenweg, Narzissenweg, Resedaweg, neuer Lilienweg,Quittenweg). Zum Leistungsprofil des imKirschweg 47 ansässigen Unternehmensgehören Hausreinigung, Winterdienst,Grünflächenpflege, Baumschnitt- undFällarbeiten, Heckenschnitt, Entrümpelung, Kleinreparaturen, Renovierung vonWohnungen und Häusern, Terrassen-,Zaun- und Wegebau sowie Kehr- undContainerdienste. Partner sind u.a. auchdie Firma Büschel Immobilien, die AOKSachsen-Anhalt und das MarktkaufcenterBurg. Geschäftsführer Sven Dobberahnhat eine „Reformer Vergangenheit“. Erwurde im Resedaweg geboren, ist dortaufgewachsen und hat lange Jahre imQuittenweg und Lilienweg gewohnt.Einige der Mitarbeiter wohnen ebenfallsbei der GWG.Die ÖHMI Service GmbH bietet ein Servicepaket von Baumpflege sowie Garten- und Landschaftsservice über Hausmeisterservice bis zur Straßenreinigungund Winterdienst für Straßen und Gehwege. Dafür hat sich das Unternehmenin den vergangenen Jahren mit modernsterTechnik ausgestattet. Für die Genossenschaft werden die Häuser im Stadtzentrum(Bärplatz, Regierungsstraße 1 bis 17) betreut. Andere Kunden des Dienstleisterssind u. a. Wohnungsunternehmen, Supermärkte und Betriebe. ÖHMI Service istein Unternehmen der ÖHMI AG Magdeburg, die 1992 als privates Managementbuy-out aus dem Zentrallabor der Öl- undMargarineindustrie ausgegründet wurde.Das Geschäftsfeld Immobilienservice kamim Jahr 2008 hinzu.PRIMA GmbHHaus- und GrundstücksserviceService GmbHEhrenamtlicher Seniorenbeirat der StadtDer Seniorenbeirat ist ein Gremium derLandeshauptstadt und eine Interessenvertretung der Senioren und Seniorinnen.Er bietet jeden Donnerstag in der Zeit von10.00 bis 12.00 Uhr eine Sprechstunde fürratsuchende ältere Menschen an. Kontakt: Alter Markt 6Zimmer 045 (Erdgeschoss)39104 MagdeburgTelefon: 03 91/540 23 83Der ehrenamtliche Seniorenbeiratbeschäftigt sich u.a. mit den Themen:– Begleitung und Umsetzung seniorenpolitischer Leitlinien der Stadt,– Einbringung bei Planungen von altersgerechtem Bauen und Verkehr,– Gesellschaftliche Teilhabe ältererMenschen,– Möglichkeiten der ambulanten undstationären Versorgung und PflegeAlltagsbegleiter SeniorenDer Regionalverband Magdeburg –Jerichower Land des Deutschen RotenKreuzes bietet älteren und hilfebedürftigen Genossenschaftern in der GWGdiese kostenlosen Dienstleistungen an: Hilfe bei Behördengängen Begleitung zum Arzt Rezepte abholen/Hilfe beim Einkaufen Begleitung beim Spazierengehen Vorlesen usw.Die DRK-Mitarbeiter stehen Ihnen beiBedarf gern zur Seite. Vereinbaren Sieeinen Termin mit Frau Ohnstedt,Telefon: 03 91/6 07 66 41 oder E-Mail:[email protected]

8Geschäftsstelle9 Neu in der GeschäftsstelleAnja HenkelWer eine Frage zumBeispiel zu seiner Nebenkostenabrechnunghat, konnte in denvergangenen Monatenvielleicht schon eineneue Mitarbeiterin in der GWG-Geschäftsstelle kennenlernen: Anja Henkel verstärkt seit Jahresbeginn das Team imkaufmännischen Bereich und teilt sichmit Margita David ein Büro im Dachgeschoss im Asternweg.Die junge Immobilienfachwirtin, aufgewachsen in Magdeburg-Westerhüsen,besitzt bereits Berufserfahrung undstellt ihr Wissen auch der IHK Magdeburgals Prüferin für angehende Immobilienkaufleute unter Beweis. „Diese ehrenamtliche Aufgabe für die IHK macht mirviel Freude, sie bedeutet für mich aberauch, dass ich mich immer mit der aktuellen Gesetzeslage und neuen Entwicklungen im Immobiliensektor beschäftigen muss“, erzählt Anja Henkel: „Ichlerne ständig noch dazu, um auf demaktuellen Stand zu bleiben.“Bei der GWG und an ihrer Arbeit im Bereich Mieten/Mitgliederwesen/Betriebskosten gefällt ihr besonders die Vielseitigkeit. „Das ist ein Rundumpaket mitBuchhaltung, Technik, Bau – und natürlich mit den Mietern, mit denen man persönlich zu tun hat. Ich brauche in meinerArbeit definitiv den Kundenkontakt.“Privat widmet sich die junge Frau ganzihrer Familie. Neben ihren zwei Kindernim Schulalter, Eigenheim und Gartenbleibt wenig (Frei)Zeit für persönlicheAuszeiten und Hobbies.Seit 1. Juli gehörtNicole Baumbach„fest“ zum Team imRechnungswesen derGWG. Kennenlernenkonnte sie die Arbeitund ihre Kolleg(inn)enaber schon seit vergangenem Novemberim Rahmen einer befristeten Arbeitnehmerüberlassung. „Ich habe mich bei derGWG von Anfang an wohlgefühlt undfreue mich nun als festangestellte Mitarbeiterin hierbleiben zu können“, erzähltsie. Auch ihre neuen Kolleg(inn)en finden,dass „die Neue“ passt, und freuen sichüber die notwendige Verstärkung durcheine fachkundige gelernte Immobilienkauffrau.Frau Baumbach kommt aus der privatenImmobilienwirtschaft. „Ich bin erstmalsin einer Genossenschaft tätig. Hier ist esin vielen Bereichen komplexer und umfangreicher.“ Die Arbeit macht ihr Spaß,denn: „Mein Interesse war immer schondie Buchhaltung. Ich bin eher der Innendienstler.“ Trotzdem können die Genossenschafter sie z.B. bei Einzahlungenan der Kasse oder sonstigen Anliegenkennenlernen.Die gebürtige Magdeburgerin wohnt seitihrer Kindheit im südlichen Hopfengarten. Dort lebt sie heute mit Ehemann undzwei Kindern. In Ihrer Freizeit widmet siesich ihrem großen Garten, einigen Haustieren und verreist gerne.Mit den „Neuzugängen“ arbeitet die Geschäftsstelle auch vorausschauend an der Nachwuchssicherung für die Mitarbeiter(innen) die in dennächsten Jahren in den Ruhestand gehen.zu Besuch in ReformBestandsbetreuerMarkus Neitzel istin seinem neuen Jobim wahrsten Sinnegleich durchgestartet:Schon bevor er zu seinem ersten Arbeitstagantrat, verstärkte er das GWG-Läuferteam beim Firmenstaffellauf am 27. Juni.„So konnte ich vorab die Kollegen aufeiner anderen Ebene kennenlernen“,sagt der Magdeburger. Verstärken undentlasten will er nun auch den BereichBestandsmanagement in der Geschäftsstelle, wo er am 1. Juli seine Arbeit aufgenommen hat. Zuvor hatte der gelernteImmobilienkaufmann berufliche Erfahrungen bei einer privaten Hausverwaltung gesammelt. Die GWG freut sich,ihn für sich gewinnen zu können.In den ersten Wochen war der 31-Jährigeviel an der Seite der Mitarbeiter derGWG unterwegs, um den einzigartigenBestand kennenzulernen. Mit der Anstellung des neuen Mitarbeiters stellt dieGWG die Weichen für die Zukunft, um denmieterorientierten Service zu gewährleisten und neue Herausforderungen derWohnungswirtschaft zu meistern. Dafürerhalten die Genossenschafter mit MarkusNeitzel einen weiteren Ansprechpartner.„Für die Mieter da sein“, so bringt er seinevielfältige Tätigkeit auf den Punkt. Erwird z.B. Mieterschreiben beantworten,Reparaturaufträge auslösen, sich um dieSorgen und Wünsche der Reformer kümmern. Neue Herausforderungen nimmtder Fußballer sportlich, der in seiner Freizeit beim VfB Ottersleben spielt und dortauch den Kicker-Nachwuchs trainiert.Haseloff beim TapetenwechselHilfe bei MietschuldenDer Vorstand und die Mitarbeiter derGeschäftsstelle sind für auftretendeProbleme bei der Mietzahlung immeransprechbar. Auf die Möglichkeit vonRatenzahlungsvereinbarungen zumAbbau von Zahlungsrückständen habenwir bereits mehrfach hingewiesen.Sollte einem Mietschuldner die Zahlungseiner Rückstände nicht möglich sein,kann die Hilfe des Sozial- u. Wohnungsamtes in Anspruch genommen werden.Warten Sie nicht bis zur Zwangsvollstreckung oder Räumung! Bei Problemen wenden Sie sich bitte an das: Sozial- und Wohnungsamt/Abteilung Mietschuldnerberatung,39116 MagdeburgWilhelm-Höpfner-Ring 4Telefon: 03 91/5 40 34 08Im Brandfall Notruf 112 wählenIm Brandfall zählt jede Sekunde! DieRauchwarnmelder machen Sie frühzeitigauf eine drohende Gefahr aufmerksam.In diesem Augenblick zählt das richtigeund besonnene Verhalten.Bitte bewahren Sie RuheMinisterpräsident Reiner Haseloff (CDU) war beim Rundgang durchden denkmalgeschützten Reihenhausbestand und bei der Besichtigung einigerBaustellen voll des Lobes. Nachdem er am 10. April auch unser Museumshauseingehend besichtigt hatte, schrieb er in das Gästebuch: „Ein wunderschönesMuseum! Danke für die Bewahrung unserer Stadt- und Landesgeschichte.“ DasLob schließt auch die Bauarbeiten innerhalb des Sanierungsprogramms „Tapetenwechsel“ ein. Hat doch diese das Ziel, den alten Bestand fit zu machen für heutigeAnsprüche und das zu sozial sehr verträglichen Mieten. Dies überzeugte denRegierungschef offensichtlich, sich hinsichtlich weiterer Förderung durch dasLand optimistisch zu zeigen. Denn ohne Förderung von Land und Stadt könntedie GWG die große Aufgabe nicht stemmen.Ein Notruf rettet Menschenleben. Hierdie wichtigsten Informationen, die Siebei einem Anruf bei der Leitstelle derFeuerwehr geben sollten:Wer ruft an? Name, Adresse, Ruf-Nummer für RückfragenWo brennt es? Ort, Straße, HausnummerWas brennt? Wohnung, Reihenhaus,Geschäftsgebäude, Fahrzeug usw.Angaben zur Situation? Sind Menschenin Gefahr? Anzahl der Verletzten.Bitte warten Sie auf eventuelle Rückfragen des Leitstellen-Mitarbeiters.

10Geschäftsstelle11Rechtstipp zum Leben in ReformFoto oben: Werbeagentur HuK – Hummelt und KusserowZur Rechtlage bei Eigenleistungen und Umbauten der VormieterEigenleistungen der Nutzer:genehmigungspflichtig odernicht?So gut wie jeder kennt das Gefühl, seinHeim, sei es nun Eigentum oder zur Miete, nach seinen Vorstellungen erhalten,erneuern oder ändern zu wollen. Dagegenist zunächst nichts einzuwenden. Dennochsollten vor allem Nutzer in einer Genossenschaft nicht blindlinks nach ihrenVorstellungen zu bauen beginnen. Je nachSchwere und Größe der gedachten Arbeiten ist zwingend der Eigentümer umschriftliche Erlaubnis zu bitten. Darüberhinaus ist die Frage einer Wertsteigerungund einer Entschädigung zu klären. Nichtselten fallen Nutzer aus allen Wolken,wenn von ihnen spätestens beim Auszugverlangt wird, Einbauten zu entfernen oderUmbauten rückgängig zu machen.Grundsätzlich gilt: Was problemlos wiederrückgängig gemacht werden kann undnicht in die bauliche Substanz eingreift,darf der Nutzer verändern. Alles was darüber hinausgeht, kann nur mit der Genehmigung der Genossenschaft in Angriffgenommen werden.Mietereigenleistungenohne GenehmigungEigenleistungen, die ohne Genehmigungder Genossenschaft durchgeführt werdenkönnen, sind kleinere Renovierungsarbeiten. Unproblematisch sind Hängeböden,Einbauküchen, Hochbetten oder ähnlicheDinge, die man jederzeit wieder ausbauenkann. Von angegrauten Wänden über fahleTürrahmen bis zum Austausch eines altenTeppichs kann der Nutzer seine Wohnungfrei verschönern. Dabei kann der Nutzerdie Wandfarbe frei wählen, sollte sichaber im Klaren sein, dass beim Auszug dieWohnung farblich neutral zurückgegebenwerden muss.In punkto Fliesen sind insbesondere Fliesenlack und Bohrlöcher zu vermeiden, dadiese Schäden irreversibel sind und dahermeist die komplette Fliese oder sogar dieFliesenzeile ersetzt werden muss. Verklebte Teppichböden dürfen nicht ohne dieGenehmigung der Genossenschaft verlegtwerden. Wer die Dielen abschleifen oderLaminat verlegen will, sollte auf Nummersicher gehen und sich mit der Genossenschaft absprechen. Zudem trägt der Nutzerdie Kosten für alle kleineren Arbeiten.Grundsätzlich gelten diese Kriterien auchbei Bauten im Garten. Ein Gartenhausaus Holz oder Glas ohne gegossenes Fundament stellt kein Problem dar. Wer allerdings einen Pool plant oder ein Garten-/Holzhaus mit gegossenen Fundamentenerrichten möchte, muss sich die Zustimmung der Genossenschaft einholen und jenach Bauumfang ist sogar eine Baugenehmigung notwendig.Jede ohne Genehmigung erfolgte Mietereigenleistung muss der Nutzer nach Beendigung des Mietvertrages nach Aufforderungdes Vermieters zurückbauen.Mietereigenleistung mitGenehmigungFür alle anderen intensiveren Arbeiten, diebeispielsweise in die Bausubstanz eingreifen, ist generell die schriftliche Zustimmungder Genossenschaft einzuholen. Dazu zählen Fliesenarbeiten, der Einbau von Sanitäranlagen oder Etagenheizungen, der Einbauund Abriss von Trennwänden etc.Holt der Nutzer die Zustimmung derGenossenschaft nicht ein, kann diese denfachgerechten Rückbau sowie die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandesfordern. Daneben stellen Eingriffe in dieBausubstanz der Mietsache regelmäßigPflichtverletzungen des Mieters dar, dieder Vermieter mit Sanktionen wie Abmahnung oder sogar fristloser Kündigung ahnden kann und die zu Schadensersatzansprüchen gegenüber dem Nutzer führen.In einer gerichtlichen Entscheidung wurdedas Vorliegen eines Kündigungsgrundesbeispielsweise bejaht, da sich der Mietertrotz Abmahnung weigerte, eine Katzenklappe zurückzubauen. Ebenso erging eseinem Mieter, der gegen den Willen desVermieters seine Fenster modernisiert hatte. Selbst wenn der ausscheidende Mieter einen Nachmieter präsentiert, der dieWohnung im Ist-Zustand übernehmenwürde, braucht der Vermieter darauf nichteingehen und kann auf Rückbau bestehen,seine Entscheidung wäre auch dann nichtunbillig. Sämtliche anfallenden Kostenliegen häufig nicht nur in der Beseitigungder baulichen Änderung, sondern sämtlicher damit in Zusammenhang stehender„Spuren“, so dass oft schnell ein vierstelliger Betrag zusammenkommt, den nurder Nutzer zu tragen hat. Der Nutzer hatzwar ein Wegnahmerecht, er kann alsoseine eigenen Einbauten ausbauen undmitnehmen, aber in der Praxis kann erdamit häufig kaum etwas anfangen undmuss trotzdem die Spuren des Rückbausfachgerecht beseitigen.Zur Rechtssicherheit beider Vertragspartner sollte immer eine schriftliche Vereinbarung ins Auge gefasst werden. Einmündlich eingeholtes „Ja“ ist nie sicher,noch ist es sinnvoll. Mit einer vertraglichenVereinbarung sind sämtliche Rechte undPflichten zu benennen, der Inhalt, Umfangund die Kosten eines Umbaus zu beziffernund Regelungen zum Verbleib oder Rückbau bei Auszug zu treffen – bis hin zurLeistung einer Sicherheit zur Sicherstellung des Rückbaus. In einer erklärtenGenehmigung der Arbeiten durch die Genossenschaft liegt keine Zustimmung zumVerbleib der Ein- oder Umbauten beimAuszug. Je aufwendiger und wertvoller dieMaßnahmen, umso nötiger ist eine vertragliche Einigung über die eben genannten Punkte mit der Genossenschaft.Denn nicht zuletzt sind Lebensumständestets Änderungen unterworfen. Wer tausende Euro in seine Wohnung investiert,hat in der Regel vor, einige Jahre in dieserzu leben. Berufliche Wechsel, Familienzuwachs oder der Umzug zur großen Liebekönnen diese Pläne durchkreuzen und dieeben noch umgebaute Wohnung obsoletmachen, womit der Rückbau droht. Auchvorzeitigere Beendigungen von Nutzungsverträgen als geplant können damit zumGegenstand einer solchen Vereinbarunggemacht werden.Vom Grundsatz der Genehmigungsbedürftigkeit gibt es nur wenige Ausnahmen.Altersschwache, eingeschränkte oder körperlich behinderte Nutzer können einenAnspruch auf Zustimmung zu bestimmtenUmbauten haben. Sei es ein Haltegriffim Bad, Lichtschalter oder Briefkästen inGreifhöhe oder sogar ebenerdige Duschen.Zu beachten bleibt, dass auch hier trotzeines möglichen Anspruchs die Genehmigung der Genossenschaft einzuholen ist.Ein- und Umbauten derVornutzer/-MieterUnsicherheiten können auftreten, wennim Objekt bereits Um- oder Einbautenvorzufinden sind, die der Nachmieter gernübernehmen möchte und die Genossenschaft in diesem Fall nichts dagegen hat.In diesen Fällen kann die Genossenschaftverlangen, dass dann der Nachnutzer dieübernommenen Änderungen bei seinemAuszug entfernt. In einem Fall aus Berlinsollte eine Mieterin beim Auszug einenHängeboden ausbauen, der schon mehrereMietergenerationen überlebt hatte. Dieserwar nicht nur verschraubt, sondern auchverklebt und vernagelt, weshalb die komplette Decke erneuert werden musste. Dierückstandslose Entfernung wurde damitzu einer Heidenarbeit – umso ärgerlicher,als sie den Vor-Vor-Mietern zu verdankenwar.FazitInsgesamt können Eigenleistungen zurVerschönerung und Wertsteigerung derWohnung nicht nur für den umbauendenNutzer vorteilhaft sein. Wie in jedem Fallhängt der Verbleib oder der Rückbaudavon ab, dass beide Vertragsparteien imVorfeld miteinander sprechen und voneiner konstruktiven Basis ausgehend Regelungen treffen, die dem Nutzer gestatten,die Früchte seiner Arbeit zu genießen, alsauch der Genossenschaft ein fachgerechtesverschönertes oder modernisiertes Mietobjekt zurückzugeben. Da der Nutzer bei dergewünschten Eigenleistung die treibendeKraft ist, sind an ihn höhere Anforderungen zu stellen, so dass er im Zweifel stetsden Kontakt zu seiner Genossenschaft suchen muss, um sich nicht leichtfertig einem kostenträchtigen Rückbau, einer Abmahnung oder sogar einer Kündigungauszuliefern.Marion HannebohmRechtsanwältin Fachanwältin fürMiet- und Wohnungseigentumsrecht

Geschäftsstelle13Zuhause in REFORM –mehr als eine GenossenschaftFestlicher Empfang zum Jubiläum: 110 Jahre Gartenstadt Kolonie ReformFotos Veranstaltung: Andreas Lander12Mehr als 200 Gäste, darunterviele Genossenschaftsvertreter sowie langjährige Genossenschaftsmitglieder, folgtenam 14. Juni der Einladung ins „Maritim“Hotel anlässlich des 110-jährigen Jubiläums der GWG Gartenstadt-KolonieReform. Blumen vom Vorstand gab es fürden ältesten Gast: Gerda Giechau hat fastihr gesamtes 100-jähriges (!) Leben in derSiedlung verbracht.Zu den Gratulanten zum GWG-Jubiläumgehörten Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Ein Grußwort des Oberbürgermeisters überbrachte der Beigeordnete desDezernats für Stadtentwicklung, Bau undVerkehr, Dr. Dieter Scheidemann. Er dankte der GWG dafür, dass sie in Alt-Reformfür den Erhalt denkmalgeschützter Gebäude sorgt. Die Verbesserung der Wohn-qualität, differenzierte Wohnangebote undein nachbarschaftliches Gemeinschaftsgefühl, wie es sich die Genossenschaft seit ihrer Gründung auf die Fahnen geschriebenhat, seien auch heute wichtige Gesichtspunkte für die Stadtentwicklung. Andersals andere Städte habe Magdeburg keinProblem mit bezahlbarem Wohnraum,sagte Dr. Scheidemann: „Neun Wohnungsgenossenschaften und eine kommunaleWohnungsbaugesellschaft bedienen 40Prozent des Magdeburger Wohnungsbaubestandes. Das schafft eine Mietsituation, von der andere Städte nur träumen.“Damit würden Spekulationsgeschäfte imWohnungsmarkt verhindert.Auch der Landtagsabgeordnete AndreasSchumann betonte den „gesamtgesellschaftlichen Beitrag der GWG, sodass keine spekulative Blase am Immobilienmarktwie anderswo entsteht.“ Zu SchumannsWahlkreis gehört Reform. Mit der Gartenstadt könne er vor seinen Politikerkollegen „ein bisschen angeben“, freute sichder bisherige Stadtratsvorsitzende überdie Sanierungsfortschritte und besondersauf die für junge Menschen geschaffenenWohnangebote: „Das ist ganz im InteresseMagdeburgs, junge Leute an die Stadt zubinden.“Die neun Wohnungsgenossenschaften inMagdeburg geben fast 70.000 Menschenin der Landeshauptstadt ein Zuhause,rechnete Ronald Meißner vor, Direktor desVerbandes der WohnungsgenossenschaftenSachsen-Anhalt. Er erinnerte an den Gründungsgedanken der Gartenstadt-KolonieReform: „1909 ging es für die Gründerum bessere, sichere Wohnverhältnisse,um bezahlbaren Wohnraum“. Die GWG

1415Reform beim FirmenstaffellaufEin Stab, ein Team, ein ZielDank für Verdienste um die GenossenschaftDas Leitmotiv der GWG hatte Vorstandssprecher DetlefGissendorf zu Beginn der Veranstaltung genannt: „Zuhausein Reform – mehr als eine Genossenschaft.“ Er unterstrich:„Was dem Einzelnen hilft und der Gemeinschaft nützt, stehtfür uns im Mittelpunkt.“ Mit der Wiedergewinnung dergenossenschaftlichen Selbstbestimmung seit 1990 erfolgteeine Rückbesinnung auf Traditionen, sagte er, und dazumüsse man auch die Geschichten der Vorväter erzählen.Deshalb hat die GWG ein Kunstwerk in Auftrag gegeben:Die Skulpturen „Mythos“ und „Gartenstadt“ werden auf derGrünfläche vor dem Wohngebäude in der Regierungsstraßeaufgestellt (siehe Seite 42). Mit kleinformatigen Kopien derSkulptur „Mythos“ wurden zur Jubiläumsfeier drei Menschengeehrt, die sich besonders um die GWG verdient gemachthaben: Horst Bethge und Michael Sachsenweger schriebenund gestalteten die Chronik der Genossenschaft, die jedesMitglied zum 100-jährigen Jubiläum erhalten hatte. Sie wirdinzwischen von Michael Sachsenweger für die vergangenenzehn Jahre weitergeführt. Die dritte Skulptur überreichteDetlef Gissendorf dem Berliner Architekten Winfried Brenne. Als „Taut-Kenner“ hat er die GWG in den vergangenenJahrzehnten bei der denkmalgerechten Sanierung des Gebäudebestandes unterstützt und damit zur Wiederherstellung deräußeren Gebäudehüllen entscheidend beigetragen.Der Magdeburger Firmenstaffellauf soll die Wirtschaftspartner in der Region zusammen bringen und den Beteiligtendabei helfen, neue Kontakte zu knüpfen.Foto: Archiv Tönniessei in der Pflicht, diesen Anspruch jedes Jahr von neuemabzusichern. Die Genossenschaft müsse „zusammenhalten,um unseren Kindern und Enkeln dieses Gut spekulationsfreizu übergeben.“ Sie sei „für viele der Garant für Heimat undSicherheit.“Durchhalten und ankommen! Das war wieder die größteHerausforderung bei der diesjährigen Magdeburger Firmenstaffel am 27. Juni angesichts von drückender Hitze imElbauenpark. Die GWG-Männer Torsten Radtke, Tobias Tönnies, Gerald Reichel, Christian Müller und Markus Neitzelstellten sich der Herausforderung und bestritten als Team„Die Alt-Reformer“ Laufstrecke von fünfmal drei Kilometern.Alle unsere fünf Freizeitsportler kamen ins Ziel, die Gesamtlaufzeit betrug 1:

Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Gartenstadt-Kolonie Reform eG . städten wie München oder Hamburg. Un- ter Kommunalpolitikern bundesweit wird . in Publikation des Verlags Ost-Nordost Ausstellung „Reformstadt der Moderne“ – Ein Bericht