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Bausteine einer WirtschaftsökologieEpisode 3: Ökologie und WirtschaftsökologieProf. Dr. Georg Müller‐ChristFachbereich WirtschaftswissenschaftUniversität BremenVeranstaltung: Nachhaltiges Management erstellt und gefördert durch

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristÜbersicht der LerneinheitEpisode 1:Systemtheorie und KoevolutionEpisode 2:Koevolution und BeziehungenEpisode 3:Ökologie und Wirtschaftsökologie

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristLernziele der EpisodeLernziel 1:Sie können den Ökologiebegriff von Ernst Haeckelumschreiben.Lernziel 2:Sie können den Haushaltsbegriff der Ökonomie kritisieren.Lernziel 3:Sie können die wirtschaftsökologische Perspektive aufBeziehungen von der herkömmlichen abgrenzen.

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristBausteine einer ärungs‐zielÜberleben durchOffenheitÜberleben inGemeinschaftÜberleben bezugWie muss ein wirtschaftliches System gestaltet werden, .Sicherung beziehungenErhalt derRessourcenbasisNachhaltigerRessourcen‐umgang

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristLeitfrage der WirtschaftsökologieWie muss ein wirtschaftlichesSystem gestaltet werden, damit eseine Haushaltsgemeinschaft mit denanderen Systemen seines Lebens‐raumes bilden kann, die dasWachstum einer Kultur ermöglicht?(Remer 1993)Erkenntnisse dernaturwissenschaftlichenÖkologie für einekulturwissenschaftlicheFragestellung?

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristÖkologie – Begriff und VerwendungErnst Häckel1834-1919Unter Ökologie (von griechisch οίκος oikos„Haus, Haushalt“ und griechisch λόγος logos„Lehre“, also „Lehre vom Haushalt “)versteht man ursprünglich, in Anlehnung andie ersten Definitionen dieses Begriffs beiErnst Haeckel (1866) ein Teilgebiet derBiologie, welches sich mit denWechselbeziehungen der Organismenuntereinander und mit ihrer abiotischenUmwelt beschäftigt.Heute gibt es:Human-, Kultur-, Sozial-,Stadt-, Dorf-, Landschafts,Betriebs-, Jugend-,Ingenieursökologie u.a.m.Hat Ernst Häckel nichtvielleicht eher einenökonomischen Begriff alsMetapher für natürlicheProzesse verwendet?

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristNaturhaushalt§ 1 des Gesetzes über Naturschutz undLandschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz):„Natur und Landschaft sind im besiedelten undunbesiedelten Bereich so zu schützen, zu pflegen undzu entwickeln, dass die Leistungsfähigkeit desNaturhaushalts . als Lebensgrundlage desMenschen und als Voraussetzung für seine Erholung inNatur und Landschaft nachhaltig gesichert ist.“Konflikt von Nutzung versus Bewahrung von Natur

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristNachgedacht Schauen Sie sich noch einmal die Definition von Ökologie durchErnst Haeckel an. Wenn Unternehmen von Ökologie sprechen, wasmüssten Sie dann eigentlich darunter verstehen? Ist der Begriff des Naturhaushalts verträglichmit der Idee Haeckels? Welche Art vonBalance gibt es in einem Naturhaushalt?

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristErwerbsarten nach AristotelesNatürlicher Erwerb Materielle Sicherung derMöglichkeit, ein sittlich gutesLeben zu führenIst der Zweck erreicht, unterbleibtder ErwerbAlle weiteren Anstrengungen desMenschen dienen dem sittlichguten LebenDer natürliche Erwerb istbegrenzt (Grenzen derProduktionsfähigkeit der Natur)Vermögenssicherung istGegenstand der OikonomiaUnnatürlicher Erwerb Erwerb um des Erwerb willensZiel: Reichtümer sammelnJeder Mehrerwerb bedeutet ErfolgDer unnatürliche Erwerb istunbegrenztDer unnatürliche Erwerb ist nachAristoteles unmoralisch, weilausbeutendAkkumulation ist nichtGegenstand der Oikonomia

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristErwerbsarten nach AristotelesNatürlicher ErwerbMaterielle Sicherung derMöglichkeit,ein sittlich gutesDieWirtschaftswissenschaft,Lebenzu führenauchÖkonomik(aus griechisch Istoíkosder Zweckerreicht,οἶκος,"Haus";νόμος, nomosunterbleibtErwerb"Gesetz„ist diederLehrevon der(Ökonomie).Im WirtschaftAlle weiterenAnstrengungendeutschenSprachraumwirdsiedes Menschendienendemüblicherweisedie Bereichesittlich guteninLeben BetriebswirtschaftslehreDer natürliche nzen der(VWL)unterteilt.ProduktionsfähigkeitderNatur) Unnatürlicher Erwerb Erwerb um des Erwerb willensZiel: Reichtümer sammelnJeder Mehrerwerb bedeutet ErfolgDer unnatürliche Erwerb istunbegrenztDer unnatürliche Erwerb ist nachAristoteles unmoralisch, weilausbeutendAkkumulation ist nichtGegenstand der Oikonomia

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristErwerbsarten nach AristotelesNatürlicher ErwerbMaterielle Sicherung derErfolgsbegriffder gutesMöglichkeit,ein sittlichDie benzu führenauch Ökonomik (aus griechisch Ist derZweckοἶκος,oíkoserreicht,"Haus"; νόμος,Volkswirtschaftslehre:unterbleibtder Erwerbnomos "Gesetz„ist die Lehre vonhoherLebensstandardfür allederweiterenWirtschaft(Ökonomie). Im AlleAnstrengungen( Akkumulation von Gütern unddeutschenSprachraumwird siedesMenschendienen demGeld)üblicherweisein die Bereichesittlichguten LebenBetriebswirtschaftslehre (BWL) DernatürlicheErwerb ist ktionsfähigkeitNatur)( Akkumulation vonderGeld)Vermögenssicherung istGegenstand der Oikonomia Unnatürlicher Erwerb Erwerb um des Erwerb willensZiel: Reichtümer sammelnJeder Mehrerwerb bedeutet ErfolgDer unnatürliche Erwerb istunbegrenztDer unnatürliche Erwerb ist nachAristoteles unmoralisch, weilausbeutendAkkumulation ist nichtGegenstand der Oikonomia

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristHaushalt in der MikroökonomieProdukte gegen GeldUnternehmenHaushalteArbeit gegen Geld„Haushalte sindVerbrauchswirtschaften;sie ordnen denGüterverbrauch zurunmittelbarenBedürfnisbefriedigung.“(Hesse 1932) .Der einfache Wirtschaftskreislauf der Mikroökonomie zurErklärung des ökonomischen Verhaltens der AkteureUnternehmen und Haushalte

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristBetriebswirtschaftslehre: Entwicklung des OikosHaushalt als Ort derKonsumentscheidungenund Angebot vonArbeitskräftenVom Oikos zum PrivathaushaltVollständigeVersorgung durchLeistungstauschBeeinflussung derKonsumentscheidungendurchMarketingmaßnahmen

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristStaatshaushaltKorrekterweise müsste man statt von einem Staatshaushaltvon einem Haushaltsplan sprechen, da im Haushalt alle zuerwartenden Einnahmen und voraussichtlich zu leistendenAusgaben einander gegenübergestellt werden: § 8 HGrG(Gesetz über die Grundsätze des Haushaltsrechts des Bundesund der Länder).Ein solcher Haushaltsplan ist im buchhalterischen Sinne immer ausgeglichen(formaler Ausgleich), da nie mehr ausgegeben werden kann, als eingenommenwird. Von einem defizitären Haushalt wird dann gesprochen, wenn Ausgabendurch Kredite finanziert werdenLogik des Haushaltens:Ausgeglichenheit und Konzentration auf denEinnahmen‐ oder Ressourcenzufluss

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristNachgedacht In der Lehreinheit 4 haben wir Nachhaltigkeit als Rationalität desHaushaltens eingeführt. Erinnern Sie sich noch an die Liste derRessourcen, von denen Sie abhängig sind. Wer in ihrem privaten Haushalt bringt welche Ressourcen ein, werverbraucht welche (auch in einen Singlehaushalt bringen andereRessourcen ein – z.B. Freunde). Warum war Akkumulation von Ressourcen nach Aristoteles keinegute Oikonomia? Welche Ressourcen waren wohl in der Welt vonAristoteles knapp?

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristDer neue haushaltsökonomische Baustein einer WirtschaftsökologieNeue Problemsicht:Die zunehmende faktische Knappheit an Ressourcen empfiehlt Unternehmen dieVerfolgung einer haushaltsökonomischen RationalitätBeitrag zu einer wirtschaftsökologischen Theorie der Unternehmung:Die neue Problemsicht macht eine aktive Investition in den Ressourcennachschubzu einer rationalen Handlung. Ein solches nachhaltiges Ressourcenmanagementbedeutet, ein Unternehmen nicht mehr nur anhand outputorientierterErfolgsgrößen zu steuern. Mit Blick auf dieErhaltung der Ressourcenbasis ist eshaushaltsökonomisch rational, die langfristigeVersorgung mit (immateriellen) Ressourcenpermanent mitzudenken.

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristBausteine einer ärungs‐zielÜberleben durchOffenheitÜberleben inGemeinschaftÜberleben bezugWie muss ein wirtschaftliches System gestaltet werden, .Sicherung beziehungenErhalt derRessourcenbasisNachhaltigerRessourcen‐umgang

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristLeitfrage der WirtschaftsökologieWie muss ein wirtschaftlichesSystem gestaltet werden, damit eseine Haushaltsgemeinschaft mitden anderen Systemen seinesLebens‐raumes bilden kann, diedas Wachstum einer Kulturermöglicht? (Remer 1993)Alle Beziehungen desUnternehmens n, die mit Blickauf die Sicherung desRessourcenzuflussesgestaltet werden.Herausforderung:Die Rationalität kollidiert mitder Effizienzrationalitätwirtschaftender Einheiten

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristSchema einer Ressourcengemeinschaft

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristVergleich herkömmlicher und wirtschaftsökologischer Beziehungen urcenknappheitAngst vor ImageverlustAntrieb/MotivAbbau der seitigdirekt, kurzfristigWirkungsartindirekt, langfristig

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristVergleich herkömmlicher und wirtschaftsökologischer Beziehungen ellenErnsthaftigkeit undDurchhaltewillen ichkeitender ungErfolgs‐maßstabFunktionsfähigkeit derRessourcenquelleeffiziente ss

[Nachhaltiges Management]Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐ChristVergleich herkömmlicher und wirtschaftsökologischer Beziehungen hePerspektiveVerantwortungCorporate standssicherungEinhaltung ändnisHaushalten mit RessourcenpathogenetischDenkmustersalutogenetisch

Bausteine der Wirtschaftsökologie Episode 3 Prof. Dr. Georg Müller‐Christ Ökologie – Begriff und Verwendung Ernst Häckel 1834-1919 Unter Ökologie (von griechisch οίκοςoikos „Haus, Haushalt“ und griechisch λόγοςlogos „Lehre“, also „Lehre vom Haushalt “) ve