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Nr.1/September 2010RACING4TIPPS FÜRADRENALINKICKSSebastianVettelerklärt, warumgewinnen dasGrößte istQualität zähltNutzen Siedas richtige Ölund schonenSie den MotorErik Zabelspricht überVergangenheit undZukunft imRadrennsportGAS GEBEN!Rennsport-Experten analysieren, wie sichForme 1 & Co. verändern werden.FOTO: NICO SCHNEIDERQUERSCHNITTSLÄHMUNGMUSS HEILBAR WERDEN.Ihre Spende ist entscheidend.www.wingsforlife.com

2 · SEPTEMBER 2010EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANETVORWORTDer Rennsport ist ein internationales Spektakel. Am Wochenende zieht es Millionen von Fans in seinen Bann. Ein Milliardengeschäft das von Perfektion undHightech geprägt ist. Der menschliche Aspekt bleibt zuweilen auf der Strecke.WIR EMPFEHLENBoxenstoppErleben Sieden Race amHockenheimring.SEITE 4-5Der Rennsport brauchtTypen mit CharismaNehmen wir dieFormel 1 alsdie Königsklasse des Motorsports. Die besten Automobilherstellerliefern uns Einblicke in die hohe Kunst der Fahrzeugtechnik.Hightech auf vier Rädern. Ferrari, Renault, Mercedes, BMW- Motorsport liefert Emotionen. Top-Fahrer wie Lewis Hamilton, Fernando Alonso oderunser Mann im Titelkampf Sebastian Vettel werden weltweitwie Popstars verehrt. Doch dieser Status hat seinen Preis. Disziplin, Ausdauer und Durchsetzungswille lassen bei den Piloten keinen Spielraum für außersportliche Extravaganzen.Die heutigen Top-Fahrer ordnen sich ganz dem Leistungsprinzip unter. Gut für den Sport- Schlecht für den Zuschauer?Wenn ich mich in der Ge-”Die besten Automobilherstellerliefern unsEinblicke indie hoheKunst derFahrzeugtechnik.”Hans-RobertKreutzPräsident desDeutschen Motorsport-Verbandesschichte des Rennsports zurück entsinne, kommen mirFahrer wie Ayrton Senna, Nigel Mansell oder Alain Prost inden Sinn. Piloten mit denen ichauch heute noch Emotionenverbinde. Sei es aufgrund derRivalität untereinander, selten so unterhaltsam gepflegtwie zwischen Senna und Prost,oder weil sich mir einzigartige Momente eingebrannt haben. Unvergessen wie, oft alstheatralisch verschriene, NigelMansell 1984 beim Grand Prixin Dallas kurz vor der Ziellinieseine Spritvorrat aufgebrauchthatte und liegenblieb. Verzweifelt versuchte der Brite seinenBolliden mit Hilfe seiner Muskelkraft in die Punkte zu retten, bis er schließlich entkräftet zusammenbrach. Denke ichan diese Zeit zurück sehe „echte Typen“ vor mir. Männer mitMacken und Fehlern. Heute istdafür in der hochprofessionel-len Welt des Motorsports keinPlatz mehr. Der Rennzirkusund seine Fahrer wirken zuweilen aalglatt und makellos. Ichaber mag das Unperfekte. DieSchwächen. Das unterscheidetden Menschen von der Maschine. Ich würde mir wünschen,dass der Motorsport wieder einen Schritt in diese Richtungmacht und in erster Linie einestransportiert: Leidenschaft.Davon lebt der Rennsport,dennEmotionen sind es schließlich,die Millionen Fans an den Wochenenden voller Spannung andie Rennstrecken und vor dieFernseher locken. Traut Euch,liebe Fahrer. Das ganze Drumherum kann sich von mir ausgerne hinten anstellen.“Ein Blick auf dieRennstrecke undunter die Karosse.”We make our readers succeed!RACING, 01. AUSGABESEPTEMBER 2010Print Director:Christian ZülligEditorial Manager:Franziska ManskeMünzstraße 15, 10178 BerlinBernhard-Nocht-Strasse 89-91,20359 Hamburgwww.mediaplanet.comVerantwortlich für den Inhalt dieser Ausgabe, Project Manager:Sebastian BenschTel: 49 30 88711 29 52Fax: 49 30 88711 29 37E-Mail:[email protected] Development:Bettina EiseleText: Tim Schäfer, Stefan KlotzLayout: Triin MetusaletVertriebspartner: Financial Times,am 24.09.2010Print: Verlagszentrum GmbH & CoKG, 58099 HagenDas Ziel von Mediaplanet ist, unseren Lesernqualitativ hochwertige redaktionelle Inhalte zu liefern und sie zum Handeln zu motivieren. Dadurchbieten wir unseren Inserenten eine Plattform, umKunden zu pflegen und neue zu [email protected]

4 · SEPTEMBER 2010EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANETTIPNEWSFrage: Wie kann ich meine Fähigkeiten als Rennfahrer testen?Antwort: Versuchen Sie es doch mal bei einer Private-RacingVeranstaltung wie den Public Racing Days am Hockenheimring!1RENNENFAHRENVon der Straße auf dieRennstreckeREPORT„Wahnsinn“, entfährt es demjungen Mann, der gerade seinen ersten Start-Ziel Sieg errungen hat. Etwas mehr alsvierhundert Meter mit demGaspedal am Anschlag reichten dem Hobbyrennfahrerzum vollkommenen Glück.Seinem Gegner scheint es,trotz deutlicher Niederlage,nicht anders. Auch er kannseine Begeisterung überdas Erlebte nicht verbergen: „Man wird in den Sitzgedrückt, bekommt einenTunnelblick und fühlt sichschlagartig wie ein richti-ger Rennfahrer. Das ist absolut großartig.“ Dabei tratendie beiden mutigen Männer nicht etwa in authentischen Rennwagen gegeneinander an, sondern lieferten sich das Duell mit ihrenPrivatautos - ein Golf GTI undeinem aufgemotzten OpelAstra. Private Racing nenntsich die Rennvariante dieaus den USA nach Deutschland herübergeschwappt ist.Seit James Deans legendärem Rennen in „Denn sie wissen nicht was sie tun“ giltes als die coolste aller Herausforderung, sich über dieDistanz einer Viertelmei-INSPIRATIONTIPPPush thepedal tothe metal!Ein unfallfreies Rennen istnur mit einem funktionierendem und Hand-in-Hand arbeitendem Team möglich.FOTO: REDBULL RACE /GETTY IMAGESle zu messen. Was früher alsAbwechslung zum gemütliche Cruisen unter amerikanischen Teenagern zwischen zwei Ampelanlagen –die Strecke entsprach jenerLänge - ausgetragen wurde,findet heutzutage zumeistauf stillgelegten Flugplätzenund alten Rennstrecken einZuhause. Hier treffen sichMotorsportverrückte, umim Rahmen großangelegterWettkämpfe die schnellsten, schönsten und extravagantesten Bolliden zu krönen. Private-Racer nennensich die Teilnehmer dieserwachsenden Rennsport-szene, die seit den 50er Jahren existiert. Mehrere zehntausende Besucher habenRennsport-Events dieser Artzu verzeichnen. In Deutschland gelten die Public-RaceDays auf dem Hockenheimring als eine der größten Privatrennveranstaltungen. Zuletzt trafen sich Anfang August Rennsportbegeisterteaus allen Ecken des Landes,um sich auf Deutschlandsschönster Rennstrecke imbesagten Sprint-Racing zumessen. Gute Reaktionenund das richtige Timing amSchalthebel entscheiden indieser Disziplin über Siegoder Niederlage. Wer sichnicht zu Beginn gleich mitden Profis der Szene messen möchte, hat an solchenWochenenden oftmals dieMöglichkeit in öffentlichenWettkämpfen gegen andere interessierte Neulingeerste Erfahrungen zu sammeln. Aber Vorsicht! Am Ende könnte einen der PrivateRacing- Virus befallen. Unsere beiden Nachwuchsfahrerkonnten jedenfalls gar nichtmehr aufhören zu grinsen.TIM SCHÄ[email protected]

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANETSEPTEMBER 2010 · 5BOXENSTOPPWie viel Rennwagensteckt in meinemAuto? EinBlick unter dieKarosserie.Benzin Direkteinspritzung – 1952 führte Mercedes-Benz die Direkteinspritzung in den Rennsport ein.Dasversprach mehr Dynamik,Leistung und bis zu 30 % weniger Spritverbrauch. Der Mercedes 300 SL war einer der bekanntesten Vertreter. Mit demMitsubishi Carisma GDI folgte1997 der erste Großserieneinsatz.ABS – Ein Abkömmlingdes Rennsports? Nein.ABS wurde 1920 für die Luftfahrt konzipiert. Erst 1936 patentierte die Firma Bosch dasSystem. Zur markttauglichenProduktion kam es 1978. DieMercedes S-Klasse war der erste Nutznießer des Anti-Blockier-Systems.KURVENLAGERennsport ist nicht ungefährlich - aber auchnie langweiligFOTO: NICO SCHNEIDERLeichtbauweise – „Monocoque“ heißt der Karbonkäfig, in dem Formel 1-Fahrersitzen. Bestmöglicher Schutzbei minimalem Gewicht. Bisheute verhindern zu hohe Materialkosten den Serieneinsatz.Im Schatten steigender Spritpreise plant BMW für seinElektroauto-Konzept „Megacity Vehicle“ Stahl- und Aluminiumkomponenten durch Karbon zu ersetzten. Produktionsstart: 2015 in Leipzig.ANZEIGEACTION TRACK DAYSPOWER, SPASS & ADRENALIN5% Rabattsbei Buchung bi31.12.2010wortunter dem Stich„FTD 2010“!Warm up im Subaru WRC:Entdecken Sie mit 300 PS die Ideallinie.Pit-Stop: Reifenwechsel unterWettkampfbedingungen.Der Porsche ruft: Erleben Sie die geballtePower der Stuttgarter Sportwagen-Ikonen.History erleben:Eine spannende Ortsbegehung.ERLEBEN SIE DIE VERSCHIEDENSTEN FACETTEN DES MOTORSPORTS IN EINEMGANZTAGES-FULL-SERVICE-PROGRAMM, DAS KEINE WÜNSCHE OFFEN LÄSST:Slalomcup: Im Rallye Junior Car.Drifttraining: Quer ist mehr – mitnamhaften Könnern aus der Szene.Renntaxi: An der Seite eines GTChampions den Porsche GT3 erleben.DTM Show-Truck mit Fahrzeug:Erleben Sie den Flair des Rennzirkus.Infos unter:Tel.: 06205 950-183 [email protected]

6 · SEPTEMBER 2010EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANETINSPIRATIONMOTORENÖLIST EIN KONSTRUKTIONSELEMENTHerr Wallek, welchenNutzen hat ein normaler Verkehrsteilnehmervon einem Motorenöl,das sich in der Formel 1bewährt hat? Die Fahrsituation ist doch einevöllig andere.Das ist zwar richtig, aber nurauf den ersten Blick. Dennähnlich wie beim Blutbildkönnen Experten im „Ölbild“Rückschlüsse ziehen,wie gesund der Motor ist und wiesich der Schmierstoff verhalten hat: Beispielsweise,ob der Schmierfilm auch beiMichaelWallekLeiter Autoschmierstoffgeschäft beiExxonMobilCentralEurope Holding GmbHDauerbelastungen im Hochtemperaturbereich gehaltenhat.O Was bedeutet das fürden Alltag?Von der Formel 1 auf die Straße übertragen ergibt sich dieFrage, ob der Motor auch imStau am Berg unter extremen Sommertemperaturenausreichend gekühlt bleibt.O Welche Anforderungensollte ein modernes Produkt außerdem erfüllen?Ein Ingenieur eines Stuttgarter Autoherstellers hateinmal exakt 100 Aufgaben postuliert, die ein guterSchmierstoff erfüllen muss.Die Rolle des Schmierstoffswird von der großen Mehrheit der Autofahrer unterschätzt. Nicht umsonst sagen unsere Techniker, dassLEWIS HAMILTON GEWANN2008 DIE WELTMEISTERSCHAFT, JETZT STEHEN SIE AN DER STARTLINIE:Zu verlosen gibt es 5 x 1 Unikat, welches seines Gleichensucht, ein Acrylblock mit einem Tropfen des Orginal-Öls desWeltmeisterwagen von 2008.Wie viel Ltr Motorenöl würden real in die überdimensionale Mobil1-Dose am Hockenheimring, passen?ABC100.000 Liter300.000 Liter oderÜber 400.000 LiterSenden Sie die richtige Antwort mit dem Betreff Mobil1 [email protected] Einsendeschluss ist der25.Oktober 2010.jedes Auto ein Leben langmit jedem Öl fährt, die Frageaber ist, wie lang dieses Motorenleben währt.O Wovon ist das abhängig?Wenn sich beispielsweise einÖl bei niedrigen Temperaturen verhält wie Honig imKühlschrank,kommt es beimStart nicht schnell genug andie Reibungspunkte und esentsteht Riefenbildung. DieFolgen machen sich meistens nicht gleich bemerkbar,sondern werden oft erst später als Verschleiß diagnostiziert. Dieser Verschleiß mussaber nicht sein, denn ein gutes Motorenöl verhindertschädliche Ablagerungenund Riefenbildung.O Wird die Qualität einesSchmierstoffs angesichtsder Motorenentwicklungenimmer wichtiger?Ja. Die Aggregate werdenkleiner, die Leistung wächst,die Fahrbedingungen sinderschwert und die Eintragungen der gesetzlich vorgeschriebenen Biokomponenten im Kraftstoff verlangenden Schmierstoffen bei verlängerten Ölwechselintervallen viel ab.O Was können sie unseren Leser in Bezug auf denUmgang mit Motorenöl mitauf den Weg geben?Motorenöl ist ein Konstruktionselement und kann alssolches darüber entscheiden, wann das Fahrzeug zumTanken die Box anfahrenmuss. Man sollte also diesbezüglich nicht am falschenEnde sparen.TIM t.com

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANETSEPTEMBER 2010 · 7TIP2AUF QUALITÄTSETZENWAS MUSSEIN GUTESMOTORENÖLKÖNNEN?Kraftstoff sparenMobil 1 ist ein Leichtlauföl und reduziert dadurch den Reibungswiderstand. Weniger Energie wirdgebraucht und somit Kraftstoff gespart.Im Rennsport istdas entscheidend für Gewichtund Rundenzahl pro Tankfüllung.Vor VerschleißschützenBei niedrigen Temperaturen ist Öl tendenziellso zäh wie Honig im Kühlschrank und kommt nichtschnell genug an die Schmierstellen, so dass Metallteile aneinander reiben. Bei hohenTemperaturen wird Öl tendenziell dünn wie Wasser undkann keine Schmierfunktionmehr ausüben. Das bedeutetin der Formel 1 sehr schnell einen Kolbenfresser.Mobil 1 bietet unter allen Temperaturbedingungen einen sicherenSchmierfilm,der vor Metallabrieb und r ein Motorenölklassifiziert wird, musses herausfordernde Tests bestehen. Viele Öle schaffen siegerade ausreichend, aber Mobil 1 ist darauf ausgelegt, einVielfaches der zeitlichen oderkilometermäßigen Vorgabenzu absolvieren. Dadurch kannsich sowohl ein Rennteam alsauch der Autofahrer auf einehohe Sicherheitsreserve verlassen.Die Umwelt schonenWAHRZEICHEN DES HOCKENHEIMRING·1987 errichtet·15m hoch·7m breit·fasst ein Volumen von420m³FOTO: EXXONMOBIL CENTRAL EUROPEMobil 1 trägt in zweifacher Hinsicht dazu bei,dass die Umwelt beim Autofahren weniger belastet wird:Durch seine Leichtlaufeigenschaft wird weniger Kraftstoffverbrannt und Kraftstoff, dernicht verbrannt wird, erzeugtkein CO2 oder andere Schadstoffe. Außerdem können angesichts der hohen Qualitätsreserve die seitens der Hersteller verlängerten Ölwechselintervalle eingehalten werden.Das reduziert den Altölanfall.TIM SCHÄ[email protected]

8 · SEPTEMBER 2010EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANETTIPINSPIRATIONFrage: Herr Vettel, inwieweit spielt für Sie Glück im Rennsport eine Rolle?Antwort: Ein Risiko fährt immer mit, deshalb ist unverletzt nach jederFahrt auszusteigen, für mich immer auch mit Glück verbunden.3VOM PROFIINSPIRIERENLASSENOhne Glück kein TitelINTERVIEWO Welche Eigenschaftenmuss ein junger Rennfahrerbesitzen um es in die Formel 1zu schaffen?Das ist ein langer Weg und nurwenige Talente schaffen es ineines der 24 Cockpits. Ich denke,es ist wichtig, zur richtigen Zeitam richtigen Ort zu sein, manmuss sich treu bleiben, seineneigenen Weg finden. Mit demnötigen Ehrgeiz, dem Glaubenan sich selbst, dem Ziel vor Augen und Spaß an der Sache kannman es schaffen.O Ist der Weg in die Königsklasse planbar?In gewisser Weise ja, denn esgibt bestimmte Kategorien, dieman durchlaufen muss odersollte. Trotzdem geht jeder seinen eigenen Weg und ob manin der F1 ankommt oder nicht,hängt von vielen Dingen ab,manche schaffen es direkt,manche über Umwege. Was am Endezählt, ist einen Platz im Cockpitzu haben.Sebastian Vettel: Das umgekehrte Bild bietet sich in dieser Saison, die von Rückschlägen gekennzeichnet ist. Wiegehen Sie damit um?O 2007 fuhren Sie in ihremersten Rennen als jüngster Fahrer der Formel 1-Geschichte in die Punkteränge.Drei Monate später der ersteGrand Prix-Sieg. In welcherErinnerung sind Ihnen dieseMomente geblieben?Es gibt immer Ups und Downs,wichtig ist, dass man nach einem Tief wieder aufsteht, weiteran sich selbst glaubt. In der Formel 1 ist man auch auf sein Auto und sein Team angewiesen,ohne geht es nicht. Es gehört alles dazu, es muss alles passen.Schon in jungen Jahren lerntman, dass im Motorsport auchdie Technik einem Fahrer einenStreich spielen kann - wichtigist, richtig damit umzugehen Beides sind Dinge, die man nievergessen wird, das erste Rennen war unheimlich schwer fürmich, ich wurde ins kalte Wasser geworfen, ohne viel Vorbereitung und Training. Ich wardementsprechend körperlicham Ende nach dem Rennen,aber man lernt dazu! Der ersteSieg war fantastisch. Die Emotionen, der Gefühlsausbruchbei mir selbst und bei der ganzen Mannschaft, sind Dinge, dieman niemals vergessen wird.INSPIRATIONTIPPKONZENTRATION!Sebastian Vettel weiß, dass einenRennen ohne „volle Konzentration“ein verlorenes Rennen ist.FOTO: REDBULL RACE / GETTY IMAGES”Wasam Endezählt, isteinenPlatz imCockpitzu haben.”Sebastian VettelDeutscheHoffnung derFormel 1O Michael Schumacher sagt,dass verkorkste Situationenerst nerven, wenn vermeidliche Experten ihren Senf dazuabgeben. Ist dieser Punkt beiIhnen schon erreicht?Ich glaube, nicht nur in der Formel 1 ist es Gang und Gebe, dassLeute zunächst in den Himmelgejubelt werden, um sie dannbei der ersten Möglichkeit wieder abzusägen. Wichtig ist, dassman nicht anfängt zu frieren,wenn sie einen sehr früh hochauf ein Podium stellen. Und genauso wichtig ist, nicht zu frieren, wenn sie dich tief in der Erde einbuddeln.O Wie hoch schätzen Sie ihreChancen ein, am Ende der Saison 2010 ganz oben auf demTreppchen zu stehen?Es sah schon mal besser aus,trotzdem haben wir noch viele Rennen vor uns und es sindnoch viele Punkte zu vergeben.Wichtig ist, das wir uns Schrittfür Schritt auf jedes Rennenkonzentrieren.Herr Vettel, vielen Dank fürdas GesprächTIM SCHÄ[email protected]

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANETSEPTEMBER 2010 · 9DER RICHTIGEHELM100% IM COCKPITGanz oder gar nicht! Vettel: „Ich bin nur zufrieden,wenn ich ganz vorne bin.“FOTO: REDBULL RACE /GETTY IMAGES“GO HARD OR GO HOME!”Motorsport ist Christina Surers größte Leidenschaft.AlsRennfahrerin und Moderatorin live dabei.FOTO: PIRELLIO Größe und Passform:Der Helm darf nicht wackeln und nicht drücken.Steck- oder Rasterverschluss beim Helmgurt? Geschmackssache.Unter den geschlossenenGurt sollte noch ein Fingerpassen.O Lüftungsschlitze: Fürheiße Tage und für sportliche Fahrer empfehlen sichgut belüftete Helme. Genuss und Kurzstreckenfahrer können darauf verzichten.O Das Gewicht einesHelms ist heute nicht mehrkaufentscheidend. Fast alle modernen Fahrradhelmeliegen unter 300 Gramm.O Eine Bedienungsanleitung vom Hersteller istwichtig. Vor dem Kauf sollteüberprüft werden,ob die Anleitung gut verständlich ist.O Qualität: Bei der Auswahl auf das GS-Zeichen(Geprüfte Sicherheit) unddas TÜV-Oktagon achten.O Sicherheit: Das Konstruktionsprinzip eines Fahrradhelms ist für einen einzigen schweren Aufprallausgelegt. Danach muss derHelm ausgemustert werden.O Preis: Ein guter Helmmuss nicht teuer sein. Lautaktuellen ADAC-Test konnten Modelle für 20 Euroüberzeugen.

10 · SEPTEMBER 2010EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANETPERSÖNLICHER EINBLICKSchmerzen und Glück sind beimRasrennsport eng verbundenTour deFranceO Frage: Herr Zabel, vermissen Sie eigentlich dieStrapazen einer Tour deFrance?O Antwort: (lacht) Nein,auf gar keinen Fall. DieseQualen muss ich mir nichtmehr antun.Die Tour de France, auchGrande Boucle – französisch für Große Schleife– oder einfach Le Tour genannt, ist das berühmteste und für die Fahrer bedeutendste Radrennender Welt. Seit 1903 wird siealljährlich während dreier Wochen im Juli ausgetragen und führt dabei in wechselnder Streckenführung quer durchFrankreich und das naheAusland.Nur während des ErstenWeltkriegs fiel die Tourzwischen 1915 und 1918aus, der Zweite Weltkriegbedingte eine Unterbrechung von 1940 bis 1946.Das Rennen wird von derAmaury Sport Organisation (ASO) veranstaltet. DieTour gilt nach der FußballWeltmeisterschaft undden Olympischen Spielenals drittgrößtes Sportereignis der Welt.Erik Zabel ist seit seinemzehnten Lebensjahr mitdem Radrennsport verbunden. Bis zu seinem Rücktrittvom Profisport im Oktober2008 hat der gebürtige Berliner mehr als 200 Einzelsiege gefeiert. Der Toursiegwar nicht dabei. „Die Frage hat sich bei mir gar nichtgestellt: Ich bin aber auchohne diesen in den letzten14 Jahren immer in privilegierter Position gefahren,als Kapitän oder Co-Kapitän – das macht es leichter,diesen Makel zu verkraften“, gibt Zabel augenzwinkernd zu verstehen. Vierzehn Tour-Teilnahmen mitzwölf Etappensiegen lassen keinen Raum zum Bedauern. Vielmehr sprechensie für das Ausnahmetalentdes Mannes mit der windschnittigen Frisur, der mitsiebzehn Jahren in der Nationalmannschaft der ehemaligen DDR seine erstenErfolge feierte. Nach diesenMeistertiteln und einemerfolgreichen Übergang inden gesamtdeutschen Ama-EHEMALIGER DEUTSCHERPROFI-RADRENNFAHRER.Bis zum heutigen Tage ist erder erfolgreichste deutscheRadrennfahrer. Bis zum heutigen Tage ist er der erfolgreichste deutsche Radrennfahrer.PHOTO: NAME SURNAMEteursportapparat gelang Zabel 1993 der Sprung in denProfibereich. Als Fahrer desneugegründeten Team Telekom prägte er zusammenmit Jan Ullrich den deutschen Radsport der vergangenen Jahre. Unvergessensein sechsfacher Seriensiegals bester Sprinter der Tourde France in den Jahren 1996– 2001. „Die schwierigen Momente, in denen man sichquälen muss, werden in jedem Fall von den Glücksmomenten, die man bei derTour hat, man jeden Tag soviel erlebt, so viele Zuschauer, so viele spannende Momente – mehr als ausgeglichen.“ Heute macht sich der40jährige abseits der Rennstrecke vor allem um dietechnischen Aspekte seinerSportart Gedanken.„Ich den letzten 25 JahrenFACTSWerdegang (Auszug)O 1970 – geboren in Ost-BerlinO 1987 – Erster Erfolg: Dritterder Junioren Weltmeisterschaften im Bahn-ViererO 1989 – DDR-Meister in derMannschaftsverfolgungO 1992 – Vierter bei den Olympischen Spielen in BarcelonaO 1993 – Wechsel vom Amateur ins ProfilagerO 1994 - erster internationalerEtappensieg bei Paris-ToursO 1995 – zwei Etappensiegebei der Tour de FranceO 1996 – 2001 sechsmal inFolge Gewinn des Grünen Trikots als bester Sprinter der Tourde FranceO 2004 – WeltmeisterschaftsZweiterO 2007 – Karrieretiefpunkt. Dopingmissbrauch bei der Tour deFrance 1996O 2008 – Ende der aktiven KarriereO Der gebürtige Berliner lebtmit seiner Familie in Unna, Nordrhein-Westfalen.hat eine enorme Entwicklung stattgefunden. Zu derZeit, als ich mit dem Radsport begann, haben sichRennräder in der Geometrie und Herstellungsweise kaum von den Rädernaus den 1940er Jahren unterschieden. Stahlräder miteiner Uralttechnik. Erst inden 1980ern erhielten neueWerkstoffe Einzug in dieRadsportproduktion. „Heute erreicht das praktisch vonJahr zu Jahr eine neue Entwicklungsstufe.“ Die Augendes ehemaligen Sportlersfangen an zu glänzen, gehtes um aktuelle Themen wieAerodynamik - „ein Thema,das im Radsport lange brachlag“ - modernste Bremstechnik oder die Frage nachdem Komfort auf einemHightech Fahrrad. So ganzkann der Privatmann denRennsportler Zabel scheinbar doch nicht vergessen. Indie heutige Fahrergeneration hat er jedenfalls vollstesVertrauen: „Da sind genügend Rennfahrer dabei, dieüber die rein sportliche Leistung hinaus auch für den einen oder anderen Schmunzler neben der Rennstreckesorgen. Da muss man sichum interessante Typen garkeine Sorgen machen.“TIM SCHÄ[email protected] im RadsportTopleistungen im Radrennsport erfordernhochwertige Technik.Der Einsatz von Hightech-Materialen kannüber Sieg und Niederlage entscheiden.Während professionelleRennsportler mithilfe feinster Messtechnik jeden biomechanischen Ablauf ihres Körpers analysieren, um aus denWerten die besten Erkenntnisse für ihre Trainingsarbeitzu ziehen, ist es Aufgabe derKonstrukteure, die passendenVehikel zur Umsetzung dermaximalen Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Hierbei bedient sich die Technische Abteilung modernster Verfahrenund Materialen. Karbon, ursprünglich ein Werkstoff ausder Luftfahrt,gehört heutzutage zum Standard im Profirennsport. Ein extrem leichtes undstabiles Material, das für denRahmenbau verwendet wird.Je nach Einsatzgebiet werdendie Rahmen individuell an denFahrer und seine Bedürfnisse angepasst. Ist Ausdauerleistung gefragt, stehen eher dieAerodynamik und der Fahrkomfort im Vordergrund, beimSprint wiederum darf der Rahmen kaum Angriffsfläche fürden Fahrtwind bieten. Auchdie Bremstechnik weiß mitstetiger Verbesserung zu überzeugen.Aktuelles Beispiel: DieSchaltbremstechnik. NeuesteEntwicklungen gehen in Richtung elektronische und sogenannte Scheibenbremssysteme. Ein weiteres Highlight derRennsportindustrie, das auchim Freizeitbereich seine Anwendung findet: Fahrradreifen mit Bannschutzgürtel.Waskann man sich darunter vorstellen? Wenn die Fahrer mit19 mm dünnen profillosen Rei-fen mit bis zu 90km/h die Berge hinunterstürzen, brauchtes widerstandsfähiges Material. Hierfür wurden Schläucheentwickelt,welche die Aufprallenergie,beispielsweise von einen Stein oder Nagel, fast vollständig absorbieren können.Platte Reifen werden verhindert, schwere Stürze vermieden. Ein Umstand, der zwarkeine Siege,aber zumindest einen unversehrten Zieleinlaufgarantiert. Hightech sei Dank.STEFAN [email protected] Tour 2011Die Tour de France 2011 istdie 98. Austragung. Sie beginnt am 2. Juli 2011 aufder Île de Noirmoutier undwird am 24. Juli 2011 traditionsgemäß auf der Avenue des Champs-Élyséesin Paris enden.Wie zuletzt2008 wird die Rundfahrtnicht mit einem Zeitfahren, sondern mit einer regulären Etappe beginnen.Unmittelbar nach demStart wird dabei die Passage du Gois passiert.Im Ziel,auf dem Mont des Alouettes, wird im Anschluss derEtappe die Präsentationder teilnehmenden Mannschaften stattfinden. Einen Tag später folgt einMannschaftszeitfahren.Die diesjährige Zeitfahrstrecke zwischen Fromentine nach Noirmoutier-enl’Île sollte Radsportfansnoch in besonderer Erinnerung sein. 2005 konnteLance Armstrong den eine Minute vor ihm gestarteten Jan Ullrich auf den19 Kilometern überholenund seinen siebten Tour–Triumph sichern.

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANETINSPIRATIONUnglaublich, wenn der eigeneNachwuchs bei seiner erstenRunde auf der Kartbahn denBahnrekord bricht.Doch bevordie Emotionen der Eltern allzu hochkochen, betätigen wirdie Realitätsbremse. Geradebei Motorsport-Anfängern istes wichtig, mit Spaß und spielerischer Umsetzung die individuellen Fähigkeiten zu fördern.Folgt im späteren Verlaufdie Fokussierung von Training,Schule und Wettbewerb, kommen Disziplin,und Zielstrebig-keit früh genug ins Spiel. „Solles was werden mit der Rennsportkarriere, dann müssendie Jugendlichen für den Erfolgauch in Kauf nehmen, dass sieFreunde und Freizeit größtenteils hinten anstellen müssen”,weiß Lars Soutschka, Sprecherder ADAC Motorsport-Abteilung. Sein Verband fungiertmit der hausinternen StiftungSport als Bindeglied zwischenNachwuchs- und Profibereich.Auch Sebastian Vettel, amtierender Formel 1-Vizeweltmeister, zählt zu den Geförderten.ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk ist stolz aufVettels Erfolg, blickt in Zeitenglobaler Vernetzung aber übernationale Ländergrenzen hinaus.„Für mich zählen gleichermaßen internationale Rennfahrer, wie Valentino Rossi imMotorradsport als Aushän-SEPTEMBER 2010 · 114Talente fördern underfolgreich seinO Frage: Worauf kommtes bei der Förderung junger Motorsport Talentean?O Antwort: Um ein ausgewogenes Angebot zwischen individueller Förderung und flächendeckender Basisarbeit.TIPIN erung ganz groß geschrieben.FOTO: ADACgeschild. Fahrer dieser Klassesind Vorbilder. Sie motivierenund fördern das Interesse fürden Motorsport“. Neben der finanziellen Förderung von TopAthleten und demAufbau zahlreicher Nachwuchsserien imAutomobil- und auch Motorradsport innerhalb der letztenbeiden Jahrzehnte, ist für dieVerantwortlichen vor allem diegute Basisarbeit ein Garant füreine erfolgreiche Nachwuchsarbeit. 1600 ADAC-Ortsclubsbieten Interessierten eine Informationsplattform. Hier finden sich gut ausgebildete Jugendtrainer, die Kindern undderen Eltern die Vielfalt desMotorsports erläutern undunter kompetenter Anleitungaufzeigen, welche Einstiegsmöglichkeiten und Perspektiven sich bieten.Tomczyk ist sicher das auf dieser GrundlageTalente mit entsprechendenErfolgen, sportlichen Ehrgeiz,Fitness und Intelligenz die Zukunft des Motorsports prägenwerden.Aktuell unterstützt dieADAC Stiftung Sport 18 förderwürdige Nachwuchspiloten.Ob ein neuer Sebastian Vetteldabei ist,will der oberste Nachwuchsbeauftragte des ADACnicht verraten. „ Ich kann ihnen aber versichern, dass ichabsolut positiv in die Zukunftdes deutschen Rennsports blicke.“STEFAN [email protected]

DASSCHICKSALFRAGTNICHT.ES KÖNNTE AUCHMICH TREFFEN.ODER SIE.David Coulthard,Ehemaliger F1-Pilot und Wings for Life Botschafter.QUERSCHNITTSLÄHMUNG MUSS HEILBAR WERDEN.Durch die Auswahl der weltweit besten Forschungsprojekte zur Heilung des verletzten Rückenmarks und deren Finanzierung gewährleistetdie Wings for Life Stiftung medizinisch-wissenschaftlichen Fortschritt auf höchstem Niveau.Ihre Spende zählt.Wings for Life. Stiftung für Rückenmarksforschung.Bayrische Landesbank MünchenKontonummer 11911. Bankleitzahl 700 500 00.www.wingsforlife.com

Hightech geprägt ist. Der menschliche Aspekt bleibt zuweilen auf der Strecke. Der Rennsport braucht Typen mit Charisma schichte des Rennsports zu-rück entsinne, kommen mir Fahrer wie Ayrton Senna, Ni-gel Mansell oder Alain Prost in den Sinn. Piloten mit denen ich auch heute noch Emotionen verbinde. Sei es