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UNTERRICHTSMATERIALIEN:„SCHUFA UND SCHUFA-FREIEKREDITE“Unterrichtsmaterialien für Multiplikatoren zur Stärkung vonVerbraucherkompetenzen bei neu zugewanderten Menschen

INHALT INHALTSVERZEICHNISEINLEITUNGHinweise zur HandreichungHinweise zum NutzungsrechtSCHUFA UND SCHUFA-FREIE KREDITEHintergrundinformationen zum ThemaZiele der UnterrichtseinheitHinweise zur Vorbereitung durch die LehrkraftUnterrichtsverlaufMaterialAUFGABE 1ZieleAblaufMaterialAUFGABE 2ZieleAblaufMaterialAUFGABE 3ZieleAblaufMaterialAUFGABE 4ZieleAblaufMaterialAUFGABE 5ZieleAblaufMaterialAUFGABE UNGSANGEBOTE423

4 EINLEITUNGEINLEITUNGDie vorliegenden Materialien sind im Zuge des Projektes„Get in! Fit für den Konsumalltag in Deutschland“ derVerbraucherzentrale NRW entstanden. Ziel der Unterrichtseinheiten ist die Stärkung und Erweiterung verbraucherrechtlicher Alltagskompetenzen neu zugewanderter Menschen.Denn etliche zugewanderte Menschen kommen ausGesellschaften, in denen sie kaum verbraucherrechtliche Kompetenzen aufbauen mussten und konnten. InDeutschland angekommen, werden sie dann aufgrundder veränderten Konsumwelt mit großen Herausforderungen konfrontiert.Um diesen Herausforderungen gewachsen zu sein undden Einstieg in unseren Konsumalltag meistern zu können, benötigen die Neuzugewanderten adäquate Informationen. Die nötigen Basisinformationen sind indiesen Unterrichtseinheiten zielgruppengerecht aufgearbeitet worden.Die Materialien stehen zum Download und zum Einsatzfür Multiplikatoren zur Verfügung:@www.verbraucherzentrale.nrw/get-inDie Handreichung beschreibt den Unterrichtsverlauf mitvielen Differenzierungsmöglichkeiten. Die Unterrichtseinheiten eignen sich zum Einsatz in Integrations- undOrientierungskursen, in Internationalen Förderklassenaber auch als eigenständige Unterrichtseinheiten in bestehenden Gruppen und als erweitertes Angebot in Maßnahmen.Die Unterrichtsinhalte und -materialien sind für denEinsatz bei neu zugewanderten Menschen konzipiertworden. Der Einsatz als niederschwelliges Angebot fürandere Zielgruppen verletzlicher Verbraucherinnen undVerbraucher ist denkbar. Denn die Sozialisation in unserGesellschaftssystem mündet nicht unbedingt im Aufbau solider Verbraucherkompetenzen. Didaktisch undmethodisch sind die Konzepte und Materialien für eineerweiterte Zielgruppe anpassbar.SCHUFA UND SCHUFA-FREIE KREDITE Bei der Verwendung der Konzepte und Unterrichtsmaterialien ist einerseits auf die Verbraucherzentrale NRWund andererseits auf die Förderung durch das MULNVhinzuweisen.SCHUFA UND SCHUFAFREIE KREDITEl Hinweise zur Handreichungl Hintergrundinformationen zum ThemaDie Handreichung umfasst die Ziele der Unterrichtseinheiten, bündelt die Aufgaben und Materialien, zeigtDifferenzierungsmöglichkeiten auf und bietet Informationen zum Thema. Die Beschreibung des Unterrichtsverlaufs befindet sich in den farbig unterlegten Kästen. AmEnde der Aufgaben sind die verwendeten Materialienzusammengestellt. Diese können in den angegebenenGrößen ausgedruckt und verwendet werden.In der Handreichung werden folgende Symbole verwendet:##[email protected] Thema Schufa kommt in der Integrationneu zugewanderter Menschen eine große Bedeutung zu. Der Übergang Neuzugewanderter von derGemeinschaftsunterkunft in die erste eigene Wohnunggestaltet sich – insbesondere in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt – sehr schwierig. Die neu zugewanderten Menschen erfahren in der Regel sehr früh,dass eine negative Schufa-Auskunft den Hoffnungsschimmer auf eine eigene Wohnung schwinden lässt.Aus diesem Grunde bekunden die Teilnehmenden inden Bildungsveranstaltungen starkes Interesse an demThema „Schufa“.iAufgaben für die weiterführende Informationenl Hinweise zum NutzungsrechtDie Handreichungen für Lehrkräfte und die Materialiendürfen für unterrichtliche Zwecke kopiert und genutztwerden. Die Texte dürfen in ihrem Wortlaut nicht verändert werden, um eine fachliche und rechtliche Veränderung zu vermeiden.Die Arbeitsblätter, Bildkarten, Kernbotschaften, Plakate,Memorys, Musterangebote und Handouts dürfen für Unterrichtszwecke genutzt werden.Aus dem Beratungsalltag der Verbraucherzentrale NRWwird berichtet, dass neu zugewanderte Menschen denLockangeboten unseriöser angeblicher Kreditvermittlerauf den Leim gehen. Bei dem Versuch einen Schufafreien Kredit zu beantragen, tappen sie in die Nachnahme-Falle. Sie erhalten z. B. per Post eine „nutzlose“ Prepaid-Kreditkarte, für die hohe Gebühren per Nachnahmefällig werden. Anstatt den erhofften Kredit zu erhalten,werden die betroffenen Menschen mit hohen Kosten belastet. In anderen Fällen sollen die Betroffenen bereitseine Vermittlungsgebühr bezahlen, obwohl es keinenerfolgreich vermittelten Kredit gibt.idie Menschen Leistungen gemäß dem Asylbewerberleistungsrecht. Haben die neu zugewanderten Menscheneine Arbeitserlaubnis erhalten und eine Tätigkeit aufgenommen, liegt ihr Durchschnittsgehalt bei weniger alszwei Drittel des Durchschnittsverdienstes in ich-weniger-als-der-durchschnitt id [email protected] Verbraucherinnen und Verbraucher mitniedrigem Einkommen werden gezielt in die Falle derunseriösen Kreditvermittlung gelockt. Neu zugewanderte Menschen werden oft auf die Bewerbung der Angebotebei Facebook 25Im Projekt „Die neuen Verbraucher“ wurden digitale Informationsangebote für Geflüchtete geprüft. Festgestellt wurde, dass digitale Angebote angenommen werden, die jungen geflüchteten Menschenjedoch über eine eingeschränkte digitale Mündigkeitverfügen. Sie nutzen das Internet selten für mehr als fürdie ihnen bekannten Plattformen Facebook und Whatsapp. Außerdem erkennen sie Werbung selten als solcheund unterscheiden sie nicht von neutralen ploads/2018/06/180620 iRights PraxisleitfadenScreen.pdfZugewanderte Menschen können in Deutschlandein Girokonto eröffnen. Ihnen steht ein Basiskonto zu. So können sie Ein- und Auszahlung tätigen,Lastschriften, Daueraufträge und Überweisungen tätigen sowie bargeldlos mit Karte bezahlen. Ein Dispositionskredit wird bei einem Basiskonto in der Regel nichteingeräumt.Neu zugewanderte Menschen benötigen Basisinformationen zum deutschen Kreditwesen. Wichtig ist, dass sieerkennen, dass Kredite praktisch nie ohne entsprechende Bonität vergeben [email protected] Teilnehmenden werden die folgenden Situationendurch das Erlernen von Terminologien und durch Übungen erläutert:Neu zugewanderte Menschen haben insbesondere inden ersten Jahren in Deutschland eher geringe Einkommensverhältnisse. Zu Beginn des Aufenthaltes beziehen Die Schufa sammelt Daten. Ich bekomme eine kostenlose Schufa-Auskunft. Vorsicht bei Kreditangeboten.l Ziele der Unterrichtseinheit5

6 SCHUFA UND SCHUFA-FREIE KREDITE1Die geplante Unterrichtseinheit ist für eine mindestens90-minütige Veranstaltung geplant. In der Unterrichtspraxis stellte sich heraus, dass der Zeitbedarf variiert.Insbesondere bei schwächeren und ungeübten Lerngruppen wurde die angesetzte Unterrichtszeit auf zwei Mal90 Minuten ausgeweitet. Die zeitliche Ausweitung solldem Anspruch Rechnung tragen, dass alle Basisinformationen an die Teilnehmenden vermittelt werden sollen.Abb. 0.2 Bildergeschichte 2 (2 Karten, Format: DIN A5)2Um den unterschiedlichen Vorkenntnissen gerecht zuwerden, bietet die Auswahl einzelner Aufgaben Differenzierungsmöglichkeiten. Zudem sind die heterogenenDeutschkenntnisse der Teilnehmenden zu beachten.Als Unterrichtsmaterialien werden Muster vonInternetseiten, Werbeangebote und AGB verwendet. Die Orientierung an Musterseiten und -angeboten erhöht die Alltagsrelevanz der Aufgaben. Im Unterricht verweist die Lehrkraft nachdrücklich darauf, dasses sich um Musterbeispiele handelt.iIm Unterrichtsverlauf werden mit den Teilnehmenden Kernbotschaften erarbeitet. Diese Kernbotschaften stellen Basisinformationen dar, die alleTeilnehmenden verstehen müssen, um das Unterrichtsziel zu erreichen. Sie präzisieren unsere Zielsetzung. DieiFoto: Adobe Stock/Bjoern Wylezich, Verbraucherzentrale NRW e.V.iEINSTIEG INS THEMADie Lehrkraft bringt die Protagonistin Maria insSpiel. „Sie erinnern sich doch noch an Maria. Maria möchte sich ein kleines Auto kaufen. (Bildergeschichte 1, Abb. 0.1). Maria hat aber nicht genugGeld. (Bildergeschichte 2, Abb. 0.2) Maria findetim Internet eine Werbeanzeige ‚Schufa-freie Sofortkredite‘ (Bildergeschichte 3, Abb. 0.3). Mariaüberlegt ‚Was ist eine Schufa?‘.“ Verbraucherzentrale NRW e.V.l UnterrichtsverlaufMaria möchte sichein kleines Auto kaufen.Maria hat nicht genug Geld. Verbraucherzentrale NRW e.V.Die Aufenthaltsdauer der Teilnehmenden inDeutschland bedingt zumeist die Vorkenntnissedes Themas „Schufa und Schufa-freie Kredite“. Die meisten Teilnehmenden kennen die Schufa bereits. Die Wohnungssuche in Deutschland konfrontiert die neu zugewanderten Menschen damit, dass Vermieter die Vorlageeiner Schufa-Auskunft voraussetzen. Einige Menschenhaben bereits erfahren, dass es negative Schufa-Einträge gibt und diese sich auf den Lebensalltag in Deutschland stark auswirken. Bei einigen Teilnehmenden isteine gewisse „Angst“ vor der Schufa zu spüren.Abb. 0.1 Bildergeschichte 1 (2 Karten, Format: DIN A5)Abb. 0.3 Bildergeschichte 3 (2 Karten, Format: DIN A5)3Maria findet im Interneteine Werbeanzeige„Schufa-freie Sofortkredite“. Verbraucherzentrale NRW e.V.iDie nachfolgenden Unterrichtsmaterialien sindfür den Einsatz in Gruppen mit geflüchteten undneu zugewanderten Menschen konzipiert. Sie stellenBasisinformationen dar, setzen bei den Informationenan, die den Neuzugewanderten aus ihren Herkunftsländern vertraut sind und weisen eine niedrige Progressionauf. Das Unterrichtsmodul „Schufa und Schufa-freie Kredite“ besteht aus sechs Aufgaben sowie einem Memoryund einem Quizspiel. Jede Aufgabe vermittelt eine Kernbotschaft rund um das Thema. Es ist möglich, nur einzelne Aufgaben zu verwenden.l MATERIALFoto: Adobe Stock/Andrei Kuchmiy, Verbraucherzentrale NRW e.V.l Hinweise zur Vorbereitung durchdie LehrkraftKernbotschaften werden explizit herausgearbeitet undim Laufe des Unterrichts an der Tafel fixiert. Im Unterrichtsverlauf kann zudem immer wieder auf bereits Gelerntes zurückgegriffen werden, indem den Teilnehmenden die Kernbotschaften, die bereits erarbeitet wurden,noch einmal ins Bewusstsein gerufen werden. Am Endedes Unterrichts dienen die Kernbotschaften als Hilfe zurfinalen Zusammenfassung der Bildungseinheit.Foto: iStock/Wavebreakmedia, Aobe Stock/Aarrttuurr, Konstantinos Moraiti, anson foto, Verbraucherzentrale NRW e.V. Ich kann unseriöse Kreditvermittler erkennen. Kreditkarte für alle – Kosten statt Geld. Kein Kredit ist kostenlos.SCHUFA UND SCHUFA-FREIE KREDITE 7

8 AUFGABE 1AUFGABE 1Kernbotschaft: Die Schufa sammelt Daten.l ZieleDie Teilnehmenden erfahren, dass die Schufa ein Wirtschaftsunternehmen ist. Die Teilnehmenden wissen,dass die Schufa Daten sammelt und an Vertragspartnerweitergibt. Die Teilnehmenden unterscheiden die Daten,die gesammelt werden. Die Teilnehmenden erfahren,welche Bedeutung die Schufa für ihren Alltag hat.l AblaufEINSTIEG INS THEMADie Lehrkraft berichtet, dass Maria sich fragt, waseine Schufa ist. Die Lehrkraft klärt das Vorwissender Teilnehmenden ab.IMPULSFRAGEN „Haben Sie das Wort ‚Schufa‘ schon einmalgehört?“ „Wissen Sie, was ‚Schufa‘ bedeutet?“IDEENSAMMLUNG UND ZUSAMMENFASSUNGDie Lehrkraft sammelt die Vorschläge der Teilnehmenden und unterstützt die Teilnehmenden indem sie erklärt: SCHUFA ist eine Abkürzung. DieAbkürzung steht für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Die Schufa ist eine Datensammelstelle.Die Lehrkraft hängt das Lernplakat (Abb. 1.1) andie Tafel und erklärt: Die Schufa sammelt Daten.Z.B. wenn Sie ein Konto eröffnen. Die Schufa gibtdie Daten an Vertragspartner weiter. Vertragspartner sind unter anderem Banken, Versicherungen,Kaufhäuser, Online-Versand-Unternehmen, Telekommunikationsunternehmen.Nicht alle Vertragspartner bekommen die gleichenInformationen. Vertragspartner A bekommen Auskünfte über „Positivmerkmale“ und „Negativmerk-AUFGABE 1 male“. B-Vertragspartner erhalten nur Auskünftezu „Negativmerkmalen“. „Positivmerkmale“ sindbeispielsweise Informationen zur Kontoeröffnung,zur Vergabe von Krediten und Kreditkarten. „Negativmerkmale“ sind Informationen beispielsweisezu nicht gezahlten Rechnung, zu Zahlungsschwierigkeiten, die bereits aufgetreten sind.HINWEISDie Schufa hat keine Informationen über Ihren Beruf, über Ihr Einkommen und über Ihr Vermögen.IDEENSAMMLUNG ZUR ABGABE DERSCHUFA-AUSKUNFTNur die Partner der Schufa bekommen die Informationen, bekommen Ihre Schufa-Auskunft.Manchmal sollen Sie Ihre Schufa weiterleiten.IMPULSFRAGEN „Wann brauchen Sie eine Schufa-Auskunft?“ „Haben Sie schon einmal eine Schufa-Auskunft weitergeleitet?“ „An wen haben Sie die Schufa-Auskunft weitergeleitet?“ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSEDie Lehrkraft sammelt die Ideen und kommt dannauf den Wohnungsmarkt zu sprechen: Sie erinnernsich bestimmt daran, dass Maria eine Wohnunggesucht hat. Maria hat verschiedene Wohnungsangebote gelesen. In den Angeboten stand „online Schufa-Auskunft anfordern“. Die Lehrkrafthängt ein Beispiels-Wohnungsangebot (Abb. 1.2)an die Tafel.Um einen Mietvertrag abzuschließen, möchte derVermieter eine Schufa-Auskunft. Der Vermieter erhält von der Schufa keine Informationen. Der Vermieter ist kein Partner der Schufa. Wenn Sie eineWohnung anmieten möchten, möchte der Vermieter in der Regel die Schufa-Auskunft sehen.HINWEISDie Schufa-Auskunft ist im Alltag sehr wichtig.Mit einer negativen Schufa bekommen Sie in derRegel unter anderem keine Wohnung, keinen Telekommunikationsvertrag, kein Bankkonto mit Ausnahme eines Basiskontos.PRÄSENTATION DER KERNBOTSCHAFTDie Lehrkraft fasst noch einmal zusammen undhängt die Kernbotschaft „Die Schufa sammelt Daten“ (Abb. 1.3) an die Tafel.i Die „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ wird Schufa abgekürzt. Die Schufa istein Wirtschaftsunternehmen, das selbst keine Daten erhebt, sondern diese sammelt.Die Schufa gibt die gesammelten Daten an ihre Vertragspartner weiter. Vertragspartner sind beispielsweise Banken, Bausparkassen, Versicherungen, Versandhandelsunternehmen, Kreditkarten- und Leasinggesellschaften,Kaufhäuser, Telekommunikationsunternehmen, Internetfirmen, Wohnungswirtschaftsunternehmen, Energieunternehmen und Inkassounternehmen.Die Schufa hat A- Vertragspartner und B-Vertragspartner.A-Vertragspartner erhalten Auskünfte zu sogenannten„Positiv-“ und „Negativmerkmalen“. B-Vertragspartnererhalten lediglich Positivmerkmale. Die Vertragspartnerihrerseits sind verpflichtet, Informationen zu den beiihnen geschlossenen Verträgen an die Schufa weiterzuleiten. So kommt die Schufa zu einem erheblichen Teilihrer Daten.Positivmerkmale werden immer gemeldet, damit die übrigen Vertragspartner – zum Beispiel Banken und Sparkassen – wissen, dass bereits Kredite vergeben wurdenoder ein P-Konto besteht. Ein sogenanntes P-Kontoschützt Kontoguthaben vor dem Zugriff von Gläubigern,so dass der Kontoinhaber innerhalb des geltenden Freibetrages weiter darüber verfügen kann. Bargeldabhebung, Überweisungen und Lastschriften sind möglich.Negativmerkmale geben Auskünfte dazu, ob bereitsZahlungsschwierigkeiten aufgetreten sind.Außerdem gibt es sogenannte F-Vertragspartner. Dassind Inkassounternehmen, die von der Schufa nur Adressdaten erhalten.Die Daten einzelner Kunden werden ausgewertet, daraus wird ein „Score“ errechnet; ein Prozentsatz zur prozentualen Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls. Jeniedriger der Wert ist, desto schlechter ist die [email protected] r-schufa-11102Die Schufa sammelt Daten zur Person (Name, Vorname,Geburtsdatum, jetzige und frühere Anschriften). Siespeichert Daten über Bankkonten, Mobilfunkkonten,Kreditkarten, Leasingverträge, Ratenzahlungsgeschäfte,Kredite und Bürgschaften. Zudem werden Laufzeiten derKredite, Zahlungsstörungen und Kündigungen gespeichert.Schufa-Einträge werden nach einer bestimmten Zeit wieder gelöscht. Zum Beispiel bleiben Kredite bis zum Endedes dritten Kalenderjahres nach dem Jahr der vollständigen Rückzahlung gespeichert.i Auf der Basis der gesammelten Daten werden dieKreditwürdigkeit und die Zahlungsfähigkeitbewertet. Banken, Mobilfunkhändler, Onlinehändleru.a. fragen die Auskunfteien an, um die Bonität einesKunden beurteilen zu kö[email protected] ngen-sie-auskunft-bei-schufa-co-12756.9

10 AUFGABE 1AUFGABE 1 l MaterialAbb. 1.3 Kernbotschaft 1 (Format: DIN A4)Abb. 1.1 Lernplakat Schufa (Format: DIN A3)Die Schufa sammelt Daten.Was ist die Schufa?32161253Grafik: iStock/FingerMedium, Verbraucherzentrale NRW 315408582726768048878872151197840 4 048 74034392347838 4 830 20 29840 4 002 448 7034392347838 4 830 22Die Schufa sammelt Daten.SchufaDie Schufa ist ein Wirtschaftsunternehmen.Die Schufa verdient mit unseren Daten Geld. Die Schufa gibt die Daten an Vertragspartner weiter.Vertragspartner Bbekommen nurAuskünfteüber Negativmerkmale.Gefördert durch:Grafik: iStock/FingerMedium, iStock/LreratSatichob, iStock/-VICTOR-, iStock/timurockVertragspartner Abekommen Auskünfteüber Positivmerkmaleund Negativmerkmale.AUFGABE 2Kernbotschaft: Ich bekomme eine kostenloseSchufa-Auskunft.l ZieleAbb. 1.2 Wohnungsangebot (Format: DIN A4)TRAUMwohnung.de470 2 Zi.52 m²Schöne 2-Zimmerwohnung in ruhiger LageGelbsplötter Weg 23 (zur Karte)50933 Köln, EhrenfeldUmzugskosten vergleichenFrau StolzBlumentalstr. 1350667 KölnAnbieter kontaktieren* KellerWohnungstypEtageWohnfläche ca.Bezugsfrei netEtagenwohnung1 von 352 m2soforterforderlichOnline SCHUFA-Auskunft anfordern211jaInternetgeschwindigkeit prüfenl n o. Genossenschaftsanteile470 mit lokalem Mietspiegel vergleichen 70 80 620 1.410 Mieten ohne KautionWohnungsangebotFoto: iStock/Prykhodov, Verbraucherzentrale NRW e.V.KaltmieteDie Teilnehmenden unterscheiden kostenlose undkostenpflichtige Auskünfte bei der Schufa. Die Teilnehmenden lernen, wie sie online eine kostenloseSchufa-Auskunft bestellen können. Die Teilnehmendenunterscheiden, welche Informationen eine kostenpflichtige und eine kostenlose Schufa-Auskunft enthalten.Die Teilnehmenden lernen, welche Informationen sie aneinen Vermieter weitergeben sollten.EINSTIEG INS THEMADie Lehrkraft wiederholt noch einmal: Die Schufaist ein Wirtschaftsunternehmen. Die Schufa verdient mit unseren Daten Geld. Die Schufa bietetunterschiedliche Selbst-Auskünfte an. Die SelbstAuskünfte „einmalig“ reichen von kostenlos bis zu29,95 Euro oder als Laufzeitangebot von 3,95 Eurobis zu 6,95 Euro monatlich zuzüglich 9,95 Euro Aktivierungsgebühr.ARBEIT IM PLENUMZUR SCHUFA-AUSKUNFTDie Lehrkraft berichtet, dass ich meine SchufaAuskunft online bestellen kann. Damit ich wirklicheine kostenlose Auskunft erhalte, muss ich folgende Schritte beachten. Die Lehrkraft hängt das erstePlakat (Abb. 2.1) an die Tafel.#IMPULSFRAGENHier sehen Sie die Seite „meineSchufa.de“. „Was muss ich tun?“ „Worauf muss ich klicken?“Die Lehrkraft markiert den entsprechenden Button der Website mit einem Mausklick-Symbol.Eine neue Seite öffnet sich. Die Lehrkraft hängtdas nächste Lernplakat (Abb. 2.2) an die Tafelund fordert die Teilnehmenden auf, den richtigenButton zu finden.Die Lehrkraft unterstützt die Teilnehmenden und platziert eine weitere MausklickKarte. Die Lehrkraft betont, dass eine Datenkopienach Art. 15 DS-GVO bestellt werden soll.Jetzt öffnet sich eine neue Seite und die Lehrkrafthängt das Lernplakat (Abb. 2.3) an die Tafel. Die11

12 AUFGABE 2Lehrkraft unterstützt die Teilnehmenden und platziert eine weitere Mausklick-Karte an die richtigeStelle.Die Lehrkraft berichtet, dass sich eine neue Seite öffnet und hängt das nächste Lernplakat (Abb.2.4) an die Tafel.Die Lehrkraft bespricht mit den Teilnehmendendas Formular und erklärt Begriffe, die nicht bekannt sind.IMPULSFRAGEN „Was bedeutet ‚frühere Namen‘?“ „Was bedeutet ‚zweiter Wohnsitz‘?“#DIFFERENZIERUNGSAUFGABEBEI INTERNETZUGANGBei Internetzugang und vorhandenem Beamerempfiehlt es sich, die Schritte online zu präsentieren. In diesem Falle kann auch der Upload-Vorgang der Dokumente gezeigt werden.#KLEINGRUPPENARBEIT FÜRMEDIENAFFINE LERNGRUPPENDie Teilnehmenden finden sich in Kleingruppenzusammen. Die Lehrkraft schreibt die Internetseite https://www.meineschufa.de/index.php andie Tafel. Die Teilnehmenden erhalten den Auftrag,eine „kostenlose Schufa-Auskunft“ zu bestellen.Die Teilnehmenden erhalten den Auftrag, sich zumelden, sobald sie das Bestellformular mit denpersönlichen Daten erreicht haben.ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSEDie Lehrkraft fasst noch einmal zusammen: DieSchufa ist ein Wirtschaftsunternehmen. Die Schufa sammelt unsere Daten. Die Schufa bietet „Auskünfte“ an. Eine Schufa-Selbstauskunft benötigeich zum Beispiel, wenn ich eine Wohnung mietenmöchte. Ich kann eine Datenkopie nach Artikel 15DS-GVO beantragen. Diese Datenkopie ist kostenlos. Die Datenkopie kann ich auch per Post bestellten. Die Lehrkraft verteilt die Musterbriefe der Verbraucherzentrale an die Teilnehmenden.Die Lehrkraft berichtet, dass eine kostenlose undeine kostenpflichtige Auskunft bei der Schufa unterschiedliche Informationen enthalten.AUFGABE 2 #KLEINGRUPPENARBEIT ZUR SCHUFAAUSKUNFT IN LERNSTARKEN GRUPPENDie Lehrkraft fordert die Teilnehmenden auf, Kleingruppen zu bilden. Jede Kleingruppe erhält die Datenkopie und den Bonitätscheck (2.5 und 2.6). DieTeilnehmenden sollen die Auskünfte vergleichenund die Unterschiede beschreiben.IMPULSFRAGEN „Welche Informationen stehen auf dem Bonitätscheck?“ „Welche Informationen stehen auf der Datenkopie?“ „Welche Informationen sind für den Vermieterwichtig?“IMPULSFRAGE „Sie suchen eine Wohnung. Der Vermietermöchte eine Schufa-Auskunft. Welche Informationen bekommt der Vermieter?“Die Lehrkraft sammelt die Ideen und fasst zusammen: Der Vermieter bekommt den Namen, dieAdresse, das Geburtsdatum und die „Vertragsinformationen“. Die Lehrkraft schreibt die Informationen an die Tafel.Die Lehrkraft verteilt die Datenkopie an die Teilnehmenden und forderte diese auf, die Informationen zusammenzufassen. Die Ideen werden imPlenum gesammelt. Die Lehrkraft unterstützt dieTeilnehmenden.ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSEDie Lehrkraft fasst zusammen, dass die kostenlose Datenkopie viele Informationen enthält, die derVermieter nicht braucht. Der kostenpflichtige Bonitätscheck enthält die Information „Es liegen ausschließlich positive Vertragsinformationen vor“.Die Datenkopie enthält den „Basisscore“. DieserScore kann theoretisch 100% sein. Liegt der Scoresehr hoch – hier 99,48 – sind meine Chancen füreine Wohnung voraussichtlich besser.Die Lehrkraft fasst zusammen: Informationen zumNamen, zur Adresse, zu einem Mietverhältnis, zueinem Kredit, zu einer Bürgschaft, Einrichtung eines Dauerkontos mit Kreditinanspruchnahme, Telekommunikations- und Kreditvertrag sowie zumBasisscore. Die Lehrkraft schreibt die Informationen neben den ersten Informationen an die Tafel,so dass die Teilnehmenden die Informationen vergleichen können.Die Lehrkraft berichtet, dass der Bonitätscheckkostenpflichtig ist. Die Datenkopie kostet keinGeld. Ich möchte die Datenübersicht zur Wohnungssuche verwenden.Die Lehrkraft berichtet, dass der Vermieter nur denNamen, die Anschrift und den Basisscore benötigt. Alle unnötigen Informationen könnten gestrichen werden.IMPULSFRAGE „Ich möchte nicht, dass der Vermieter persönliche Daten bekommt. Was kann ich tun?“HINWEISStreicht die/der Teilnehmende alle „unnötigenInformationen“ aus der Datenkopie, könnte derEindruck entstehen, dass die/der Teilnehmendeetwas „zu verbergen“ hat. Denn es müssten alleVertragsinformationen außer dem Basisscore geschwärzt werden. Aus diesem Grunde erhalten dieTeilnehmenden den Tipp, alle Vertragsnummernzu schwärzen.Die Lehrkraft sammelt die Ideen und bittet die Teilnehmenden in den Kleingruppen, alle Informationen zu schwärzen, die der Vermieter nicht bekommen soll. Die Lehrkraft verteilt schwarze Marker andie Kleingruppen und fordert die Teilnehmendenauf, die Vertragsnummern zu schwärzen.#KLEINGRUPPENARBEIT ZURSCHUFA-AUSKUNFT INLERNSCHWACHEN GRUPPENDie Lehrkraft verteilt den Bonitätscheck (Abb. 2.6)an die Teilnehmenden und fragt, welche Informationen der Vermieter bekommt.ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSEDie Lehrkraft fasst zusammen, dass es besser ist,dem Vermieter einen kostenpflichtigen Bonitätscheck vorzulegen. Denn dieser enthält alle Informationen, die ein Vermieter wissen muss, abernicht mehr.Wenn man eine Wohnung sucht, kann man aucheine Zeit lang bei der Schufa ein Abonnement fürmonatlich 3,95 Euro und 9,95 Euro Aktivierungsgebühr bestellen. Dann kann man jedem Vermieterjederzeit eine aktuelle Schufa-Auskunft vorlegen.Wenn man hierfür kein Geld hat, kann man einekostenlose Datenkopie zur Wohnungssuche nehmen.Die Lehrkraft zeigt an dem Arbeitsblatt (Abb. 2.5)auf die Informationen, die der Vermieter nicht bekommen soll und streicht die Vertragsnummernmit einem schwarzen Marker durch, so dass diesenicht mehr lesbar sind. Trotzdem erfährt der Vermieter über die Datenkopie mehr als nötig ist. Erweiß dann z. B., dass man bereits einen Kredit abzahlt oder dass man ein P-Konto hat. Das kann beider Wohnungssuche auch nachteilig sein.PRÄSENTATION DER KERNBOTSCHAFTDie Lehrkraft hängt die zweite Kernbotschaft „Ichbekomme eine kostenlose Schufa-Auskunft.“(Abb. 2.7) unter die erste.Auskunfteien geben Bewertungen der Zahlungsfähigkeit und Kreditwürdigkeit ab. Sind die Bewertungen nicht sehr gut, hat dies Auswirkungen aufdie gesellschaftliche Teilhabe als Konsument. Kreditewerden nur mit höheren Zinsen vergeben, Lieferungenerfolgen nicht auf Rechnung, sondern ausschließlich perNachnahme.iUm sich ein Bild über das eigene Profil in den Auskunfteien zu verschaffen, empfiehlt es sich, mindestens einmal im Jahr eine unentgeltliche Auskunft bei der Schufa/Creditreform u.a. einzuholen.Unrichtige Angaben müssen von den Auskunfteien korrigiert werden.Die kostenlose Auskunft können Sie formlos schriftlich,per Fax, E-Mail oder SMS sowie mündlich verlangen. Zurkostenlosen Auskunft können Sie einen Musterbrief efault/files/2018-05/Musterbrief Auskunftnach Art. 15 DSGVO.pdf13

14 AUFGABE 2AUFGABE 2 Abb. 2.1 Plakat meineSchufa.de 1 (Format: DIN A3) und Markierung mit Mausklick-Karte (Format: 5,2 x 7,4 cm)meineSCHUFA.demeineSCHUFA.deWir schaffen VertrauenWir schaffen VertrauenAnmeldenFinden Sie Ihr meineSCHUFAPaket - inkl. SCHUFA Pakete: 97,5%95% – 97,5%90% – 95%80% – 90%50% – 80% 50%sehr geringes Risikogeringes bis überschaubares Risikozufrieden stellendes bis erhöhtes Risikodeutlich erhöhtes bis hohes Risikosehr hohes Risikosehr kritisches RisikoJederzeit die bei derSCHUFA gespeichertenDaten im BlickmeineSCHUFA kompaktJetzt informieren & bestellenMehr Schutz vorIdentitä[email protected] der kostenlosen Auskunft bietet dieSchufa verschiedene kostenpflichtige Auskünftean. Um die „kostenlose Datenkopie“ online zu bestellen, bedarf es einer hohen Aufmerksamkeit. Immer wieder werden kostenpflichtige Extra-Auskünfte sowie Laufzeitvereinbarungen angeboten.RegistrierenuJederzeit die bei derSCHUFA gespeichertenDaten im BlickmeineSCHUFA kompaktMehr Schutz vorIdentitätsdiebstahlmeineSCHUFA plusJetzt informieren & bestellenJetzt informieren & bestellenhier klickenRundum Service mit dennützlichen ExtrasRundum Service mit dennützlichen ExtrasmeineSCHUFA PaketemeineSCHUFA premiummeineSCHUFA PaketemeineSCHUFA premiumin der ÜbersichtJetzt informieren & bestellenin der ÜbersichtJetzt informieren & bestellenOriginal SCHUFA-AuskunftSCHUFAAuskunftfürzur Weitergabez.B. an den VermieterMieter &VermieterSCHUFA-BonitätsAuskunftJetzt informieren & bestellenPrüfen Sie, welcher Firma Sievertrauen könnenJetzt informieren & bestellenDie SCHUFA-BonitätsAuskunft - das OriginalViele Vermieter verlangen von potenziellen Mietern eine SCHUFA-BonitätsAuskunft, um Aufschluss über deren Bonität zu erlangen.Das Zertifikat der SCHUFA ist bei Vermietern anerkannt und ist durch Sicherheitsmerkmale wie Hologrammstreifen und SCHUFA-Siegelmehrfach geschützt. Die SCHUFA-BonitätsAuskunft können Sie direkt über meineSCHUFA.de anfordern und dem Vermieter oder einemOriginal SCHUFA-AuskunftSCHUFAAuskunftfürzur Weitergabez.B. an den VermieterMieter &VermieterSCHUFA-BonitätsAuskunftJetzt informieren & bestellenPrüfen Sie, welcher Firma Sievertrauen könnenSCHUFA-UnternehmensAuskunftJetzt informieren & bestellenDie SCHUFA-BonitätsAuskunft - das OriginalViele Vermieter verlangen von potenziellen Mietern eine SCHUFA-BonitätsAuskunft, um Aufschluss über deren Bonität zu erlangen.Das Zertifikat der SCHUFA ist bei Vermietern anerkannt und ist durch Sicherheitsmerkmale wie Hologrammstreifen und SCHUFA-Siegelmehrfach geschützt. Die SCHUFA-BonitätsAuskunft können Sie direkt über meineSCHUFA.de anfordern und dem Vermieter oder einemNachbau Website meineschufa.de, Stand 20.12.2019Nachbau Website meineschufa.de, Stand 20.12.2019Abb. 2.2 Plakat meineSchufa.de 2 (Format: DIN A3) und Markierung mit Mausklick-Karte (Format: 5,2 x 7,4 cm)meineSCHUFA.deSERVICEmeineSCHUFA.deWir schaffen VertrauenHÄUFIGE neSCHUFA plusmeineSCHUFA premiumuDie SCHUFA-BonitätsAuskunft mit dem OriginalZertifikat der SC

meine Kreditsicherung. Die Schufa ist eine Daten-sammelstelle. Die Lehrkraft hängt das Lernplakat (Abb. 1.1) an die Tafel und erklärt: Die Schufa sammelt Daten. Z.B. wenn Sie ein Konto eröffnen. Die Schufa gibt die Daten an Vertragspartner weiter. Vertragspart-ner sind unter anderem Banken, Versicherungen,