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Der WirtshausVerführer Franken40 kulinarische Ausflüge in der Metropolregion Nürnbergars vivendiMöffe itnVerk tlichenehrerre smittelnichbar

Der Wirtshaus- VerführerFranken40 kulinarische Ausflügein der Metropolregion NürnbergEin ars vivendi Freizeitführer

Autoren dieser Ausgabe:Steffen Bollermann, Jan Castner, Thilo Castner, Ulrike Eicher,Felicitas Igel, Tessa KorberBildnachweis:Alte Post, Kraftshof: S. 11, 12, 13; Alte Schule, Solnhofen: S. 43, 44; avv:S. 63, 64, 69, 70; Brauerei Alt, Dietzhof: S. 147, 149; Agnes Brunner: S. 114;Thilo Castner: S. 28, 34, 86, 92, 96, 99, 100, 105, 121, 130, 132, 142, 152, 154,161, 172, 174, 179, 190, 194, 195; Der Patrizierhof, Großlangheim: S. 109,110; Drei Kronen, Memmelsdorf: S. 123; Thorsten Eckardt, www.zweizunull.com: S. 33; Ulrike Eicher: S. 16; Gasthof Goldener Hirsch, Hirschbach:S. 170; Gasthof zum Falken, Mainbernheim: S. 104; Gasthof zur Sonne,Fiegenstall: S. 38, 39; Goldner Stern, Muggendorf: S. 163; Helmut’s Hofschänke, Leimershof: S. 126; Hotel Adlerbräu, Gunzenhausen: S. 58; HotelBlaue Traube, Berching: S. 188; Keidenzeller Hof, Keidenzell: S. 77, 78; Tessa Korber: S. 138, 139, 157; Landgasthof Fiedler, Oberroßbach: S. 88; Landgasthof Rittmayer, Willersdorf: S. 135; Landgasthof Schäferhof, Enderndorf:S. 54; Landgasthof Zenntaler Hof, Adelsdorf/Neuhof a.d. Zenn: S. 81, 82;Limes-Luftbild, Weißenburg: S. 55; Klaus Maigut: S. 185; Stephan Minx,www.foto heimat.de: S. 20, 22; Markus Raupach: S. 116, 117; RestaurantAbendmahl, Zweifelsheim: S. 73, 74; Restaurant Schwarzer Adler, Uttenreuth: S. 17; Restaurant Zum Fischkutter, Velden: S. 24, 25; Ulrich Riedel/Mediaagentur Weisslein: S. 47, 49; Stefan Schaller, www.schaller-foto.de:S. 60; Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg: S. 144; Reinhard Weirauch:S. 158; Simone Werner-Ney, www.webdesign-stube.de: S. 166; WinklerBräu, Lengenfeld: S. 181; Zum alten Schloss, Kleedorf: S. 30; Zum GoldenenLöwen, Kallmünz: S. 184; Zum Schloßwirt, Theuern: S. 176Bei der Realisierung dieses Buches ließen wir größtmögliche Sorgfaltwalten. Falls dennoch Informationen falsch oder inzwischen überholtsein sollten, bedauern wir dies, können aber auf keinen Fall eine Haftungübernehmen.Zweite, überarbeitete, erweiterte und aktualisierte Auflage 2015 2011 by ars vivendi verlag GmbH & Co. KG, CadolzburgAlle Rechte vorbehaltenwww.arsvivendi.comUmschlag: ars vivendi verlagSatz: Christine Richert, www.typoholica.deKarte: Ingenieurbüro Dieter Ohnmacht, FrittlingenLektorat (Überarbeitung): Julia Göpfert/Simon MeierKorrektorat: Eva WagnerDruck: Printera Grupa d.o.o., Sveta NedeljaPrinted in CroatiaISBN 978-3-86913-063-7

InhaltVorwort9Mittelfranken1 Eine Poststation zum VerweilenAlte Post in Kraftshof102 Ein Adler im Höhenf lugRestaurant Schwarzer Adler in Uttenreuth153 Fränkische Küche neu erfindenZum Roten Ochsen in Kalchreuth194 Echte Seemannskost in der Fränkischen SchweizRestaurant Zum Fischkutter in Velden235 Genussvolle Einkehr in der Hersbrucker SchweizZum alten Schloss in Kleedorf276 Nach einem Festessen zum LudwigskanalDie Blaue Traube in Burgthann327 Eine fränkische Wirtschaft, wie man sie schätztGasthof zur Sonne in Fiegenstall378 Einkehr im Theater-GasthausDie Alte Schule in Solnhofen419 Magnet für Gourmets und GenießerLandgasthof Siebenkäs in Pleinfeld4610 Feines aus Franken und der WeltLandgasthof Schäferhof in Enderndorf5211 »Pferdeäpfel« aus Omas KücheGasthof Adlerbräu in Gunzenhausen5712 Nur nicht am WochenendeGasthaus Weinländer in Cadolzburg62

13 Innovative KochkunstDas Restaurant Bauhof in Cadolzburg6714 Genuss und RuheRestaurant Abendmahl in Zweifelsheim7215 Behaglichkeit und HochgenussKeidenzeller Hof in Langenzenn-Keidenzell7616 Wild und mehr im ZenngrundLandgasthof Zenntaler Hof in Adelsdorfbei Neuhof an der Zenn8017 Harmonisches Zusammenspiel von Küche und WeinLandgasthof Fiedler in Oberroßbach8518 Carpaccio und RinderbäckchenBrauereigasthof Haag in Oberdachstetten9019 Kulinarische VerführungLandhaus Lebert in Windelsbach9420 Selig im WeinparadiesHeckenwirtschaft Zum Felsenkeller Hopfner in Weigenheim98Unterfranken21 Hochgenuss ohne EndeGasthof zum Falken in Mainbernheim10322 Mit Bacchus im BundeDer Patrizierhof in Großlangheim107Oberfranken23 Wer »a« sagt, muss auch »U« sagenDas Mahr’s Bräu in Bamberg11324 Lust auf bierige SpezialitätenDie Drei Kronen in Memmelsdorf120

25 Das ideale Familienausf lugszielHelmut’s Hofschänke in Leimershof12526 Oberfränkische SchlemmerstundenGasthaus Wurm in Röbersdorf12927 Mitten im KarpfenlandLandgasthof Rittmayer in Willersdorf13428 Klein und fein mit besonderer NoteDer Kugler-Wirt in Großenbuch13729 Fränkisches Bier mit fränkischer KücheFriedmanns Bräustüberl in Gräfenberg14130 Fränkische Tradition am Fuße des WalberlaBrauerei und Gastwirtschaft Alt in Dietzhof14631 Gekocht wird hier noch echt fränkischRestaurant-Café Zum Walberla in Kirchehrenbach15132 Ein Gedicht in BierNikl-Bräu in Pretzfeld15633 Gaumenschmaus im WiesenttalGoldner Stern in Muggendorf16034 Forellenschmaus am OchsenkopfWirtshaus auf’m Grassemann in Grassemann165Oberpfalz35 Forellen zum GenießenGasthof Goldener Hirsch in Hirschbach16936 Appetit auf Oberpfälzer Schmankerl?Zum Schloßwirt in Theuern17337 Festschmaus zu jeder JahreszeitWinkler Bräu Bräustüberl in Lengenfeld178

38 Kunst und Kulinarik in der OberpfalzZum Goldenen Löwen in Kallmünz18339 Semmelknödel und Bayerisch KrautGasthof Blaue Traube in Berching187Oberbayern40 Echt bayerische Schmankerl aus der RegionLandgasthof Euringer in Paulushofen192Zu den Autoren196Nützliche Adressen198Die Wirtshäuser200Register201

Vorwort 9VorwortDie Anzahl empfehlenswerter Gasthäuser in Franken und Umgebung ist schier unendlich, und so entschloss sich der Verlag,nach dem großen Erfolg des ersten Wirtshaus-Verführers von2006, im Jahr 2011 einen zweiten Band herauszubringen, mitweiteren erstklassigen Land- und Brauereigasthöfen, Schlemmerlokalen und historischen Weinstuben, aber auch einfachenbäuerlichen Gaststätten. Dieser liegt nun in völlig überarbeiteter, gewissenhaft aktualisierter und um weitere Gasthäuser bereicherter Neuauflage vor. Um den Hungrigen die Suche nacheiner Einkehrmöglichkeit in ihrer Nähe zu erleichtern, wurdeder Inhalt außerdem nach Regionen gegliedert.Wer etwas ganz Besonderes will und tief in die Tasche greifenkann, wird das Gewünschte ebenso finden wie der sparsame Familienvater, der mit seinen Kindern unterwegs ist. Und natürlich – wie könnte es in Franken anders sein – wartet die Mehrzahl der Wirtshäuser mit Klassikern der fränkischen Kulinarikauf, wie dem Schäufele oder einer deftigen Brotzeit, allerdingsoftmals verfeinert durch Einbeziehung delikater Speisen nachmediterranem oder asiatischem Rezept. Eines gilt jedoch für allegetesteten Gaststätten: In jeder kann der Besucher mit einer exzellenten Küche und vorzüglicher Bedienung rechnen.Erfreulich ist auch, dass sich unter den Gastronomen derTrend fortsetzt, hauptsächlich Produkte aus dem Umland zu verarbeiten und die Gäste mit leichter und bekömmlicher Kost zuerfreuen. Das Essen soll eben immer schmackhaft und appetitanregend sein, gleichzeitig aber auch fett- und kalorienarm.Alle angeführten Gaststätten sind wieder mit Bus und Bahnerreichbar. Zum Wohle der Umwelt kann das Auto also in derGarage bleiben. Außerdem ist jede Einkehr mit einem Vorschlag zu einem Stadtrundgang, einer Wanderung oder einemMuseumsbesuch verbunden. So können überflüssige Kalorien schnell wieder abgebaut werden, und nicht nur der Magenkommt auf seine Kosten, sondern der ganze Organismus.Von einem klugen Kopf stammt der Satz, dass, wer nicht genießen kann, eines Tages ungenießbar wird. Daher möge dieses Buch die Leser dazu anregen, das Vergnügen einer genussvollen Einkehr in einem bislang nicht bekannten Restaurantzu erleben!Dr. Thilo Castner

1 Eine Poststation zum VerweilenAlte Post in KraftshofGasthaus:Traditionsreiches Restaurant mit exzellenterfränkischer Küche, Kraftshofer Hauptstr. 164,90427 Nürnberg, Tel. 09 11/30 58 63,Thomas Bösl, www.altepost.netÖffnungszeiten:Tägl. ab 11.30. Durchgehend warme Küche.Mi Ruhetag. Reservierung empfohlen.Besonderheiten:Rustikale Gemütlichkeit im Kaminzimmer undanderen liebevoll gepflegten Gasträumen.Preisniveau:Mittlere Preisklasse. Kinderkarte.Anfahrt:Mit Straßenbahn (Tram 4) oder Bus bis Nürnberg »Thon«. Dann Stadtbus 31 Richtung Neunhofnehmen und in Nürnberg »Kraftshof« aussteigen.Blickt man von der Bushaltestelle nach Norden zurWehrkirche St. Georg, sieht man das Restaurant inca. 100 m Entfernung auf der rechten Seite.Dauer:Die Erkundung der Wehrkirche dauert etwa eine1/2 Std. Bis zum Neunhofer Schloss sind es rund20 Min. Hinzu kommt die Besichtigungszeit.Karpfen im BierteigIm Herzen des Knoblauchslandes, dem Gemüsegarten Nürnbergs, liegt Kraftshof. Der Ort wurde erstmals 1269 urkundlicherwähnt und gehört heute mit seinen rund 700 Einwohnernzu Nürnberg. Wegen seines typisch fränkischen Dorfcharakters, den es sich erhalten hat, ist Kraftshof zu einem beliebtenAusflugsziel der Städter geworden. Viele von ihnen kehren immer wieder gerne in die Alte Post ein, deren Ursprünge sichbis in das Jahr 1464 zurückverfolgen lassen. 2014 wurde das

Alte Post in Kraftshof 11550-jährige Jubiläum mit jeder Menge eigens für diesen Anlass hergestellten Schmankerln, wie dem Mirabellenbrand oderdem Alte Post-Wein, gefeiert.Die Alte Post hat eine lange Tradition, darauf ist Thomas Böslbesonders stolz. Der Inhaber und Chefkoch des alten Kraftshofer Gasthauses, den es beruflich bereits nach Hongkong,in die Schweiz und zu Sternekoch Dieter Müller geführt hat,leitet den Familienbetrieb nun schon in der vierten Generation. 2005 hat er ihn von seinem Vater Konrad »Conny« Bösl –ehemals Teamchef der Deutschen Köche-Nationalmannschaft– übernommen, nachdem beide einige Jahre zusammengearbeitet hatten. Jahrhundertelang befand sich in der Alten Postwirklich eine Poststation. Seine Großmutter habe sich noch umdie Post gekümmert, erinnert sich Thomas Bösl. Im Haus warzu der Zeit auch eine Metzgerei, erst Bösls Vater machte darausab 1971 ein richtiges Restaurant. 1993 wurde das Sandsteingebäude umgebaut. Die Räumlichkeiten haben ihren rustikalenCharme dadurch nicht verloren.Die Besucher erwartet zunächst ein liebevoll gepflegter Gast raum, der so gemütlich wie eine Bauernstube ist und in diekleinere Poststube übergeht – ein holzverkleidetes Separee miteiner auffälligen Deckenmalerei und Wandfiguren. Gegen über liegt das urige Kaminzimmer, das in den Wintermonatendurch einen großen Kachelofen beheizt wird. Besonders stilvollEin Traum aus Holz: die Zirbelstube

12 Alte Post in KraftshofIn der Alten Post werden Gaumen und Auge verwöhnt.ist das »Blaue Zimmer«, das für kleinere Feiern genutzt wird.Ebenso der größere Hochzeitssaal und die »Zirbelstube«, einZimmer, das komplett mit Zirbelholz verkleidet ist – und wunderbar danach riecht. Bei schönem Wetter lockt außerdem dersonnige Biergarten.In diesem gutbürgerlichen Ambiente serviert Thomas Bösleine traditionell-fränkische Küche, die deftig sein darf und dieer dennoch immer wieder gerne experimentell verfeinert. Aufdie Frische der Produkte kommt es ihm an, er verwendet saisonale Zutaten aus der Region und ändert etwa alle acht Wochendie Speisekarte. Mal stehen Spargel oder Pfifferlinge auf derTagesordnung, mal ist es Wild. In den Monaten mit »r« gibtes Karpfen, die Thomas Bösl auf die verschiedensten Arten zubereitet. Äußerst beliebt ist die Variante im Bierteig, die durchihre besonders knusprige Panade besticht.Doch auch ein »simpler« Sauerbraten mit Preiselbeeren,Kartoffelkloß und Rotkraut ist in der Alten Post ein Gedicht:zart das Rindfleisch, köstlich die hausgemachte Soße, prall undsaftig die Preiselbeeren, die frisch angerührt werden. Von fränkischen Bratwürsten und Schäufele bis hin zu aufwendigerenGerichten wie etwa dem zeitweise angebotenen »Argentinischen Rinderfilet mit Pfeffersoße« oder den »Fischfilets undGarnele auf Safransoße« hält das Kraftshofer Gasthaus für jeden Gaumen das passende Essen bereit.

Alte Post in Kraftshof 13Die Qualität der Alten Post hat sich freilich längst herumgesprochen, die ständige Präsenz im Michelin-Führer zeugt davon. Das Gasthaus ist zudem Mitglied der ehrenvollen Chaîne des Rôtisseurs, einer gastronomischen Gesellschaft mit Sitzin Paris, deren Ursprünge auf das 13. Jahrhundert zurückgehen. Das Bösl-Team ist als Caterer stark gefragt, und natürlichzieht es auch diverse Stammtische in regelmäßigen Abständenin die Kraftshofer Hauptstraße 164. Im Sommer sitzt man besonders schön auf der Terrasse des Gasthofs, die seit Kurzemauch einen Zugang zur Straße hat. Dies ist besonders für Radfahrer praktisch, die hier gerne eine Verschnaufpause einlegen.Vor dem Besuch dieses beliebten Lokals sollte man daher unbedingt reservieren.Wehrkirche St. Georg und Schloss NeunhofNur wenige Schritte sind es von der Alten Post zur WehrkircheSt. Georg, einer in der näheren Umgebung Nürnbergseinzigartigen Kirchenburg aus dem 16. Jahrhundert, die voneiner Mauer mit Wehrgang und Ecktürmen umgeben ist.Einladend steht das Torhaus offen, ein kurzer Abstecher inden Innenhof ist vor oder nach dem Essen fast ein Muss. Dorterwartet den Besucher zunächst ein alter Friedhof, der bis 1870genutzt wurde. Sehenswert ist aber auch die Kirche selbst, dieFrüher eine Poststation, heute eines der besten Gasthäuser vor den Toren Nürnbergs

14 Alte Post in Kraftshofneben einigen Kunstschätzen eine Holzdecke besitzt und an einenhellen gotischen Festsaal erinnert. Unter dem Altarraum befindetsich die Gruft der Freiherren Kreß von Kressenstein, einerbedeutenden Nürnberger Patrizierfamilie. Als Abschluss dieserkleinen Besichtigung kann der Besucher noch die Wehrmauernentlanggehen. Er wird staunen, denn es eröffnet sich ihm nachNorden ein wundervoller Blick über die Felder des Knoblauchslandes bis hin zu dessen Wahrzeichen: dem Schloss Neunhof.Wer seinen Ausflug jetzt gerne noch verlängern möchte, erreichtdiesen spätmittelalterlichen Herrensitz von der Alten Post aus inrund 20 Minuten zu Fuß (alternativ fährt auch der Stadtbus 31von Kraftshof nach Neunhof, Haltestelle »Kriegerdenkmal«).Der Weg führt vor der Wehrkirche nach links, die KraftshoferHauptstraße entlang, der man etwa einen Kilometer bis nachNeunhof folgt. Dort geht es geradeaus weiter über die ObereDorfstraße. Am Neunhofer Schloßplatz biegt man dann rechtsab, das Schloss ist hier schon ausgeschildert. Der Patrizierlandsitzwurde um 1478 errichtet und beherbergt heute eine Dependancedes Germanischen Nationalmuseums. Sehenswert sind u. a. dieoriginale Inneneinrichtung des 16. bis 19. Jahrhunderts, einebarocke Hauskapelle und der rekonstruierte Renaissancegarten.Ulrike EicherInformationen:Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Georg, NürnbergOT Kraftshof, Kraftshofer Hauptstr. 165, 90427Nürnberg, Tel. 09 11/30 59 98, www.kraftshof.deWehrkirche St. Georg, Ostersonntag–Reformationsfesttägl. 8.00–18.00, in den Wintermonaten geschlossen. Kostenlose Führungen können mit dem Pfarrbüro (s. o.) vereinbart werden.Schloss Neunhof, Neunhofer Schloßplatz 4, 90427 Nürnberg. Dependance des Germanischen Nationalmuseums, Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg,Tel. 09 11/1 33 10, www.gnm.de (unter »Ausstellungen« »Außenstellen«). Das Schloss bleibt wegen Sanierungsmaßnahmen noch bis ins Jahr 2015 geschlossen.

Ein Adler im HöhenflugRestaurant Schwarzer Adlerin UttenreuthGasthaus:Schlemmerlokal mit gehobener internationalerKüche, Marloffsteiner Str. 17, 91080 Uttenreuth,Tel. 0 91 31/9 08 22 70, Thomas gszeiten:Mo 17.00–22.00, Di–Sa 11.30–14.00 und17.00–22.00, So und Fei 11.30–22.00.Besonderheiten:Schöne Gartenterrasse mit mediterranem Flair undelegante Räume in sehr altem Fachwerk. Zum Res taurant gehört ein Drei-Sterne-Hotel.Preisniveau:Mittlere Preisklasse.Anfahrt:Mit der Bahn (S 1 oder R 2) nach Erlangen, dannden Regionalbus 209 in Richtung Neunkirchen amBrand bzw. Eschenau nehmen und in »Uttenreuth/Marloffsteiner Str.« aussteigen. In die Marloffsteiner Str. einbiegen und ihr ca. 300 m bis zumSchwarzen Adler folgen.Dauer:Von der Bushaltestelle zum Restaurant sind esrund 5 Min. Der Spaziergang vom Restaurant nachBuckenhof dauert ca. 45 Min.Historisches Fachwerk trifft mediterrane LoungeSpaziert man die Marloffsteiner Straße entlang, fällt derSchwarze Adler sofort ins Auge: Das schmucke Fachwerkhausmit dem hervorstehenden Erker gilt als ältester Fachwerkbaudes östlichen Frankens. Das Gebäude stammt vermutlich ausdem 16. Jahrhundert und wurde 1581 im Buch des Rittergutes2

16 Restaurant Schwarzer Adler in UttenreuthUttenreuth erstmals als Gaststätte erwähnt. Von 1780 bis zumZweiten Weltkrieg befand sich direkt daneben eine Brauerei,und im unteren Teil des Fachwerkbaus eine Metzgerei.Zwischen beiden Gebäuden lag ein weithin bekannter Tanzsaal,in dem Bälle sowie die legendären Zusammenkünfte derStudentenverbindung »Uttenruthia« stattfanden. Während desHitlerregimes wurde der Saal zu Parteitreffen genutzt. Erst nachKriegsende erlebte er ein prunkvolles Comeback. Dann jedochstand das Haus mehrere Jahre leer und verfiel zusehends, bisdie Gemeinde es in den 1980ern erwarb und von Grund aufrenovierte.Als Thomas Dörflein, geprüfter Hotel- und Restauranttester, den Schwarzen Adler im Jahr 2006 übernahm, fand er einWirtshaus im bäuerlichen Stil vor. Er gestaltete es komplett neuund machte daraus eine der nobelsten und ambitioniertestenAdressen der Region. Mittlerweile kann der Schwarze Adler dreiSterne Superior vorweisen. Aus einer einfachen Terrasse wurde ein schicker Lounge-Bereich mit mediterranem Flair, der inder Kategorie »Gartenrestaurant« den 1. Platz beim Gastronomiepreis Franken 2010 gewann. Auch die Innenräume strahlenseither eine gediegene Eleganz aus, die sich auf charmantesteWeise mit dem alten Gemäuer verbindet. Neben dem eigentlichen Restaurant sind da ein romantisches Hochzeitszimmer,ein altdeutsches Erkerzimmer und ein historisches KellergewölFachwerk aus dem 16. Jahrhundert: der Schwarze Adler

Restaurant Schwarzer Adler in Uttenreuth 17Der Schwarze Adler lockt mit gehobener internationaler Küche.be, in dem stimmungsvoll gefeiert werden kann. Feste findenauch wieder im großen Gasthaussaal statt, der zudem regelmäßig Theater- oder Ballettaufführungen beherbergt.Der gute Ruf des Schwarzen Adlers lässt sich freilich nicht alleine auf die einladenden Räumlichkeiten zurückführen. Es ist vielmehr die gehobene internationale Küche, die bereits mehrfachausgezeichnet wurde – zuletzt mit dem 2. Platz beim Gastronomiepreis Franken – und schon Prominente wie die CSU-PolitikerJoachim Herrmann oder Günther Beckstein nach Uttenreuth gelockt hat. Für das hervorragende Essen zeichnet KüchenchefinWadija Salik verantwortlich. Mit der heute erst 29-Jährigen hatsich Dörflein 2008 eine Köchin ins Haus geholt, die in ihrer kurzen Karriere schon beeindruckende Stationen vorweisen kann.So führte es sie beruflich bereits nach London, zum renommierten Sterne-Koch Anton Mosimann, dessen Partyservice unter anderem auch das englische Königshaus beliefert.Gemeinsam mit ihrem Küchenteam, drei ebenfalls sehr ambitionierten Köchen, die noch jünger sind als sie selbst, erstelltSalik alle zwei bis drei Monate eine neue Speisekarte. Gekochtwird im Schwarzen Adler stets frisch, mit Produkten, die saisonal abgestimmt sind und aus der Umgebung bezogen werden.Was auf den Teller kommt, ist echte und unverfälschte Qualität.Niveauvolle Kreationen wie etwa der »Hirschrücken gebratenunter einer Orangenkruste auf Preiselbeersoße«, gereicht mitaufwendigen Beilagen, befriedigen den anspruchsvollen Gast.

18 Restaurant Schwarzer Adler in UttenreuthDaneben finden auch regionale Gerichte wie das Schweinelendchen Eingang in die Karte. Serviert wird dieses dann beispielsweise in »Schalottensoße auf Süßkartoffel-Püree, dazu sautierte Champignon-Köpfe gefüllt mit Pflaumen und Nüssen«. Hatman eine solche Köstlichkeit einmal probiert, möchte man garantiert wiederkommen.Zeigt sich die Küche unter der Woche vorwiegend gehobenund international, so sieht die Sonntagskarte eher traditionell-bodenständige Speisen vor – da darf es dann auch mal der Schweinebraten oder die Forelle Müllerin Art sein. Einmal im Monat istaußerdem Schäufeletag. Mit dieser Aufteilung möchte das Teamgewährleisten, dass sich auch die alteingesessenen Uttenreuthernoch in »ihrem« Schwarzen Adler wohlfühlen. Das Konzept gehtauf, denn es ist für jeden Gaumen das Richtige dabei.Von Uttenreuth nach BuckenhofWer sich nach dem Schlemmen noch ein wenig bewegenmöchte, kann einen gemütlichen Spaziergang durch den Sebalder Reichswald nach Buckenhof machen und dort erst dieHeimreise antreten. Der Weg führt zunächst die MarloffsteinerStraße wieder zurück in Richtung Gräfenberger Straße. Dieseüberquert man und läuft geradeaus weiter in die Maria-GebbertStraße, die rechter Hand in die Tennenloher Straße übergeht.Dieser folgt man einen knappen halben Kilometer bis zumParkplatz am Waldrand. Hier passiert die Eisenstraße den Wald,sie führt ostwärts nach Weiher und westwärts nach Buckenhof.Man folgt dem Schild Richtung Buckenhof und hält sich an einer Weggabelung rechts. Nach etwa 15 Minuten erreicht manden Ort. Dort bleibt man noch ca. 550 Meter auf der Eisenstraße, bis sie auf die Gräfenberger Straße trifft. Man biegt links indiese ein und kommt nach weiteren 350 Metern an die Haltestelle des Regionalbusses 209, der nach Erlangen zurückfährt.Ulrike EicherInformation:Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth, Erlanger Str. 40,91080 Uttenreuth, Tel. 0 91 31/5 06 90,www.uttenreuth.de

Fränkische Küche neu erfindenZum Roten Ochsen in KalchreuthGasthaus:Gemütliches Dorfwirtshaus mit gehobenem Niveau, Weißgasse 10–12, 90562 Kalchreuth,Tel. 09 11/5 18 09 17, Jörg n:Di–So 10.30–24.00. Küchenpause 15.00–16.30.Mo Ruhetag.Besonderheiten:Lauschiger Biergarten. Ausgebauter alter Stadelund stimmungsvoller Weinkeller mit erlesenenWeinen und edlen Obstbränden.Preisniveau:Mittlere Preislage. Auf Wunsch Seniorenteller undKinderportionen.Anfahrt:Mit der »Gräfenbergbahn« (R 21) vom NürnbergerNordostbahnhof nach Kalchreuth. Hier rechts indie Bahnhofstr., anschließend links in die Schulstr.und auf der Weißgasse geradeaus zum Gasthaus.Dauer:Vom Bahnhof zum Roten Ochsen 5 Min. Für denSpaziergang durch den etwa 3 km langen Kirschenrundweg ist 1 Std. anzusetzen.Kochkunst seit mehr als 200 JahrenDas Stammhaus des Roten Ochsen, im Jahr 1809 erbaut, hatim Laufe der Zeit zahlreiche Erweiterungen, Umbauten undModernisierungen erlebt. Ein Wirtshaus war es jedoch von Anfang an, gleichzeitig auch ein florierender Bauernhof, späterergänzt durch eine Metzgerei, sodass alte Kalchreuther immernoch vom »Metzger« sprechen, wenn sie zum Ochsen gehen,obwohl die Metzgerei längst der Vergangenheit angehört.3

20 Zum Roten Ochsen in KalchreuthDer lauschige Biergartenhinter dem WirtshausJörg Meisel, der junge Chef des Hauses, hat die Wirtschaftvon seinen Eltern in der siebten Generation übernommen. Permanent auf dem großen Areal im Einsatz – wenn auch meistungesehen – ist der Chef immer da und erfüllt die persönlichenWünsche seiner Gäste. Sein Ehrgeiz ist, Bewährtes der fränkischen Küche zu erhalten und gleichzeitig neue Konzeptionen zuentwickeln. Zuständig für die Gaumenfreuden ist KüchenchefToni Burger mit seinem Team. Essigbrätlein, Milchlammhäxleund krachend-röscher Kümmelkrustenbraten: Die aufeinandereingeschworene Mannschaft vertritt die urfränkische Kochkunstalter Hausrezepte mit derselben Hingabe, mit der sie auch modernere und leichtere Gerichte perfektioniert. Letztere auch gerne mal mit Mango, Ingwer und Limette.Gästepflege wird im Roten Ochsen ebenfalls groß geschrieben:So hat Judith Bär ihre Servicemannschaft nicht nur perfekt eingeschult, sondern bezaubert auch mit ihrem freundlichen Lächeln.Angeboten wird ausschließlich qualitativ hochwertiges undgesundes Essen. Denn Grundsatz des Hauses ist: Fleisch, Ge-

Fränkische Schmankerl:von klassisch bis modern Wie weit würden Sie für gutes Essen gehen? Dass der Wegzur Gaumenfreude nicht lang sein muss, zeigt Der Wirtshaus-Verführer Franken mit 40 Genießer-Ausflügen. AlleZiele sind bequem mit dem öffentlichen Nahverkehr undeinem gemütlichen Spaziergang erreichbar. Kosten Sie dieregionale Vielfalt und kulinarische Weltoffenheit der fränkischen Küche anhand dieser Landkarte des Geschmacks.Und genießen Sie schon jetzt die Vorfreude auf ein Paarhausgemachte Bratwürste, ein knuspriges Schäufele oderein Altmühltaler Lammcurry.· 40 eingehend getestete Einkehrempfehlungen· Detaillierte Informationen zum kulinarischen Angebot,Besonderheiten, Preisniveau und Ausflugsmöglichkeiten· Ausführliche Beschreibung der Anfahrt mit den öffentlichen VerkehrsmittelnISBN 978-3-86913-063-7 13,90 [D] 14,30 [A]www.arsvivendi.comEINFÜRFRANKEN

Winkler Bräu Bräustüberl in Lengenfeld Zum Goldenen Löwen in Kallmünz Gasthof Blaue Traube in Berching Oberbayern Landgasthof Euringer in Paulushofen 29 28 27 26 25 24 23 22 21 FRANKEN EIN FÜ