Transcription

Bin im GartenKUNDENZEITUNG DER NATURGÄRTNEREI WEDENIGAusgabe 4/März 2014Gut gesät isthalb geerntetFür die Kleinen, Seite 4Frühlingsbeginn, Seite 7Größe XXL, Seite 9

EDITORIALFürchte dich nichtDazu fällt mir der Heini Staudinger vonden Waldviertler Schuhen ein, er formuliert es deftiger: Seine Firmengrundsätzelauten:Liebe Gartenfreunde!„Geh, scheiß di ned au“ und „Bitte,sei ned so deppat“. Als dritter Grundsatz gelte die Liebe. Es sei notwendig,dass die Menschen beginnen in ihrInnerstes hineinzuhören, denn dasNötige sei dort verankert. „Es gibtnichts, das uns dabei mehr behindert,als unsere eigene Angst. Wir müssenversuchen über sie drüberzusteigen,denn sonst wird alles so bleiben wiees ist“, warnt er.Sie halten die neueste Ausgabe unsererGartenzeitung in den Händen. Da istviel Herzblut von uns drinnen.Einerseits Themen, die uns selber bewegen, wie das Thema Angst. Danneiniges, was wir ihnen näher bringenwollen. Pflanzen mit denen wir unsbeschäftigen und von denen wir meinen, dass sie es wert wären ausprobiertzu werden. Köstliche Weinsorten etwaoder Säzwiebel, Pepinos und Artischocken. Nicht zuletzt vieles, was wir oftgefragt werden wie zum Thema Karotten oder Schnittlauch usw. Das allesalphabetisch geordnet. Alle Buchstaben haben wir aber nicht geschafft,sonst müsste die Zeitung viel dickersein. Wir hoffen, Sie haben Freude amLesen unserer Zeitung und könnenetwas für ihre Arbeit mit der Naturprofitieren.Ihre NaturgärtnerMichael & Anni WedenigEs sei traurig, dass wir oft im Erfolgsdruck gefangen seien. „Denn Erfolgfragt uns nicht, wer wir als Menschsind“. Seltsam sei außerdem, dass wiroft vergessen, dass „es im Leben nichtsWichtigeres gibt, als das Leben“.(Heini Staudinger bei einemVortrag in Grieskirchen)„Es ist wahrscheinlichwichtiger einander zuvertrauen, als einanderzu verstehen“.Die Angst ist der größte Feind desLebens! Welcher Diktator, welches System, welche Lobby könnte über andereMenschen ja über ganze Völker herrschen, wenn die Menschen keine Angstmehr hätten? Wieviele Beziehungenzerbrechen, weil ein Partner Angst hat,den anderen zu verlieren und ihn deshalb in einen goldenen Käfig sperrt.Selbst im eigenen Garten regiert oftdie Angst, vor Nachbarn, Ehepartnern,Eltern. wie das wohl aussieht was manda tut. Und schon kann man nicht mehrdem eigenen Gespür folgen. Angsterstickt das Leben, und es gibt im Lebennichts Wichtigeres als das Leben, umbei Heini Staudinger zu bleiben.Marianne GrönemeierHerausgeber: Ing. Michael Wedenig,Naturgärtnerei Wedenig,9560 Feldkirchen/Sonnrain,Alte Villacher Straße 15, Tel.: 04276/4365,[email protected], www.wedenig.atKreation & Layout: www.graficos.at,Druck: Tiebeldruck, www.tiebeldruck.com2„Nur in Freiheitkann menschlicheGemeinschaft gedeihenund Früchte bringen.“Meli, VerkaufrSimon, JuniofaurkVe(Benedeco Croce)Bin im Garten, Ausgabe 4/März 2014Bin im Garten, Ausgabe 4/März 2014Wenn wir die gesellschaftliche und politische Situation anschauen, wie dieUngleichheit immer größer wird und dieProbleme mit Umwelt und Menschenimmer größer statt kleiner werden, dakönnte man auch Angst bekommen.Hier könnte man sich von Heini Staudinger ein Scheibchen abschneiden, wieer sich mit der Finanzmarktaufsichtangelegt hat und keine Angst hatte,etwas zu verlieren. Er hat vielen Menschen damit Mut gemacht und wirtschaftlich ganz viel für die Problemregion Waldviertel gestiftet. Er selber lebtübrigens ganz bescheiden und brauchtwenig für sich selber.„Fürchte dich nicht“ steht ganz oft inder Bibel, verkündet von den Engeln inBetlehem oder von Jesus nach der Auferstehung, immer wieder „Fürchte dichnicht!“ Gerade im letzten Jahr habe ichda viel dazulernen dürfen, bin losgekommen von einem ganzen Rucksackvoll Angst. Wenn Sie mich fragen, wiedas zugegangen ist? Das ist eine längereGeschichte und eine, die man nicht soin die Zeitung schreiben kann, weil esinnere Prozesse sind. Nur so viel, manmuß etwas durchleiden können, damitsich etwas ändert. Wenn man durch ist,gibt es ein Gefühl von Freiheit, das spürtauch die Umwelt. Wir haben ein angstfreies Klima im Betrieb, die Kinder dürfen ihre Wege gehen und ihrem eigenenHerzen folgen. Selbst meine Frau sagtsie hat mich jetzt viel lieber, seit ich nichtmehr Angst um sie hab. Damit daswachsen kann, braucht es Vertrauen insLeben, oder wie Marianne Grönemeiersagt: Es ist wahrscheinlich wichtigereinander zu vertrauen, als einander zuverstehen.Fürchten wir uns nicht, scheissen wir unsnicht an. Packen wir es an, mit frischemMut hinein in ein neues Gartenjahr,meint ihr NaturgärtnerMichael Wedenig3

Das vegane AbendessenfFernanda, VerkauBaumschuleWir stärken die KleinenUnser Lieferant von Tomatensamen wurde von der Firma Monsanto aufgekauft,der stark in Gentechnik involviert ist.Das passt uns gar nicht. Wir wollennicht von einem der Weltkonzerne beliefert werden, die für viele Umweltprobleme verantwortlich sind. Jetzt habenwir uns eine kleinere unabhängigeFirma gesucht – diese Firmen sind sehrrar geworden – und sind in Frankreichbei Grainez Voltz fündig geworden. Dasist eine Saatgutfirma, die auch mit demdeutschen Biolieferanten Bingenheimerzusammenarbeitet.Da gibt es jetzt leider neue Sorten, dennjede Firma hat ihre eigenen Züchtungen. Das bedeutet für uns und für Sieeine Umstellung. Wir wechseln unserevertrauten Sorten nur schrittweise aus.Denn erst müssen wir wissen, was dieNeuen können. Wir beziehen übrigensden Löwenanteil unseres Gemüsesaatguts bei Reinsaat, vieles bei Bingenheimer, aber speziell bei Tomaten und Gurken kommen wir mit diesen Züchternnicht aus.Es ist, aus unserer Sicht, überhaupt nichtzu verstehen, dass über die neue EUSaatgutverordnung der Handel mit altenSaatgutsorten und selbst der Austauschüber den Gartenzaun extrem erschwertbis unmöglich gemacht werden soll. Welche Lobbys haben da ihre Hand im Spiel?Es geht nämlich genau genommen umein Nichts. Der allergrößte Teil von landwirtschaftlicher und gärtnerischer Lebensmittelproduktion ist sowieso inHänden ganz weniger Saatgutfirmen,die zu großen Konzernen gehören. Undhier geht es noch um ein paar Biobauern, Biogärtner und Hausgärten. Von derMenge her ein Nichts!Offensichtlich geht es nur mehr umKontrolle, das lässt einen schon schaudern. Und es erinnert z.B. an den NSASkandal, immer mehr Kontrolle. Wernicht Unternehmer ist, kann sich kaumvorstellen, welche weitreichenden Befugnisse die Finanzpolizei hat und wieA – wieviel Terror die Behörden über das neuePflanzenschutzmittelgesetz machen. DieÜberwachung nimmt stetig zu in einemAusmaß, das vor 10 Jahren noch undenkbar war. Und wir haben uns schon darangewöhnt, dass für ganz viele Dinge keinGeld mehr da ist.Und was läuft bei denen, die das Sagenhaben? Da geht eine Bank pleite und essind Milliarden da, um sie zu retten.Niemand hat etwas gewußt und dieKontrolle hat halt nicht funktioniert.Aber einflussreiche Leute haben ihreSchäfchen ins Trockene gebracht, habenoft über Nacht Millionen verdient undkaufen in unserem schönen Land ganzeLandstriche auf, um sie dann abzusperren und der Öffentlichkeit zu entziehen?Was ist das für eine Zeit, was ist das füreine Moral?Zuletzt war ich auf ein veganesAbendessen eingeladen. Das warwirklich nett, und es hat mir gut geschmeckt. Avocados, roter Paprika,Jungzwiebel und ein feiner Gemüseaufstrich. Hat gut geschmeckt, bis ichdie Kilometer dieser Jause zusammengezählt habe.Egal welche Art der Ernährung, Fleisch,vegetarisch oder vegan, sobald wir unsvon Dingen ernähren, die aufwendigverpackt und schick aufgemaschelt übergroße Strecken transportiert werden,verursachen wir viel Verpackung undTransport und schaden damit unsererUmwelt.Die Avocados waren aus Neuseeland,der Paprika aus Spanien und der Zwiebel aus Italien, der Gemüseaufstrich nuraus dem Marchfeld, das darin enthaltene Soja aus Brasilien? Das Fass zumÜberlaufen brachte die Aufschrift aufdem Aufstrich. Da stand groß geschrieben man spare mit diesem Produkt ichglaub 30% Wasser und 15% CO2 oderumgekehrt. Und das mit so wenig Aufstrich in einer kleinen Plastikdose,womit wurde das wohl verglichen?Bill Mollison, der Begründer der Permakultur, plädiert dafür, dass wir allesessen und zwar alles, was in unsererNähe wächst. Er plädiert übrigens auchfür Hühner und/oder Kaninchen als Verwerter unserer Speisereste. Ökologischmacht das wirklich Sinn. Jede/r, dereinen eigenen Garten bewirtschaftetund sein Gemüse selbst produziert,macht das Beste, was man für dieUmwelt tun kann. Ganz abgesehendavon, wie einen das Garteln selbst verändert. Dass man sich als Teil dieserNatur erlebt und die Natur verstehenlernt.„Seids ned so deppat“,um bei Heini Staudinger zu bleiben.B wie Balkon und Terrasse –die neu entdeckte AnbauflächeWas mir an neuen Wohnblocks gefällt? Viele von ihnen haben Balkone undTerrassen. Es ist faszinierend was viele Bewohner daraus machen.Im Garten suchen wir oft verzweifelt nach den warmen geschützten Stellen, bauenGlashäuser und Tomatendächer, am Balkon ergibt sich das meist von selbst. Überdacht, windgeschützt, sonnseitig, das können viele Balkons! Spätfröste, immergefährlich am tiefsten Punkt wo sich die kalte Luft absetzt, am Balkon kein Pro-Was können wir dagegen tun? Stärkenwir die kleinen Strukturen, schalten wirdie Großen aus wo es geht, und scheissen wir uns nicht an, sondern wehrenuns, wo wir können!ArtischockenSchon einmal Artischocken im Garten gehabt? Und zwar hier bei uns undnicht in Südfrankreich?Geht eigentlich ziemlich leicht. Denn die neuen Artischockensorten bringen ihreFrüchte bzw. Blütenknospen im Gegensatz zu ihren Artverwandten schon im1.Jahr. Das ist wichtig, weil sie bei uns den Winter nicht überleben. Ende April beiuns eine Pflanze holen, auf einen sonnigen warmen Platz auspflanzen und abJuli/August Artischocken ernten, pro Pflanze so 3 große und 5 kleinere. Aufgepasst:genug Platz geben, damit sie sich schön entwickeln können.4Bin im Garten, Ausgabe 4/März 2014„Gemüse selber ziehenist gut für die Umweltund für die Seele.“Bei guter Pflege wird ihr Balkon zum Paradies.Bin im Garten, Ausgabe 4/März 2014blem. Eine Mauer, die Wärme speichertund nachts abgibt, ist einfach da. Deshalb ist es oft sehr einfach, am Balkon– besonders bei den wärmeliebendenGemüsen – tolle Erträge zu haben. Tomaten, Paprika, Gurken, Melanzani, Basilikum, Andenbeere, falls genug Platz istMelonen, geht alles. Und natürlich Kräuter. Die meisten von ihnen wollen luftigstehen. Also vorn an der Brüstung oderso, gar kein Problem. Wichtig sind genügend große Gefäße und gutes Pflanzsubstrat. Da sollte man nicht sparen.Eigene Gartenerde verschlämmt kannhöchstens dazugemischt werden undmit billiger Blumenerde wird man auchkeinen Erfolg haben. Entweder wird eszu nass oder zu trocken sein.Wir haben gute Bio-Gemüseerde, optimalfür alle Sommergemüse. Für mediterraneKräuter wie Majoran, Thymian, Rosmarin sollte die Erde weniger fett und torfig,sondern mehr mineralisch sein. Habenwir auch.5

F wie Der Frühlingsbeginn gut & recht,C wie Chilli -aber wann sollen wirwirklich anfangenScharf, schärfer,am schärfstenWann es im Garten losgehen soll, dagehen die Meinungen auseinander.Manche liefern sich einen Wettbewerb,wer denn den ersten fertigen Salat hat.Andere sagen wieder, am 1. Mai stecheich um und dann setze ich alles zugleich.Chilis sind fast eine Sucht. Wenn man beginnt scharfzu kochen bzw. zu essen, gewöhnt man sich immer mehrdaran. Die Dosis wird auch höher und plötzlich ist jedesEssen ohne Chili einfach fad! Damit das nicht passiert,haben wir folgende Chilis im Programm:Hier der private und streng geheimeAnbauplan ihres Naturgärtners, bittesofort vernichten oder verbrennensobald sie ihn gelesen haben, damiter nicht in falsche Hände fällt!Jalapeno ein eher milder dickfleischigerChili, gut zum Verkochen, bei uns ist erim scharfen Sugo drin, und ich machegerne Mixed Pickles daraus. 2500-8000Scoville (Schärfegrade). Das ist eineSchärfe, die sich beim Kochen noch gutdosieren lässt. Wir haben ihn für 2014zum CHILI DES JAHRES ernannt!19. März, Josefitag: das ist der Start beiuns im Garten. Einmal ein paar Tagefrüher, dann wieder ein paar Tage später,je nachdem wann der Boden trocken istund man die Erde lockern und die Beeterichten kann. Dann wird Salat gesetzt,Kohlrabi natürlich auch, denn die erstensind ja besonders begehrt. Radieschenwerden gesät, frühe Karotten gehenauch schon, Steckzwiebel darf auchschon hinein. Mit Vlies zugedeckt, fertig!Anchor Poblano, ist wie ein dunkelgrünerdünnfleischiger Paprika, Schärfe ähnlichJalapeno, ist spitze für scharfe gefülltePaprika!!De Cayenne, unser scharfer Pfefferoni,hat schon 30.000-50.000 Scoville, lässtsich auch gut trocknen, roh essen nurfür Hartgesottene.fRosi, VerkauEs gibt es natürlich immer wieder einBlumenmeer am Balkon, üppig undmakellos, aber das gelingt längstnicht jedem/jeder, und es entsprichtauch nicht jedem/jeder.Lanterna de Foc, orange schmal undlänglich, gut zum Trocknen, Schärfeähnlich De Cayenne.Habanero, wie ein kleiner orangerPaprika, schaut harmlos aus, hat aber350.000-570.000 Scoville. Wird eherfrisch verkocht, nicht getrocknet. Erist der schärfste Chili der Mexikaner.Scotch Bonnet eine Art Glockenchiliaus Jamaika, aromatisch und scharf,100.000-325.000 Scoville.Naga Jolokia Red, indische Sorte diedafür bekannt ist, der schärfste Paprikader Welt zu sein. Achtung: davon gibt esbei uns maximal 50 Pflanzen, außerdemwerden sie nur in Kombination mit einemFeuerlöscher verkauft ;-)600.000 bis 1 Mio Scoville!!Wahrscheinlich Waffenscheinpflichtig!Übrigens, zu den neuen extrem scharfen Chilisorten sindwir durch unseren neuen Züchter Graines Voltz gekommen!6E wie ErdbeerenAlso so richtig schöne Ananaserdbeeren – wie man sie in manchen Gärten sieht – hab ich noch nicht geschafft, da könnteich höchstens vor Neid erblassen. Ich glaub dafür bin ich dochzu wenig ordentlich, denn die wollen gut gepflegt sein.Aber die Erdbeerwiese wie hier am Foto, die wuchert prächtigim Klostergarten. Vor 3 oder 4 Jahren am Hügel gepflanzt,deckt sie den Boden wunderschön ab und bringt reichlichgroße schmackhafte Früchte. Nicht ganz so aromatisch wieAnanas, aber wirklich gut. Dafür, dass sie praktisch keineArbeit machen, ganz super. Allerdings wandern sie jedes Jahrein Stück weiter. Dort wo sie gerade frisch hinkommen werden sie am schönsten und die Pflanzen am gesündesten!Bin im Garten, Ausgabe 4/März 2014Wer es pflegeleichter und nicht so blumig will, soll es einmal gemischt mitGräsern versuchen. Unsere Chefin beispielsweise hat schon jahrelang Lampenputzergras am Balkon. Wird hoch,ist pflegeleicht, bietet zugleich Sichtschutz und schaut bis in den spätenHerbst einfach toll aus. Und natürlichgibt es dazu extrem hitzefeste und trockenheitserprobte Partner, die BonfireTypen unter den Knollenbegonien etwa,Wandelröschen, Australisches Gänseblümchen, oder das Kärntner Sterndle.Das gilt jetzt für den extrem sonnigenund heißen Standort. Wo es geschützterist, gehen solche Kombinationen natürlich auch, aber dort gedeihen auch dieanspruchsvolleren Arten leichter. Unddie Lust, immer wieder etwas Neuesauszuprobieren, die bleibt natürlichauch!Bin im Garten, Ausgabe 4/März 2014G wieAnfang April:Salat wird natürlich immer wieder gesetzt, damit man laufend was hat. Auchjetzt schon verschiedene Kohlarten wieKarfiol, Brokkoli, Frühkraut. Und Zwiebelpflanzen natürlich, Kärntner Grillund Jausenzwiebel, Laaer Zwiebel undrosa Schalotten! Darüber hinaus Kräuter,Petersilie, Kerbel, Thymian, Ysop undanderes mehr.Ende April:Jetzt folgt Sellerie, Porree, Salat natürlich auch wieder, an Kräutern vor allemMajoran, und natürlich Tomaten undPaprika im Kübel vors Haus. Und ganzbesonders Artischocken – haben Sie dieschon einmal probiert? Einfach köstlichund gedeihen herrlich bei uns!10. bis 15. Mai je nach Wetter:Endlich geht es los mit Basilikum, Gurken, Zucchini, Kürbis, Tomaten, Paprika,Melanzani und Melonen!Gräser am BalkonAnita, Verkauf,GemüsepflanzenGuter Sichtschutz und pflegeleichter Blickfang.7

Jahr 2013, wie war es im KlostergartenKarotten und Petersil,für Anfänger und ProfisWem die Aussaat von Petersil und Karotten leicht gelingt, und das jedes Jahr,der darf sich schon Gartenprofi nennen. Denn so einfach ist das nicht. Aberso schwierig auch wieder nicht, wenn man einige Grundsätze beachtet.Punkt 1Zunächst wollen diese beiden zur Familie der Doldenblütler gehörenden Pflanzen einen altgedüngten Boden. Willheißen kein Dünger im heurigen Jahrund doch nicht mager. Ein ruhigerBoden wird gewünscht. Sprich Rasenumstechen und Karotten drauf säenfunktioniert schlecht.Punkt 2Die Zeit von der Aussaat bis zu den ersten grünen Spitzen dauert ca. 3 Wochen,das ist schon eine Herausforderung. Einpaar Radieschen dazwischen säen alsMarkiersaat, dann vergißt man wenigstens nicht, wo man gesät hat. Der Samensollte guten Bodenschluß haben. Einfrisch gelockertes Beet ist aber sehr luftig, daher besser nach dem lockern zweiTage warten. Dann erst Karotten säenund nach der Aussaat mit der Rückseitedes Rechens andrücken.Punkt 3In der Zeit der Keimung für gleichmäßige Feuchtigkeit sorgen. Wenn es wirklich trocken ist gießen. Ja nicht herumkrampeln, weil man meint der Bodensei zu fest, dann kommt gar nichtsmehr, hab ich schon probiert!Kohlgemüse in NötenEs wird immer schwieriger im Garten schönen Karfiol, Kraut, Kohlrabi,Sprossenkohl und andere Kohlarten aufzubringen.Herbert, Gärtnerei,EinkochereiWelkt die ganze Pflanze, dann findetman zwischen Tag und Nacht (zwischenStengel und Wurzel) kleine weiße Würmer, die die Rinde abnagen. Das sinddie Larven der Kohlfliege. Achtung: werbei Kohlarten mit Mist düngt, lockt dieNicht ganz einfach liebe Leute, nicht einfach!Durch das späte, nasse Frühjahr entwickelte sichetwas prächtig, nämlich die Schnecken.Da hab ich öfter an die vielen Anfragengedacht, wo mir die Gartenfreunde ihreNot mit den Schnecken geklagt haben,da habe ich es verstanden. Die Schnecken haben alles abgefressen:Salat sowieso. Wenn ich 100 Pflanzengesetzt habe, sind davon vielleicht 30geblieben. Die Kohlgemüse, den Spargel,es war einfach pfui! Und nachdem BioSchneckenkorn auch nicht wirklich wasgenützt hat, bin ich – halten Sie sich fest– abends Schnecken klauben gegangen.Hab nicht geglaubt, dass ich einmal so8Pflanzt man im März/April, da ist es –sofern das Wetter kühl ist – noch leichter. Wird es im Mai so richtig warm, dannsind die Probleme in Form von Schädlingen auch schon da.weit komme, aber irgendwie war allesaussichtslos. Besser geworden ist esdann mit dem trockenen heissen Wetter, da ließ der Druck nach. Dafür hattenwir fast keine Erdäpfelkäfer, das lagwohl auch am Wetter. Aber der Ertragbei den Erdäpfeln war nur die Hälftevom Vorjahr, wir sind aber im Wintertrotzdem nicht verhungert. Es war einschwieriges Jahr und trotzdem gab esim Herbst eine schöne Ernte, wir warenzufrieden. Hoffen wir, dass es heuernach dem milden Winter mit den Schädlingen nicht zu arg wird!Kohlfliege richtig an! Oft haben diePflanzen wunderschöne Blätter, aber esentwickelt sich kein Kopf beim Krautoder Kohl, bzw. keine Blüte bei Karfioloder Brokkoli. Dann war wohl die Drehherzmücke am Werk. Sie sticht das Herzder Pflanze an und beschädigt es damit.Was tun, sprach Zeus:1. Den Garten nicht überdüngen, einGroßteil der Gärtner neigt dazu, zuvieldes Guten zu geben!Karotten XXLTipp Unkraut wächst schneller alsKarotten und Petersil. Bevor die erstenSpitzen herausschauen, kann man dasUnkraut mit einer Gasflamme abbrennen, das spart mühsames Jäten!2. Mist, der nicht kompostiert ist undschlechter Kompost im Garten führenzu vielen Problemen, auch zu den obenbereits angeführten.3. Kulturschutznetz verwenden. Es istähnlich wie Vlies, hat aber größereLöcher, die mehr Luft durchlassen. Esist viel länger haltbar und kostet auchmehr. Wenn es rundherum sauber eingegraben wird, ist es aber ein zuverlässiger Schutz vor allen Schädlingen, unddeshalb für das Kohlbeet wärmstens zuempfehlen. Zu haben in der Gärtnerei!Übrigens wird es im Sommer manchmal(aber nicht immer) wieder besser mitdem Schädlingsdruck. Mittelfrühes Krautzum Einschneiden, spätes Kraut zumLagern, Sprossenkohl, Kohl/Wirsing fürden Winter sollten allesamt erst AnfangJuni gepflanzt werden. Sonst sind sieeinfach zu früh und faulen im Herbstzusammen.Tipp Kohlrabi Superschmelz, wirdriesengroß und bleibt trotzdem zart.Ist etwas für den Sommer und Herbst,lässt sich auch für den Winter lagern!Als Samen und Pflanzen bei unserhältlich.Bin im Garten, Ausgabe 4/März 2014Bin im Garten, Ausgabe 4/März 20149

W wie Wein -im Weingarten lichtensich die Reihen„Ein Mädchen undein Gläschen Wein,das lindert jede Not,und wer nicht küsstund wer nicht trinkt,der ist so gut wie tot!“Seit 5 Jahren beschäftigen wir unsinzwischen schon mit Weintrauben,haben 40 verschiedene Sorten inunseren Weingarten gepflanzt, undjährlich beobachtet wie sie ausschauen, wie sie schmecken, und obsie wirklich resistent gegen Pilzkrankheiten sind. Und auch, ob sievon der Reifezeit und Frosthärte herin unsere Gegend passen.Schnittlauch und Rhabarber -MeloneoderBirne?Pepino dieBirnenmeloneSie ist eine nahe Verwandte derMelone, wächst aber kompakt und istdaher eine ideale Pflanze für Blumenampeln.Sie blüht sehr hübsch, weiß mit einemStich ins blau. Dann kommen die apfelgroßen Früchte wie hier am Foto. Wennsie gelb werden und duften sind sie reif.Sie schmecken ganz fein, wirklich wieeine Mischung aus Birne und Melone,das Fruchtfleisch ist schmelzend weich.Die Birnenmelone liebt einen sonnigenwarmen Platz und braucht viel Dünger!10Wir beschäftigen uns übrigens nur mitTrauben zum Essen, Tafeltrauben also.Die Sorten zum Pressen, das ist eineeigene Welt. Da kennen sich die Winzeraus, die ihrerseits über Tafeltraubenmeist weniger wissen. Hier wird oft dieIsabella-Traube empfohlen, der Großteilder alten blauen Weinstöcke an unserenHäusern ist Isabella (Direktträger oderUhudlertraube genannt). Ihr großes Plusist es, dass sie völlig pilzresistent ist,aber zum Naschen gibt es schon vielFeineres. Tafeltrauben sollen knackigund bissfest sein, wenig Kerne habenund eine dünne Haut. Und natürlichsollen sie süß und aromatisch sein. UndGemeinsamkeiten?Zuerst einmal sind beide Starkzehrerund brauchen daher viel Futter, sprichDünger. Zum Zweiten speichern beidedie Nährstoffe in der Wurzel.Das bedeutet für unsereinen, nur wenndiese beiden genügend Nährstoffe gespeichert haben, bilden sie dicke Triebe.Und je weniger man sie wachsen lässt,und je mehr man abschneidet, destodünner werden die Triebe.Bei uns im Klostergarten wächst zumBeispiel vorne an der Kräuterschneckeein Schnittlauchstock, der nie abgeschnitten wird. Weil seine Entfernungzur nächsten Küche sehr groß ist. Derspeichert und speichert und speichert.Seine Triebe sind fast so dick wie einkleiner Finger, obwohl er kaum gedüngtwird! Würde man den gleichen Stockvier mal im Jahr komplett abernten,wäre er schon so fein wie Gras. Und jemehr man düngt, desto mehr kann manernten. Der Dünger sollte viel Stickstoffenthalten. Es könnte ein Biodünger ausder Gärtnerei sein, oder wenn man hatHühnermist, Rossäpfel oder Kuhfladen.Und wenn die Blüten kommen? Diebrauchen natürlich viel Lebensenergieder Pflanze, deshalb nimmt man beimRhabarber die Blütentriebe gerne heraus. Die Knospen sollen übrigens ähnlichzu verkochen sein wie Brokkoli. Auchbeim Schnittlauch kann man die Knospen oder Blüten abzwicken, sind ja ausserdem attraktive essbare Blüten. Unddass man den Rhabarber ab Johanni(24. Juni) nicht mehr ernten soll, hängtauch vor allem damit zusammen, dasser den Sommer zum Wachsen braucht.Damit er nächstes Jahr wieder dickeStiele schieben kann. Aus dem gleichenGrund darf man den Schnittlauch imHerbst erst abschneiden wenn allesbraun ist, damit hat er die kostbarenNährstoffe zurück in die Wurzel geholt.Und glauben Sie nie wieder die Märchen,dass es beim Schnittlauch Männchenund Weibchen gibt!In diesen Jahren sind ein paar neueSorten dazugekommen. Letzten Herbsthaben wir tabula rasa gemacht, da istgut die Hälfte der Sorten hinausgeflogen. Da waren aber Sorten dabei, diehießen Robustarebe und pilzresistent,das hat entweder nur für unsere Gegendnicht gestimmt oder aber überhauptnicht, Papier ist ja bekanntlich geduldig.Auf jeden Fall hat sich da schon einmaldie Spreu vom Weizen getrennt.Lissi, Verkauf,BaumschuleVanessa,PraktikantinBin im Garten, Ausgabe 4/März 2014An blauen Sorten, die fürs Freie geeignetsind (an der geschützten Hausmauerkann man fast jede Sorte setzen), mangelt es nicht. Muskat bleu etwa, Nerooder die Königliche Esther, oder die ganzgroßbeerige Early Campell. Da hat manschon eine schöne Auswahl. Bei denweißen Sorten ist es schon schwieriger.Gut bewährt hat sich bei uns BirstalerMuskat, eine gelbe, süße eher kleineTraube. Ein neuer Stern am Himmel istdie Perle von Zala (Zalagyöngye), nichtzu verwechseln mit der Perle von Csaba– von dort stammt sie ab – ist aber vielrobuster. Eine gelbe, gut pilzresistentegroße Traube, mit sehr fruchtigem Geschmack. Neu im Programm haben wirPalatina, großbeerig und aromatisch, siehat die Königin der Weingärten in ihrenGenen. Sie soll auch sehr pilzresistentsein.Wir behalten unsere Weinstöcke auchweiterhin im Auge. Sie dürfen jederzeitunseren Weingarten besichtigen undsich etwas abschauen, wenn sie wollen.Natürlich haben wir jede Menge Weinstöcke zu verkaufen, für Tafeltraubensind wir inzwischen wirklich Spezialisten, da müssen wir uns schon einmalselbst loben.Zum Schluß Z wie Zwiebel –als Steckzwiebel oder SäzwiebelWer in seinem Garten Zwiebel pflanzen will, kauft sich ein Sackerl Steckzwiebel und steckt die kleinen Zwiebelchen ins Gartenbeet. Noch vor 60Jahren als mein Vater Gärtnerlehrlingwar, gab es nur Zwiebelpflanzen,Säzwiebel also. Steckzwiebel warpraktisch unbekannt. Bei uns sindZwiebelpflanzen seit dem KärntnerGrill- und Jausenzwiebel wieder imkommen.pflanzt, kann sich der Zwiebel normalentwickeln, und ist im August erntereif.Lässt man ihn dicht im Saatbeet stehen,bilden sich nur ganz kleine Zwiebelchen,die geerntet, gelagert und erst im nächsten Frühjahr gepflanzt werden, derSteckzwiebel.Vorteil von Säzwiebel: es gibt viel mehrSorten, vor allem solche, die besserlagerfähig sind. Folgende haben wirheuer im Programm:Was ist da eigentlich der Unterschied?erei,Johann, GärtnTechnikspritzen sollte man sie auch nicht müssen, es ist also doch eine hohe Latte diegelegt wird.Zwiebel wird immer aus Samen gezogen, und im Glashaus oder im Mistbeetim Februar/März dicht ausgesät. Werdendie Pflanzen dann auf Abstand verBin im Garten, Ausgabe 4/März 2014Laaer Zwiebel eine alte Sorte aus demnördlichen Niederösterreich – Laa an derThaya, braucht wenig Wasser, braungelber Zwiebel mit fester Schale, ist gutlagerfähig.Kärntner Grill- und Jausenzwiebel:viele kennen ihn schon, wer ihn nochnicht kennt, sollte ihn unbedingt probieren. Ein milder großer Zwiebel, wirdgerne roh gegessen, gedünstet oder imSugo ist er ganz fein. Am Grill auf einerSteinplatte geschmort ist er so eine Delikatesse, dass man das Steak danebenvergisst.Rosa Schalotten Sä-Schalotten sind mitSicherheit wüchsiger als Steckschalotten, deshalb probieren wir sie heuer aus.11

Österreichische Post AG, Info.Mail Entgelt bezahltFrühlingsbeginn in derNaturgärtnerei WedenigFreitag14. undSamstag15. MärzFreitag von 08:00 bis 18:00 Uhr und Samstag von 08:00 bis 17:00 UhrVorträge von Andrea Heistinger14.3.2014, 18:30 UhrBiologisch gärtnern am Balkon –Gemüse, Kräuter und Obst im Gefäß15.3.2014, 10:00 UhrNeue Tipps & Tricks für den Biogarten vonder Biogartenspezialistin und BuchautorinFür jeden Besucher gibt es einekleine ÜberraschungVerkostung unserereingekochten SpezialitätenBüchertisch von Firma BreschanAlte Villacher Straße 15, 9560 Feldkirchen/SonnrainTel.: 04276/4365, [email protected], www.wedenig.atMo - Fr 08:00 - 18:00 Uhr, Sa 08:00 - 12:30 Uhr

Paprika, schaut harmlos aus, hat aber 350.000-570.000 Scoville. Wird eher frisch verkocht, nicht getrocknet. Er ist der schärfste Chili der Mexikaner. Scotch Bonnet eine Art Glockenchili aus Jamaika, aromatisch und scharf, 100.000-325.000 Scoville. Naga Jolokia Red, indische Sorte die da