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HausT h e m e n s c h w e r p u n k t :Unser GartenS o m m e r2 0 1 8

2S o m m e r - A u s g a b e2 0 1 8I n h a l tI m p r e s s umHausjournaldes Nikolaus-Cusanus-HausesAusgabe: Nr. 74, 1/2018Auflage: 1.200 ExemplareHerausgeber:Nikolaus-Cusanus-Haus e.V.Lebensgemeinschaft im AlterTörlesäckerstraße 970599 StuttgartTel 49 (0)711 - 4583 - 0Fax 49 (0)711 - 4583 - 805Verantwortlich:Margit Kees-Baumann,Frieder Stehle-Lukas.Redaktion:Meike Bischoff,Margit Kees-Baumann,Annegret Scheerer,Andreas Bockemühl,Eckehard Rauch,Frieder Stehle-Lukas,Albrecht Strebel.Für die Beiträge unsererBewohnerinnen und Bewohnerdanken wir herzlich.Anzeigenbuchungen:Annegret Scheerer DW - 801Konzeption & Gestaltung:Kommunikationsdesign H. HaasZum Geleit–»Zu sommerlichen Höhen «, Rudolf Steiner, Seelenkalender3––––––––4Im Gespräch mit unserer Gärtnerin, Helga Schneider7Der Kräutergarten: Ein Rundblick v. Hannelore Oßenberg-Neuhaus 10Der Blick von oben im Frühling von Albrecht Strebel12Der Garten – ein Gesundbrunnen von Helja Trumpf heller14Der Garten bedeutet für mich von Helga Schneider16Hurrah! Unser Brünnele ist wieder da! von Doris Karutz17Die Anfänge unseres Gartens Interview mit Rolf Ruthardt»Witt-Witt« – ein Drama mit einem glücklichen Ausgangvon Linde Bassler18Beiträge rund ums Haus–Entwicklung im Haus – Stand der Dinge v. Frieder Stehle-Lukas–Kreativität von Edda Epple–Fildermützometer von Meike Bischoff–Unsere erneuerte Bibliothek – ein Brief an Gundolf Bockemühlvon Meike Bischoff–Was bedeutet mir die Bibliothek? von Linde Ipowitz–Das Nikolaus-Cusanus-Haus und seine Förderervon Frieder Stehle-Lukas–Manfred Welzel – ein Nachruf von Meike Bischoff–Anekdoten aus dem HausBildquellen:Titel: Henrike Haas;NCH Archiv; Philip Kottlorz.Rückblick–Farbtupfer im Alltag von Simone von DufaisVeranstaltungskalender Sommerfest bis Weihnachten 2018–Unsere AusstellungenEs nimmt mein menschlich FühlenIn seine Raumesweiten mit,Erahnend regt im Innern sichEmpfindung, dumpf mir kündend,Erkennen wirst du einst:202224Dich fühlte jetzt ein Gotteswesen.2630Rudolf Steiner31343639Ausblick–Zu sommerlichen HöhenErhebt der Sonne leuchtend Wesen sich,ThemenschwerpunktDruck:Offizin ScheufeleDruck und Medien GmbH Co.KGSpendenkonto:Voba EsslingenIBAN:DE 82 6119 0110 0100 5550 04BIC: GENODES1ESSS e it e5459Anthroposophischer Seelenkalender 1912 /13zur 2. Juni woche

45t h e m e n s c h w e r p u n k tDie Anfänge unseres Gartens dazu haben wir Rolf Ruthardt – unseren langjährigen technischen Leiter – befragt.Herr Ruthardt, Sie haben sich über zwei Jahrzehnte um den Garten gekümmert. Wie entstand unsere heutige Gartenanlage?Rolf Ruthardt,langjährigerTechnischer LeiterAuf diesem PflanzplanAusschnitt von 1991ist jeder Baum oderStrauch mit Bezeichnungfestgehalten.Mitte 1991 gab es einen Gartenkreis mit den Damen von Blücher, Bockemühl, Harmening, Weinmann, Wilkens und mir.Unser Anliegen war es, den Garten vorzuplanen und Akzentezu setzen. So sollte in jedem Flügel des Hauses eine Jahreszeitden Schwerpunkt bilden. Der Frühling im Gartenausgang, derSommer im Westflügel und der Herbst im Südflügel. Ja, undnicht zu vergessen das Rosenrondell vor dem Eingangsbereich,das war ein besonderes Anliegen von Helga Harmening.Wie wurden diese Planungen dann umgesetzt?Die konkrete Umsetzung und Fachplanung übernahm die Firma Mürdter. Peter Mürdter hatte schon für das Baugesuch desNikolaus-Cusanus-Hauses die Wege nach den Brandschutzauflagen ausgewiesen und in das ansteigende Gelände eingefügt.Es gab regelmäßige Treffen mit den Fachplanern der Firma in Pfullingen, bei denen wir unsere Ideen einbringen konnten.Und wann kam die konkrete Umsetzung?Schon im Frühjahr 1992 begannen diePf lanzungen. Das war gar nicht so einfach, da im Haus noch gebaut wurde undüberall um das Haus herum Bauschuttund Bauzufahrten sich befanden. DasRondell mit den Rosen konnte erst ein Jahrspäter 1993 angelegt werden.Wer kümmerte sich in der Anfangszeit umden Garten?Im Laufe des Jahres 1992 verkleinerte sichder Gartenkreis, da Helga Harmeningausschied. Der Gartenkreis blieb weiterhin für den Garten verantwortlich undmit großer Hilfe aus der Bewohnerschaftwurde der Garten sogar eigenständig gepflegt und versorgt. Charlotte Glück, Helga Schneider, Lise Messner, Linde Bassler,Johanna Schmid und Joachim Veil sindhier zu nennen. Erst 1995/96 übernahmdann die Firma Mürdter die Gartenpflege– unsere BewohnerInnen konnten die umfangreiche Arbeit nicht mehr leisten. Abdieser Zeit bestand der Gartenkreis auchaus Frau Glück, Frau Messner, Frau Wilkens und mir.Und was wurde Neues geschaffen?Die Kompostanlage, zu der Herr Peternoch die Grundlage legte, entstand baldnach Eröffnung des Hauses. Ja, und PeterOben und Mitte: Ansichten des Eingangsbereiches 1992, unten: die Gartenseite 1991

67t h e m e n s c h w e r p u n k tIm Gespräch mit unserer GärtnerinMayer hat über viele Jahre den Kompost mit biologisch-dynamischen Präparaten auf bereitet undim Garten Hornmist und Hornkiesel gespritzt.Und durch Frau Oßenberg entstand unser Kräutergarten. Neu angelegt wurden – auf Initiative vonCharlotte Glück – die Krokuswiese vor dem Hausesowie die Schnittblumenbeete für die Jahreszeitentische – hinter der Kompostanlage und dem Mitarbeiterhaus – das war das Werk von Lise Messner.Helga Schneider ist für die Pflege der Garten- und Außenanlagen des Nikolaus-Cusanus-Hauses maßgeblich verantwortlich.Sie ist gelernte Heilerziehungspflegerin und Gärtnermeisterin.Nach mehreren beruflichen Stationen – auch vielen Jahren imHöhenpark Killesberg als Gärtnerin und zwei Jahren Ausbildung im Waldorflehrerseminar in Stuttgart zur Fachlehrerinfür Gartenbau – kam sie 2015 ins NCH.Was konnte nicht umgesetzt werden?Vorausschickend möchte ich Helja Trumpf heller (Bewohnerinseit 2013, Anm. der Redaktion) erwähnen und ihr meinen aufrichtigen Dank zukommen lassen: Sie hat fast alle Beete im hinteren Garten, die für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen,jahrelang gehegt und gepflegt. Wenn es ihre Kräfte erlauben,stellt sie ihre Hilfe auch jetzt noch gerne zur Verfügung.Es war ein über 150 m langer Wasserlauf vom Ruheplatz, Ebene 3 Westflügel, entlang des Weges imSüden des Gartens bis in den Innenhof geplant.Das Gefälle im Gelände wäre dazu bestens geeignet gewesen. Allein die Kosten waren zu hoch undwir mussten darauf verzichten. Vielleicht kann dasja irgendwann noch realisiert werden.Herr Ruthardt verraten Sie uns noch Ihr Lieblingsplätzchen in unserem schönen Garten?Da habe ich sogar zwei! Oben an den Quellsteinenund das Pfingstrosenbeet bei der Baumelbank, dasist ein Kind von mir.Herr Ruthardt,herzlichen Dank für das Gespräch!Das Gespräch führte Eckehard Rauch,Mitglied der Redaktion.Die beiden Lieblingsgartenplätzevon Rolf Ruthardt.Frau Schneider, was fällt Ihnen ein, wenn Sie sich an die ersteZeit Ihrer Tätigkeit bei uns erinnern?Helga Schneider,GärtnerinLobend erwähnen möchte ich auch meinen Kollegen, ManfredBroneske – unsere gute und meist unsichtbare Seele des Gartens. Er mäht den Rasen, reinigt Schächte, fegt, siebt den Kompost und unterstützt mich in vielem, wenn ich Hilfe brauche.Als ich mit meiner Arbeit anfing, musste ich feststellen, dassder Bewuchs des Gartens zum Teil recht bedrängend wirkte, dieWege waren eng und auch dunkel. Es war an der Zeit, mit demrichtigen Rückschnitt Luft und Licht für Menschen und Pflanzen zu schaffen. Der Blick nach oben sollte offen und frei sein.Es war notwendig, einzelne Sträucher und Bäume freizustellen,um sie wieder als Individuen erkennbar zu machen.Durch die Neugestaltung und sehr unterschiedliche Bepflanzung der Beete am Eingangsbereich haben wir erreicht, dassvon Januar bis hin zum ersten Frost immer unterschiedlicheBlütenschwerpunkte zu erkennen sind. So gibt es das ganzeJahr über immer etwas Neues zu entdecken und zu bestaunen.Manfred Broneskemit dem Gartenrückschnitt des Frühjahrs.

89t h e m e n s c h w e r p u n k tWas ist das Besondere am Gar ten desNikolaus-Cusanus-Hauses?Vielfältige Blütenprachtbeim Haupteingang.Das lauschigePlätzchenmit Alpenveilchen imhinteren Garten.Es gibt mit Sicherheit nur sehr wenigeEinrichtungen für ältere Menschen miteinem so schönen und vielfältigen Garten. Jede Terrasse hat durch die unterschiedlichsten Bewohner ihren eigenenund individuellen Charakter, frei nachdem Motto: Wer kann, der soll und darf selbst Hand anlegen!Im hinteren Garten gibt es eine Stelle zum Verweilen. ZweiBänke stehen einander im Halbrund gegenüber – dazwischeneine Skulptur und dahinter auf leichter Erhöhung blüht etwasBesonderes: ein Teppich von Cyclamen ( Alpenveilchen). Das erinnert mich an englische Gärten und soweit ich informiert bin,hat dieses Fleckchen Erde seinerzeit unsere Bewohnerin LiseMessner gepflanzt und betreut. Sie hat die Alpenveilchen ausIsrael mitgebracht.Eine weitere Rarität ist die rosa Götterblume oder Sternschnuppenblume (Dodecatheon meadia) rechts vor dem Eingang in derNähe des Bänkchens. Sie gehört zur Familie der Primelgewächse, Herkunftsland Nordamerika und zum Liebhabersortimentunter den Stauden. Ihre violettrosa Blütenköpfe sehen aus wieeingefärbte Federbälle und ähneln den Blüten von Alpenveilchen. Die Blüte erstreckt sich normalerweise von Mai bis Juni(dieses Jahr ca. 1 bis 2 Wochen früher). Nach der Blüten- undSamenausbildung ziehen die Blattrosetten über den Sommervollständig ein, um im nächsten Frühjahr neu auszutreiben.Damit sie nicht gestört werden, werden sie von mir mit einemStöckchen markiert.Was muss im Laufe eines Jahres in unserem Garten getan werden?Im Januar und Februar bedürfen die Gehölze eines Rückschnitts. Das dient dazu, die Pflanze zu verjüngen, der Wuchsnicht zu hoch wird und verhindert, dass die Pflanzen sich gegenseitig Licht wegnehmen. Außerdem müssen die Spazierund Gehwege freigehalten werden, sonst wächst alles schnell zuund das Durchkommen für spazierengehende Bewohner würde behindert. Der Rosenrückschnitt und das Durchjäten der gesamten Beete erfolgt dann im März oder April – je nach Wetterund Vegetationslage. Darauf hin kann das Bepflanzen der Beetemit den Frühjahrsblühern wie zum Beispiel den Stiefmütterchenoder Vergissmeinnicht erfolgen. Wenn es im Frühjahr rechttrocken ist, gibt es beim ersten Blattaustrieb gerne Läuse. Diewerden dann von uns mit Neudosan (Seifenlauge/Nützlingschonend) meist erfolgreich bekämpft.Ab Johanni bin ich die meiste Zeit mit Rückschnittarbeitenund dem Unkrautjäten beschäftigt und das zieht sich danndurch bis zum Herbst. Im September sollten – falls erforderlich – neue Stauden gepflanzt werden – diese haben dann überden Winter Zeit, gut einzuwurzeln und ihre ganze Pracht imnächsten Frühjahr zu entfalten. Und natürlich müssen vordem ersten Frost auch alle Blumenzwiebeln wie Tulpen, Narzissen und Osterglocken gesetzt werden, damit der Garten imneuen Jahr wieder erfrischend bunt und lebendig ist.Welche Projekte stehen als Nächstes an?Es gibt natürlich immer viel zu tun, aber da seitens der Bewohner und Gäste öfter nachgefragt wird, wie denn diese Pflanzeoder jener Strauch heißt, möchten wir gerne im nächsten Jahrbei unseren »Raritäten« Namens-Schildchen aufstellen. Zum Beispiel bei der Gelbbirke und dem Indigostrauch beim Kompostoder bei der Schneeforsythie (hinter der Kapelle gleich links).Frau Schneider, haben Sie einen Lieblingsplatz im NCH Garten?Wenn im Frühling auf der Südseite die japanische Zierkirscheso wunderbar rosa blüht, genieße ich dort die Ruhe inmitteneiner »Wolke aus Bienengesumme« – das ist mein Lieblingsplatz!Frau Schneider, herzlichen Dank!Das Gespräch führte Annegret Scheerer, Mitglied der Redaktion.Götterblume imMai 2018Oben: UnserIndigo-Strauch nahedem Kompost.Unten: Das großeStaudenbeet am Eingangim Frühsommer.

1011t h e m e n s c h w e r p u n k tDer Kräutergarten: Ein RundblickHannelore Oßenberg-NeuhausDas Kräutergärtlein im Nordosten unseres großen Gartengeländes, dort, wo der Kompost reift, ist eine Insel inmitten eines Meersvon Gänseblümchen, Gras, Wegerich, Löwenzahn und Moos.Ein niedriger Holzzaun mit grauem Flechtenpelz grenzt diesekleine Fläche von etwa 36 qm ein. Ein knorriger Holunder breitet sein üppiges Dach über den Eingang und seine tellergroßen,weißen Blüten duften in den Frühling.Borretsch(Gurkenkraut/Bienenpflanze)mit seinendekorativen undessbaren Blüten.Was hält dieses kleine Gärtlein für uns bereit?Da ist der Schnittlauch – unser Hauptlieferant. Er wächst willigund ausdauernd von April bis in den Oktober. Wenn Sie, lieberLeser, Appetit auf Schnittlauchröllchen haben, machen Sie einen kleinen Spaziergang und ernten Sie, indem Sie die kräftigen Triebe bitte immer dicht über der Erde abschneiden. Die rotenBlüten mit dem Stängel aussortieren. Sie sind nicht essbar. Esstehen Ihnen dort sogar in einem kleinen Geviert Küchenmesserzur Verfügung!Die Zitronenmelisse: Ernte der Triebe auch mit Blüte bis Juni/Juli.Der Liebstöckel (Maggikraut): Ernte der Blätter oder der frischenTriebe ohne die Blüten.Der Rosmarin: Ernte kurzer Stängelabschnitte mit Blüten.Der Sauerampfer: Ernte der frischen Blätter ohne Blüten.Das Bohnenkraut: Ernte der ganzen Pf lanze mit den Blütenohne die Wurzeln.Die Pfefferminze: Ernte der Blätter und blühenden Triebe.Der Borretsch: Ernte der Blätter und Blüten.Die Pimpinelle: Ernte der zarten Fiederblätter und Triebe ohnedie Blüten.Die Schafgarbe: Ernte der Blätter und Blüten.Wer die Brennessel liebt, findet sie an der Nordseite außerhalbdes Zaunes.Auch der Salbei steht außerhalb an der Süd-/Ostseite. Bitte nurdie ausgewachsenen Blätter ernten!Kein Glück hatten wir bisher mit der begehrten Petersilie.Wer Rat zu geben weiß, möge sich bitte melden.Ein seltener Gast aus China hat sich im Gärtlein eingenistet.Es ist die Lichtwurzel, deren Ernte sehr aufwändige Anbaumethoden erfordert. Als »Pflanze der Zukunft« (nach RudolfHanneloreSteiner) verdient sie unsere Aufmerksamkeit und das Gastrecht.Damit haben wir unsere kleine Insel ausgespäht.Ich wünsche uns allen ein gutes Gartenjahr.Oßenberg-Neuhausim Jahr 2010neben frisch geerntetenLichtwurzeln.LichtwurzelEinige Anmerkungen zur(Dioscorea batata):1924 wies Rudolf Steiner auf die Eigenschaften dieser Wurzel-Knolle hin, in besondererWeise Lichtenergie zu speichern und empfahl sie als notwendigen Bestandteil unsererzukünftigen Ernährung. Sie wirkt tonisierend auf Milz und Nieren, senkt den Blutzucker und den Cholesterinspiegel. Nahrungspflanzen mit Lichtäther-Betonung sind:Dinkel, Gerste, Roggen, Hafer und Einkorn mit länglichem Korn. Rudolf Steiner empfahl, die Kartoffel in der Zukunft durch die Lichtwurzel zu ersetzen, weil sie den Lichtäther zurückdrängt, indem sie sich durch Wachstum im Dunkeln dem Licht entzieht.Der Salbei lugtdurch den Jägerzaun.Weitere Informationen über die Lichtwurzel gibt es bei Andreashof Jeridin GmbH inÜberlingen, www.andreashof-bodensee.de, [email protected]

1213t h e m e n s c h w e r p u n k tDer Blick von oben im FrühlingAlbrecht Strebelim Frühling, so lange die Bäume noch nicht belaubt sind: AmHorizont die Wälder des Schönbuchs, davor die weiten Ackerflächen, die noch brach liegen, der schnurgerade Weg zu den kubischen Blöcken des Asemwald, der Parkplatz mit den brav aufgereihten Autos – alles sauber geordnet, rechteckig, geradlinig.Albrecht Strebel,Bewohnerpracht wird genützt, begangen, geschätzt.keine Minute Arbeit in diese Anlage gesteckt und darf sie dochgenießen und sie »meine Welt« nennen. Aber ich kann mir vor-stellen, wie viel Arbeit und Engagement in diesem Stück Landsteckt, aber auch, wie viel Liebe, Hingabe und Freude.»Man ist demHerzen Gottesnirgendwo näher alsin einem Garten.«Dorothy Frances Gurney(amerikanischeDichterin)Das berührt auch mein Herz, und ich möchte all denen danken,die dieses Gartenwunder möglich machen.Alte Dorfstraße 53 · 70599 Stuttgart-Birkach · Telefon 45 35 20www.physiotherapie-pflueger.dekt GesununeitdhBlick von Ebene 6RichtungBirkacher Feldund Asemwald.Dann kommt der Blick näher zu einem Kranz von Bäumen,die gerade ein zartes Grün ansetzen, darunter Büsche, ganzunregelmäßig am sanften Abhang verteilt. Da beginnt eineandere Welt, unsere Welt, meine Welt. Da sind die Linien derGartenwege sanft geschwungen, eine Art Rondell umfasst eintropfenförmiges Rasenstück, Bänke sind in geschwungenenAusbuchtungen aufgestellt. Und in der Rasenfläche sind Blumenbeete eingepf lanzt, mal rund, mal oval oder in anderenphantasievollen Formen. Daein kleiner Steingarten, dortein Vogelbad, hübsch von Grünumrankt. Und dann: diese Farbenpracht! Eine wahre Explosion an Farben. Vorherrschenddas frühlingshafte Gelb in denForsythien, den Tulpen undNarzissen. Dazwischen Farbtupfer von Blau und Violettund den verschiedensten Nuancen von Grün. Zur rechtenSeite sehe ich das Wunder desjapanischen Kirschbaums, eineBlütenwolke von unbeschreiblichem Zauber. Die Blütenblättchen beginnen schon schleierartig herabzuregnen und bedecken die Wege wie zarter Schnee. Daneben die Magnolie imblendenden Weiß ihrer Blüten. Manche Bewohner der Gartenebene haben schon die Gartenmöbel herausgestellt. Das machtdas Bild noch lebendiger. Dieser Garten mit seiner Blumen-Ich muss gestehen: Ich kenne die Namen der wenigsten Blumen.Ich weiß nicht einmal, ob das mit der japanischen Kirsche oderder Magnolie stimmt. Vielleicht ist es ja ein Apfelbaum. Ichmuss mal fragen Ich habe keinen Finger krumm gemacht,TrefpVon der Ebene 6 schweift der Blick ins weite Land, besondersPhysiopraxis PflügerSeit 1991 sind wir hier im Haus fürBewohner und Mitarbeiter da.Freuen Sie sich jetzt auf neue Kurse imHaus Birkach und das individuell betreute Gerätetraining in unserer Praxis. räte-TrainingKURSEEU!N- Rückenfit (Kassenbeteilig. bis 85 %)- Nordic Walking für Menschen mit Gelenkersatz- Beckenbodengymnastik

14t h e m e n s c h w e r p u n k tDer Garten – ein GesundbrunnenHelja Trumpf hellerNach langer Abstinenzkam ich hierher zurück,trotz Bruch und großem Schmerzempfand ich nichts als Glück.Es blühet und es grünt,ein süßer Frühlingsdufterfüllet mit Heilkraftringsum die ganze Luft.Helja Trumpfheller,BewohnerinDie Gartenwelt, fürwahr,ist beste Medizin,drum will ich dankbar sein,dass ich hier wieder bin.Ein Blick hinunter warmir heimatlich sogleich,es grüßte ja hinaufdas liebe Pflanzenreich,Ein jedes Blümlein stehtam wohlbekannten Platz,mach ich die Augen zu –ich sehe jeden Schatz,den ich einmal gesetzt,erhoffe Wiedersehn,wenn auch nicht gleich und jetzt.Oh Mitmensch, schaue auf,auch wenn das Leid dich drückt,nimm all die Wunder wahr,und was so tief beglückt.Denn die Natur fühlt Schmerz,muss vieles überstehn,sie wünscht sich unser Herz,das macht sie froh und schön.und alles war vertraut –sofort – und mir bekannt,die Tränen flossen auch,grüß dich, mein Gartenland.All die Jahre seit ihrem Einzug ins Nikolaus-Cusanus-Haus konnten wir FrauTrumpfheller fast täglich mit einer Hacke bewaffnet und in kräftigen Schuhen in unserem Garten tätig sehen. Sie pflegte mit Liebe, Aufmerksamkeit und Könnerschaft denBoden; die Pflanzenwelt dankte es ihr: Blumen und Stauden blühten bunt und vielfältigdas Jahr über, ihr und uns allen zu großer Freude. Zu ihrer eigenen Pflege musste siesich nach einem Beinbruch für Wochen von ihrem Gartenreich trennen.Diese Verse drücken ihre Freude über die Rückkehr ins Cusanus-Haus aus. Der Gangin den Garten war ihr lange verwehrt, doch der Blick von ihrem Balkon hinab wirkte wieMedizin. Wir danken ihr herzlich für die viele Freude, die sie uns durch ihren EinsatzDie Redaktionbereitet, Tag um Tag.RAUMAUSSTATTUNGWolFgang MennerMEISTERBETRIEBPolsternIn altbewährter Handwerkstechnik oder mitSchaumstoff; Stilmöbel, Sofas, Sessel, Stühle, EckbänkeFensterdekorationen und sonnenschutzGardinen, Vorhangstangen, Rollos, Plissees,Jalousien vertikal und horizontal, MarkisenBodenBelägeTeppichboden, Kork, Parkett, Laminat, Linoleum, PVCWandBekleidungenIn verschiedenen Formen, Farben und Techniken;Streichen der Wände und Decken, TapezierarbeitenBirkheckenstraße 7070599 Stuttgart-BirkachTelefon (0711) 45 87 220Mobil 0170-20 67 493Werkstatt: Welfenstraße 3

1617t h e m e n s c h w e r p u n k tDer Garten bedeutet für mich Hurrah! Unser Brünnele ist wieder da!Helga SchneiderDoris KarutzDas Haus, in dem ich meine Kindheit verbrachte, war ein schonälteres Schulhaus, zwischen zwei Dörfern gelegen. Es hatte nurein Klassenzimmer, dafür aber einen großen Garten: vor demHaus einen Blumen- und Gemüsegarten und hinter dem Pausenhof, der dazwischen lag, einen größeren Obstgarten.Helga Schneider,BewohnerinRund um s Hausgibt es vieleSpazierwege zumBegehen und Befahren.Als mein Vater, der die Gartenarbeit besorgte, merkte, welcheFreude ich an der Gartenarbeit hatte, übertrug er mir ein Stückchen Land, das ich ganz allein bearbeiten und bepflanzen durfte.Welch eine gute Entscheidung! Seit dieser Zeit war ich öfterdraußen im Garten als im Haus. Und welche Freude, als nachdem Säen der Samenkörner die ersten grünen Pflanzenspitzenzum Vorschein kamen! Immer wieder lief ich zu meinem Garten, um zu sehen, um zu schauen!Was ich da seit dieser Zeit schauen und erleben durfte (dasaber nur wenige Jahre, bis wir unsere schlesische Heimat verlassen mussten), war ja doch das wunderbare Kräftespiel zwischen Himmel und Erde, das mächtige Zusammenwirken vonSternen-, Sonnen-, Luft-, Erd- und Wasserkräften, schaffend und wirkend in jedem Baum, in je-der Pflanze, in jedem Grashalm, jeder Rose, jederNelke.Ein Stück des großen Gartens Eden ist es, was derGärtner in seinem Garten veranlagt und durch seine Pflege zu Blütenpracht und Schönheit, zu Nutzen und Freude und Gesundheit führt ein StückNatur, mit einem Gartenzaun umgeben.Und wohl dem Garten, der einige Wege hat, aufdenen man spazieren gehen und mit den verschiedenen Gehhilfen fahren kann, und Bänke hat, aufdenen man sich niederlassen kann!Ist nicht unser Cusanus-Garten auch in dieserHinsicht ein ganz besonderer Garten?Steigt man von der Baumelbank – sie ist besonders hoch, damit man die Beine baumeln lassen kann – aufwärts, so genießtman täglich neu erblühte Blumen und den Schatten von verschiedensten Büschen und Bäumen.Der Anstieg kann – besonders für Menschen ab 80 Jahren –mühsam sein, wird aber reich belohnt: Der Weg führt zu einemweiten Wiesenrondell, an dessen Südseite eine Überraschungwartet: das Brünnele!Da lagern in einem Kreis mittelgroßer, vom Wasser glattgeschliffenen Granitsteine drei große rundgeformte Granitbrocken. Aus ihrem Inneren steigt sprudelnd, leise gurgelndWasser empor. Es fließt über ihre grünlich-rötlich-bräunlicheOberfläche, stets im Wechselspiel des einfallenden Lichtes lebendig sich verändernd. Dem zuzuschauen ist erquickend.Doris Karutz,BewohnerinUnd dann: Staunen! Eine Amsel lässt sich im eleganten Anflug auf einem der Steine nieder, genießt spritzend das Nass,spielt mit dem Wasser, badet sich in ihm und trinkt es mit ihrem spitzen Schnabel. Sichtlich erfrischt nimmt sie ihren Flug Das sprudelndewieder auf. Um sich an diesem Spiel erfreuen zu können, muss »Wunder«.man allerdings regungslos zuschauen!Der »Anstieg« ist reich belohnt: Soerquickt wie die Vögel – es kommen immer wieder neue – erlebt man ein Wunder: Das Geschenk des Wassers! Wiespielen die Farbnuancen im Licht – dieSchwere des Gesteins scheint erlöst.Dass wir dieses sprudelnde Wunder erleben dürfen, wäre nicht möglichohne unsere Techniker, die es installierten und es Jahr für Jahr für uns wartenund erhalten. DANKE!

1819t h e m e n s c h w e r p u n k t»Witt-Witt« – ein Dramamit einem glücklichen Ausgang Linde BasslerLinde Bassler,BewohnerinIch stand am Sonntag, 29. April 2018, wie immer, um 5:30 Uhrauf, um der Amsel zuzuhören, die um diese Zeit schon in derSpitze des Haselnussbaums singt. Doch an diesem Morgen warungewohnte Stille. Nachdem es schließlich heller wurde, erregte ein anderer Vogellaut meine Aufmerksamkeit. Als ich dannangezogen war, ging ich vor die Türe meines Appartements undsah eine aufgeregt »Witt-Witt« rufende Meise zwischen denPflanzenstäben hin und her flattern. Sie wollte und konnte sichaus mir unerfindlichen Gründen nicht beruhigen, »Witt-Witt«und unauf hörlich »Witt-Witt«; darauf hin ging ich den Gartenweg entlang, um zu sehen, ob eine Katze Grund der Aufregungwar. Und tatsächlich lauerte eine solche zwischen der Hauswand und einem meiner großen blauen Blumentöpfe. »KschKsch .«, dieses abwehrende Geräusch kannte die Katze bereitsund suchte das Weite. Nun sagte ich zu der kleinen Meise: »Dukannst jetzt wieder ruhig sein, sie ist weg.«Anschließend kümmerte ich mich ums Frühstück, versorgteHerrn Bockemühl und dachte dann nicht mehr an die Meise.Gegen 9:00 Uhr war ich wieder in meinem Appartement undsah Herrn Höhr, einen sehr hilfsbereiten Nachbarn, beim Bewässern des Gartens. Ich ging hinaus, um mich dafür zu bedanken, sah dabei wieder die immer noch aufgeregt flatterndeMeise mit ihrem »Witt-Witt«, ihre Rufe wurden immer dringlicher. Herr Höhr meinte, da er sie mit Futter im Schnabel immer wieder in der Nähe der Hauswand verschwinden sah, siehabe sicher ein Nest am Boden beim Lichtschacht. »Nein«, sagte ich, »das sind keine Bodenbrüter«. Doch vorsichtshalber vergewisserte ich mich und schaute nach, und dann verstandenwir beide die Ursache der Aufregung des Vögelchens.Meisen sindkeine Bodenbrüter.Im Lichtschacht gefangen flatterte eine andere Meise pausenlos von unten an die Gitterabdeckung. Wie die wohl da hinein gekommen ist? Ich fragte meinen sehr netten Nachbarn:»Was machen wir jetzt?« Seine Antwort lautete: »Ich nehmemich der Angelegenheit an«, und ging.Nicht lange danach stand er vor mir mit beiden Händen vorseiner Brust und darin hielt er wohl behütet die kleine Meise. Wir gingen zusammen in den Garten. Die bis dahin immernoch aufgeregt rufende Meise saß erwartungsvoll auf einemder Pflanzstäbe. Herr Höhr öffnete seine Hände und selig flogen die beiden zum Haselnussbaum.Wir standen noch eine Weile zusammen und unterhieltenuns darüber. Plötzlich hörten wir erneut das bereits vertraute»Witt-Witt« der beiden Meisen, die sich damit sicher bei HerrnHöhr bedanken wollten.Der ganze Sonntag hat für mich durch dieses Ereigniseinen feinen, lichten Glanz bekommen.Die beiden»Meisenretter«Linde Bassler undManfred Höhr.Natürlich BIO-TiefkühlkostAls erste Erzeugergemeinschaft von Demeter Landwirten bringenwir mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Verarbeitung von Rohstoffenfür Großverbraucher und die Gastronomie mit. Unser Anspruchan eine biodynamische und biologische Wirtschaftsweise gehtüber den Anbau hinaus und schließt die Verarbeitung, Rezeptur,Zubereitung und Werterhaltung unserer Produkte mit ein. Daherengagieren wir uns für den Erhalt alter, samenfester Sorten undarbeiten mit mittelständischen Betrieben die ihre Produktetraditionell handwerklich fertigen. Genießen Sie unsere natürlichleckeren Produkte.Frisch vom Feld unserer Bio-Landwirte.Telefon: 06257 - 934044 E-Mail: [email protected] www.felderzeugnisse.de

20B e it r ä g er u n du m s21h a u sEntwicklungen im Haus – Stand der DingeFrieder Stehle-LukasFrieder Stehle-Lukas,GeschäftsführungBauarbeiten amzukünftigen Zugangzur Tagespflege.Die großzügigeTerrasse wird ganzneu angelegt.In den vergangenen Monaten haben im Westflügel des Hauses Umbauarbeiten für unsere Tagespflege stattgefunden. Ausdrei ehemaligen Appartements und einem Aufenthaltsraumentstanden im Rahmen unseres Projektes NCH 2020 fit für dieZukunft die Räume für die Tagespflege. Hier werden ab Juni biszu 15 Menschen täglich betreut.diese Steigerungen zu 100 % durch den steigenden Eigenanteilder BewohnerInnen finanziert werden müssen. Viel sinnvollerwäre es, eine Dynamik der Pflegekassenleistungen in den Gesetzen zu verankern. Damit würden auch die Kassen diese Steigerungen mittragen, schließlich steigen durch höhere Gehälterund Renten auch die Einnahmen der Pflegeversicherung.Notwendig wurde die Einrichtung einer Tagespflege ausSicht des Hauses durch die gesetzlich geforderte Reduzierungder vollstationären Pflegeplätze und dem Ausbau der ambulanten Versorgung, aber auch, um den Menschen, die bei uns imHaus leben und durch NC-Mobil gepflegt werden, ein tagesstrukturierendes Angebot anbieten zu können. Für die Klienten unseres ambulanten Pflegedienstes außerhalb des Hauses bietet die Tagespflege eine optimale Ergänzung unsersLeistungsportfolios.Die Mitarbeiterschaft verändert sich fortlaufend, deshalbfreut es uns an dieser Stelle als neue Leiterin des Cafés Elke Dodbegrüßen zu dürfen. Seit Mitte April arbeitet die gelernte Hotelfachfrau im Café des Nikolaus-Cusanus-Hauses. Für ihre Arbeitwünschen wir ihr viel Freude und Tatkraft.Auch im Bereich der Haustechnik gibt es Veränderungen inder Leitung. Daniel Schön wird das Haus zum 30. Juni 2018Wir freuen uns sehr, dass wir mit Sarah Langnaese, der ehemaligen stellvertretenden Wohnbereichsleiterin auf der Ebene 3,eine Mitarbeiterin aus dem Haus für die Leitung der Tagespflegegewinnen konnten. Frau Langnaese hat schon ihre Ausbildungim Nikolaus-Cusanus-Haus gemacht und absolviert derzeit berufsbegleitend noch ein Studium in Gesundheitsmanagement.Das Team der Tagespflege wird durch eine weitere erfahrenePflegefachkraft und Betreuungskräfte ergänzt. Für den Startwünschen wir den Kolleginnen alles Gute!Zum ersten Mai wurden nach Verhandlungen mit dem Sozialamt und den Pflegekassen die Pflegesätze im Nikolaus-Cusanus-Haus angepasst. Notwendig wird dies jedes Jahr aufs Neue,vor allem durch die Umsetzung der Tarifsteigerungen. DasNikolaus-Cusanus-Haus übernimmt die Tabellenentgelte desTarifvertrages für den öffentlichen Dienst vollumfänglich undsetzt damit alle Tarifsteigerungen um. Dies ist wichtig, um unseren Mitarbeitern ein angemessenes Einkommen bezahlen zukönnen. Ein »Webfehler« im Sozialversicherungsrecht ist, dassInnenansicht der»Baustelle«im März 2018.

22B e it r ä g er u n du m sh a u swieder verlassen. Mit Giovanni Chiella wird sein bisheriger Stellvertreter die Leitung der Haustechnik übernehmen. Für dieseneue Aufgabe wünschen wir ihm alles Gute.Innenausbau derRäumlichkeiten fürdie Tagespflege.Gesund werdenmit Leib und Seele

Nikolaus-Cusanus-Haus e.V. Lebensgemeinschaft im alter Törlesäckerstraße 9 70599 stuttgart Tel 49 (0)711 - 4583 - 0 . beiträge rund ums haus – Entwicklung im Haus – Stand der Dinge v. Frieder Stehle-Lukas 20 . das war ein