Transcription

Ein Mensch ist gestorbenWas ist zu tun,woran ist zu denken?Ein LeitfadenHerausgegeben durch die Einwohnergemeinde, die reformierte Kirchgemeinde,das Notariat Roman Barandun und die Raiffeisenbank Gürbe, alle WattenwilVersion 26.02.2021

Seite 2Liebe Leserin, lieber LeserSie halten den Leitfaden «Ein Mensch ist gestorben; was ist zu tun, woran ist zu denken?» in denHänden.Vielleicht wollen Sie sich einfach informieren; es kann aber auch sein, dass es Sie unmittelbar betrifft.Mit dem Sterben und dem Tod eines Menschen treten die Hinterbliebenen in eine neue und anspruchsvolle Phase. So wie jedes Leben einzigartig ist, so verschieden ist auch das Sterben. Man hatAbschied zu nehmen und ist in einem Trauerprozess, der dauert. Trotzdem ist an vieles zu denkenund vieles zu organisieren.Dieser Leitfaden soll Ihnen dabei helfen. Sie erhalten Erklärungen zum Ablauf ab Eintritt des Todesfalls bis zur Aufteilung der Erbschaft. Das Inhaltsverzeichnis gibt Ihnen eine Übersicht, was auf Siezukommen kann nach einem Todesfall. Die einzelnen Bereiche werden in der folgenden Broschüreerklärt. Im Anhang ist eine Übersicht über die wichtigsten Kosten und ein Adressverzeichnis enthalten. Der letzten Seite können Sie Tipps entnehmen, welche Vorkehrungen jedermann als Entlastungder Hinterbliebenen zu Lebzeiten treffen kann.Dieser Leitfaden ist in Zusammenarbeit mit der reformierten Kirchgemeinde Wattenwil, der Raiffeisenbank Gürbe, dem Notariat Roman Barandun (ehemals Eric von Graffenried) sowie der Gemeindeschreiberei Wattenwil entstanden. Allen Beteiligten möchte ich an dieser Stelle meinen Dank aussprechen.Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass dieser Leitfaden ausdrücklich für Mitbürger*innen ausdem Einzugsgebiet Wattenwil und Umgebung gilt, da ortsspezifische Hinweise und Informationenerteilt werden.Pia Stämpfli, Gemeinderätin Ressort Soziales

Seite 31INHALTSVERZEICHNIS1Inhaltsverzeichnis . 32Kurzübersicht Aufgaben nach einem Todesfall. 53Erste Schritte nach einem Todesfall . 63.1 Tod ärztlich feststellen lassen . 63.2 Angehörige benachrichtigen . 63.3 Bestattungsunternehmen kontaktieren . 63.4 Totenschein und Familienbüchlein zum Zivilstandsamt bringen. 63.5 Die Bestattung und Trauerfeier . 64Amtliche Aufnahme des Siegelungsprotokolles durch die Gemeindebehörde . 104.1 Zweck der Aufnahme des Siegelungsprotokolles . 104.2 Vorgehen Aufnahme Siegelungsprotokoll . 104.3 Welche Unterlagen sollten zur Aufnahme des Siegelungsprotokolls vorgelegt werden? 104.4 Was geschieht nach Aufnahme des Siegelungsprotokolls? . 105Inventare . 115.1 Grundsätzliches . 116Die Verwendung des Nachlasses vor der Erbteilung (Bankkonto / Tresorfach) . 136.1 Guthaben auf Bankkonto / Bezahlen von Rechnungen . 137Erbschaftsausschlagung . 137.1 Vorgehen Erbschaftsausschlagung . 147.2 Rechtliche Folgen der Erbschaftsausschlagung . 148Letztwillige Verfügung (Testament) . 148.1 Errichtung eines Testaments . 148.2 Aufbewahrung des Testamentes zu Hause oder bei Bekannten . 158.3 Andere Aufbewahrungsarten . 158.4 Testamentseröffnung . 159Ehe- und Erbvertrag . 169.1 Ehevertrag . 169.2 Erbvertrag . 1610 Erbschaftsverwaltung . 1711 Die gesetzliche Erbfolge . 1711.1Erbfolge wenn kein Testament oder Erbvertrag vorhanden ist . 1711.2Pflichtteil . 1711.3Höhe des Pflichtteils. 18

Seite 412 Aufteilung des Nachlasses . 1812.1Allgemeines zur Aufteilung des Nachlasses . 1812.2Zeitpunkt der Erbteilung . 1812.3Teilungsvorschriften . 1812.4Erbvorbezüge . 1912.5Erbteilungsvertrag . 1912.6Erbschaft verwenden . 1913 Welche Fristen sind von den Erben einzuhalten. 2014 Steuerangelegenheiten . 2114.1Ordentliche Steuererklärung. 2114.2Unterjährige Steuererklärung . 2114.3Nach- und Strafsteuern . 2114.4Erbschaftssteuern . 21Anhang 1: Wichtige Adressen . 23Anhang 2: Anfallende Kosten im Todesfall . 24Anhang 3: Wie kann ich vorsorgen? . 25Anhang 4: Notizenseiten . 26

Seite 52KURZÜBERSICHT AUFGABEN NACH EINEM TODESFALLSOFORT NACH EINTRITT TODESFALL Tod ärztlich feststellen lassen ( 3.1) Angehörige, nahestehende Bezugspersonen informieren ( 3.2) Bestattungsunternehmen kontaktieren ( 3.3) Totenschein und Familienbüchlein zum Zivilstandsamt bringen ( 3.4) Organisation der Bestattung und Trauerfeier ( 3.5 ) Arbeitgeber informieren Allfälliges Testament bei der Gemeindeschreiberei abliefern ( 8.2) Siegelungsprotokoll aufnehmen lassen ( 4)NACH TRAUERFEIER Mitteilung an AHV/IV Ausgleichskasse Pensionskasse informieren (bei Rentnern) Krankenkasse informieren Banken informieren ( 6) Wohnungsvermieter informieren / allenfalls Wohnung kündigen Evtl. Rückforderung der Mietkaution Krankheitskosten abrechnen (bei Krankenkasse / evtl. bei AHV-Zweistelle, falls EL bezogen) Steuererklärung(en) ausfüllen ( 14) Offene Rechnungen bezahlen ( 4)INDIVIDUELL / JE NACH SITUATION Inventaraufnahme zusammen mit Notar ( 5) Testamentseröffnung (falls Testament vorhanden) kontrollieren ( 8.4) Aufteilung des Nachlasses ( 12)

Seite 63 ERSTE SCHRITTE NACH EINEM TODESFALL3.1 Tod ärztlich feststellen lassenEin Arzt muss den Tod feststellen und einen Totenschein ausfüllen. Nehmen Sie bitte dazu mit dembehandelnden Arzt Kontakt auf. Falls dieser nicht erreichbar ist, kontaktieren Sie bitte einen anderenArzt.Ärzte unserer Gegend:Dr. H. Hasse, Seftigen033 346 66 66Medicenter Wattenwil033 359 30 00Dr. H.P. Schepky und B. Eschler, Blumenstein033 356 33 22Dr. G. Schott, Wattenwil033 356 32 33Hausärztlicher Notfalldienst0900 57 67 47Falls der Tod in einem Heim oder Spital eintritt, regelt die Ärzteschaft und Verwaltung diesen erstenSchritt von sich aus.3.2 Angehörige benachrichtigenDie Zeit, bis der Arzt eintrifft, kann genutzt werden, um Angehörige (z. B. Kinder) der verstorbenenPerson zu benachrichtigen. Auch eine gute Hausbewohnerin oder ein lieber Nachbar kann wertvollenBeistand leisten, damit Sie die erste schmerzliche Stunde nicht alleine verbringen müssen.3.3 Bestattungsunternehmen kontaktieren (freiwillig)Die Bestatter stellen sich zur Verfügung, um den Verstorbenen anzukleiden, herzurichten und einzusargen. Sie sind bereit, Ihnen mit ihrer langjährigen Berufserfahrung auf alle Weise mit Rat und Tatbehilflich zu sein.Bestatter in WattenwilJohann und Regina Künzi, Wattenwil033 356 19 09079 660 11 273.4Totenschein und Familienbüchlein zum Zivilstandsamt bringenBeim Todesfall in einem Spital oder Heim teilt die Direktion den Tod innert zwei Tagen dem entsprechenden Zivilstandsamt mit. Danach müssen Sie mit dem Original des Totenscheins und dem Familienbüchlein oder dem Niederlassungsausweis persönlich beim betreffenden Zivilstandsamt vorsprechen. Zuständig ist das Zivilstandsamt des Sterbeorts (Bsp. Todesfall in Wattenwil Thun zuständig /Todesfall in Belp Bern zuständig). Die Meldung ans Zivilstandsamt können Sie auch dem Bestattungsinstitut übertragen.Zivilstandsamt Thun031 635 43 00Zivilstandsamt Bern031 635 42 003.5 Die Bestattung und Trauerfeier3.5.1 Wer ist zuständig für die Bestattung und Trauerfeier?Welche Konfession hatte die verstorbene Person? War sie Mitglied einer Landes- oder Freikirche?War sie konfessionslos? Je nachdem sind andere Stellen zuständig für die Planung & Gestaltung derTrauerfeier und/oder Bestattung.Mitgliedern der Reformierten Kirchgemeinde Wattenwil-Forst entstehen keine Kosten für die Diensteder Pfarrperson, Sigrist, Organist sowie die Benützung der Kirche. Wenn die Angehörigen das wünschen, ist die reformierte Kirchgemeinde Wattenwil-Forst gerne auch bereit, Nichtmitglieder zu beerdigen. In diesem Fall werden aber die anfallenden Kosten in Rechnung gestellt. Die Tarife finden Sieim Anhang.

Seite 7Es steht Ihnen auch frei, eine Beisetzung ohne Pfarrperson auf dem Friedhof zu organisieren odereinen freien Bestattungsredner zu engagieren.3.5.2 Kontakt mit dem Pfarramt (freiwillig)Wenn Sie eine kirchliche Beerdigung wünschen, ist es wichtig, dass die zuständige Pfarrperson umgehend benachrichtigt wird. Die Reformierte Kirchgemeinde Wattenwil-Forst hat ein Amtswochensystem, das die Zuständigkeit der Pfarrpersonen für die jeweilige Beerdigung regelt – es besteht keinWahlrecht seitens der Trauerfamilie. Gemeinsam setzen die Trauerfamilie und die Pfarrperson Tagund Zeitpunkt der Bestattung fest. Zusätzlich wird ein Termin für ein Trauergespräch vereinbart, beidem die Pfarrperson die Trauerfeier und den Lebenslauf mit den Angehörigen bespricht. (TelefonPfarrämter siehe Anhang 1)3.5.3 Welche Art der Bestattung und Trauerfeier ist passend?Dem letzten Willen der verstorbenen Person soll natürlich, wenn möglich, entsprochen werden. Essind jedoch die Hinterbliebenen, Angehörigen, Freunde & Bekannte, für die es wichtig ist, dass sie aufeine gute Art Abschied nehmen, trauern und auch später noch der verstorbenen Person gedenkenkönnen. Diese Aspekte sollten darum bei der Entscheidung über die Art der Bestattung und der Trauerfeier gebührend bedacht werden.Wünscht die verstorbene Person eine Erdbestattung oder eine Kremation? Dies ist immer wiederauch eine Gewissensfrage. Je nach Entscheidung ergeben sich zwingende Folgen für die Trauerfeierund die Bestattung. Die reformierte Kirchgemeinde empfiehlt wärmstens die Bestattung auf demFriedhof. So ist ein Abschiednehmen und würdiges Gedenken für Angehörige wie auch die ganzebetroffene Bevölkerung möglich. Natürlich stehen Ihnen ihm Rahmen der gesetzlichen Vorgabenauch alle anderen Formen offen. Aus seelsorgerlichen Gründen raten die Pfarrpersonen davon ab,Urnen zuhause aufzubewahren.Die Reformierte Kirchgemeinde Wattenwil-Forst beerdigt üblicherweise folgendermassen:Dienstag bis Freitag, 13.30 Uhr Trauerfeier in der Kirche, anschliessend Beisetzung auf dem Friedhof.Oder, wenn nur Beisetzung auf dem Friedhof: Dienstag bis Freitag 11.00 Uhr.3.5.4 Aufbahrung & AbschiedIn Wattenwil ruhen die Verstorbenen in der Aufbahrungshalle auf dem Friedhofgelände, damit sichdie Angehörigen Zeit für den Abschied nehmen können. Dazu händigt der Bestatter Ihnen einenSchlüssel aus.Kein Gesetz verbietet Ihnen den schönen Brauch, ein liebes Familienmitglied zuhause aufzubahren.Falls Sie dies wünschen, besprechen Sie Ihr Anliegen am Besten mit Ihrem Bestattungsinstitut.Bei einer kirchlichen Beerdigung unterstützt die Pfarrperson auf Wunsch die Angehörigen mit einemkurzen Gebet beim letzten persönlichen Abschied – zum Beispiel am Tag der Beerdigung um 13.00Uhr am offenen Sarg im Vorraum der Aufbahrungshalle.3.5.5 Bestattung auf dem FriedhofBei einer Erdbestattung werden die Verstorbenen bis zum Zeitpunkt der Trauerfeier bzw. Beisetzungaufgebahrt. In Wattenwil wird der Sarg bei einer kirchlichen Bestattung auf die Trauerfeier hin zuerstin die Kirche gebracht. Der Sarg wird dann nach der Trauerfeier von der Kirche zurück auf den Friedhof überführt und dort beigesetzt.

Seite 8Bei einer Kremation bestehen folgende Möglichkeiten:a) Der Sarg wird nach der Aufbahrung noch vor der Trauerfeier/Beisetzung in das Krematorium überführt. Die Urne wird dann entweder direkt zur Beisetzung auf den Friedhof transportiert oder beieiner Trauerfeier in der Kirche Wattenwil zuerst in die Kirche gebracht und anschliessend auf demFriedhof beigesetzt.b) Der Sarg wird zuerst in die Kirche gebracht und anschliessend an die Trauerfeier nach Thun in dasKrematorium überführt. Die Beisetzung der Urne findet dann zu einem späteren Zeitpunkt statt. DieAngehörigen und die Pfarrperson einigen sich gemeinsam auf einen entsprechenden Termin gemässobigen Angaben.Für den Urnentransport ist der Bestatter (oder allenfalls die Angehörigen) besorgt; für die Beisetzungder Friedhofgärtner.Wichtig: Die Aufbahrungshalle auf dem Friedhof Wattenwil steht nicht für Trauerfeiern zur Verfügung. Abschiedsfeiern auf dem Friedhof finden im Freien, unter dem Vordach bzw. beim Grab statt.3.5.6 Beerdigung im engsten KreisImmer häufiger wünschen Trauerfamilien eine Beisetzung im engsten Kreis. In einzelnen Fällen isteine andere Form für die Angehörigen tatsächlich fast nicht tragbar. Doch meistens ist der Kreis derBetroffenen viel grösser, als er auf den ersten Blick erscheinen mag. Ein gestalteter Abschied ist füreinen gelingenden Trauerprozess für alle Betroffenen wichtig, auch für Freunde und Bekannte. Gerneberät sie eine Pfarrperson oder der Bestatter, wie verschiedenen Anliegen Rechnung getragen werden kann.3.5.7 Trauerzug mit Ross & WagenNach einer Trauerfeier in der Kirche besteht die Möglichkeit, der guten alten Tradition nachzuleben,den Sarg / die Urne mit Ross & Wagen zum Friedhof zu begleiten. Dieses Angebot ist jedoch kostenpflichtig. Über den aktuellen Tarif gibt Ihnen der Bestatter oder die Pfarrperson gerne Auskunft. DieReservation von Ross & Wagen erledigt die zuständige Pfarrperson.3.5.8 Trauerfeier im AltersheimFür Verstorbene, die zuletzt (und vielleicht über viele Jahre) im Alters- oder Pflegeheim gelebt haben,besteht die Möglichkeit, den Saal des Altersheimes für die Abschiedsfeier zu benutzen. Für eine grosse Trauergemeinde ist der Saal nicht geeignet. Dafür erlaubt er aber, den Abschied gemeinsam mitden Heimbewohner*innen in einem kleinen und vertrauten Kreis zu gestalten.3.5.9 BlumenschmuckFür Blumenschmuck - auf dem Friedhof wie in der Kirche – ist die Trauerfamilie (bzw. Freunde & Bekannte) zuständig. Der Friedhofgärtner bzw. die Sigristin helfen Ihnen gerne beim Aufstellen. Zusätzliche Grabdekorationen können auf Wunsch erstellt werden und sind kostenpflichtig. Bitte besprechen Sie dies mit dem Friedhofgärtner.3.5.10 Vorbereitungen für eine reformierte BestattungAls Trauerfamilie besprechen Sie mit der Pfarrperson den Lebenslauf, die Trauerfeier und die Mitteilungen, welche Sie der Trauergemeinde ausrichten möchten (Dank, Imbiss, Kollekte). Allfälliges Mitwirken von Instrumentalisten oder solchen, die sich zu Wort melden, ist sehr wertvoll und ein Ausdruck der Achtung gegenüber den Verstorbenen.Verschaffen Sie sich einige Unterlagen für das Trauergespräch. Es ist sehr hilfreich, wenn die Angehörigen den Lebenslauf selber verfassen oder zumindest in Stichworten aufsetzen; niemand hat dieverstorbene Person gekannt wie Sie. Wenn die Konfirmationsurkunde mit dem Spruch oder dieTraubibel mit dem Vers der Traupredigt auffindbar sind und eine Bedeutung im Leben der Verstor-

Seite 9benen hatten, nimmt die Pfarrperson ihn gerne als persönliches Wort für die Predigt auf. Auch fürLieblingslieder und Musikstücke findet sich sicher ein geeigneter Platz in der Trauerfeier. Für denNachruf in der „Gürbe-Brügg“ und den Ewigkeitssonntag benötigt die Kirchgemeinde ein gutes Fotoder verstorbenen Person.Machen sie sich auch Gedanken und suchen einvernehmliche Lösungen, an wen ein Dank auszurichten ist, wer zur Grebt eingeladen wird und ob noch andere Informationen an die Trauergemeindeweiterzugeben sind.Wenn verstorbene Mitglieder von Vereinen mit Fahnen oder Musik waren, so ist die Möglichkeiteiner Mitwirkung beim Abschied gegeben (Dankesschreiben, Musikstücke, Fahnengruss).Manchmal besteht bei Angehörigen Ratlosigkeit bezüglich der Kollekte. Die reformierte Kirchgemeinde Wattenwil-Forst empfiehlt gerne die Diakoniekasse des Pfarramtes: Mit diesem Geld wird Hilfesuchenden an der Pfarr- & Kirchgemeindehaustüre unbürokratisch geholfen.Für die Benachrichtigung der Sigristin und des Organisten/Kirchenmusikers ist die Pfarrperson zuständig.3.5.11 Schriftliche Unterlagen der Trauerfeier in der KircheAuf speziellen Wunsch können schriftliche Unterlagen wie Predigt & Lebenslauf abgegeben werden.3.5.12 Abkündigung in einem SonntagsgottesdienstNach einer kirchlichen Beerdigung wird in einem Sonntagsgottesdienst der folgenden Zeit kurz derverstorbenen Person gedacht. Die Trauerfamilie ist zu diesem Gottesdienst herzlich eingeladen. DenTermin für die Abkündigung legt die Trauerfamilie zusammen mit der Pfarrperson fest. Nicht alleunsere Gottesdienste eignen sich. Das ist aber nicht problematisch, weil es für den persönlichenTrauerprozess so oder so hilfreich sein kann, die Abkündigung nicht am direkt folgenden Sonntag,sondern erst zwei, drei Wochen später zu erleben.3.5.13 Nachruf in der „Gürbe-Brügg“In der monatlich erscheinenden „Gürbe-Brügg“ publiziert die reformierte Kirchgemeinde WattenwilForst in regelmässigen Abständen ein Bild, die Lebensdaten und einen, allenfalls gekürzten Lebenslauf der verstorbenen Mitglieder.3.5.14 EwigkeitssonntagAm letzten Sonntag des Kirchenjahres, am Sonntag vor dem 1. Advent, gedenkt die reformierteKirchgemeinde Wattenwil-Forst aller verstorbenen Mitglieder, die im vergangenen Jahr verstorbensind. Die Trauerfamilien werden zu diesem Gedenktag speziell angeschrieben und eingeladen. Wirlesen im Gottesdienst die Namen aller verstorbenen Mitglieder, projizieren ein Bild & die Lebensdaten und lassen für jede Person einen Glockenschlag erklingen.

Seite 104 AMTLICHE AUFNAHME DES SIEGELUNGSPROTOKOLLS DURCH DIE GEMEINDEBEHÖRDE4.1 Zweck der Aufnahme des Siegelungsprotokolls1Die Aufnahme des Siegelungsprotokolls ist gesetzlich geregelt und ist für jede verstorbene Persondurchzuführen – unabhängig vom hinterlassenen Vermögen. Es handelt sich um eine Vorbereitungsmassnahme für ein allfälliges späteres Inventar. Der Nachlass soll so erhalten bleiben, wie er zumZeitpunkt des Todes bestanden hat. Die Siegelung ist eine Sicherungsmassnahme. Einerseits soll derNachlass vor Verschleppung, Verbergung, Zerstörung und Ansichnahme durch Erben oder Drittpersonen geschützt werden, anderseits soll die Siegelung auch dazu dienen, dass an den vorgefundenenSachwerten (Liegenschaften, Bilder, usw.) keine Schäden entstehen können.4.2 Vorgehen Aufnahme SiegelungsprotokollDie Aufnahme des Siegelungsprotokolls hat spätestens innert sieben Tagen nach Eintritt des Todesfalles (der Todestag selbst wird nicht mitgerechnet) in der Wohnung des Verstorbenen zu erfolgen.Bei Heimbewohnern wird die Siegelung bei der Gemeindeverwaltung durchgeführt. Bitte melden Siesich nach Eintritt des Todesfalles bei der zuständigen Siegelungsbeamtin Ihrer Gemeinde.Siegelungsbeamtin Wattenwil, Pia StämpfliSiegelungsbeamtin-Stellvertreter, Heidi Guggisberg079 469 00 38079 287 20 244.3 Welche Unterlagen sollten zur Aufnahme des Siegelungsprotokolls vorgelegt werden?Sämtliche Dokumente in Bezug auf die Vermögenswerte der / des Verstorbenen sind anlässlich derAufnahme des Siegelungsprotokolls vorzulegen, wie insbesondere: Sämtliche Wertschriftenverzeichnisse der/des Verstorbenen (und ihres / seines Ehepartners) per Todestag mitKontonummern, Kontobezeichnungen und aktuellen Saldomeldungen per TodestagBarschaft per TodestagGuthaben gegenüber Dritten (bspw. Darlehen)Lebensversicherungen (Name der Versicherung / Versicherungssumme / Begünstigte)Liegenschaftsbesitz und NutzniessungenKopie der letzten Steuererklärung (falls vorhanden)Angaben über die gesetzlichen Erben (Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer)nach Möglichkeit eine Vertretungsvollmacht im Original, wenn ein Erbe sich nicht selber vertreten kann (bspw. beiWohnsitz im Ausland)Testament (falls vorhanden)Ehe- oder Erbvertrag (wenn vorhanden im Original)allfällige Vorempfänge und Schenkungengewünschter Notar für Inventarisation4.4 Was geschieht nach Aufnahme des Siegelungsprotokolls?4.4.1 Eine Versiegelung der Wohnung oder Verfügungssperren sind nicht notwendigIn den meisten Fällen sind keine Sicherungsmassnahmen gemäss 4.4.2 notwendig und das Siegelungsprotokoll wird durch die Gemeindeverwaltung an das zuständige Regierungsstatthalteramt weitergeleitet. Der Regierungsstatthalter entscheidet, ob ein Inventar (Erbschafts- oder Steuerinventar)angeordnet werden muss und teilt Ihnen dies mittels Verfügung mit. Gemäss der Rechtsmittelbelehrung auf der Verfügung haben Sie die Möglichkeit, innert 30 Tagen gegen diesen Entscheid Einsprache zu erheben. Beachten Sie hierzu die Bestimmungen gemäss dem Kapitel Inventare.4.4.2 Die Verhältnisse sind nicht klar, der Nachlass muss versiegelt werden.Wenn die Verhältnisse nicht klar sind, d.h. wenn beispielsweise die gesetzlichen Erben nicht bekanntoder Unstimmigkeiten vorhanden sind, kann die Gemeinde zur Sicherung des Nachlasses die Wohnung versiegeln, Konti sperren und Wertsachen verwahren. Es kommt vor, dass die Versiegelung der1Verordnung über die Errichtung des Inventars Art. 8ff

Seite 11Wohnung durch die Kantonspolizei angeordnet wird. Die Versiegelung wird auf dem Siegelungsprotokoll notiert.Falls eine Inventaraufnahme vom Notar durchgeführt wird, entfernt der Siegelungsbeamte das Siegelgemeinsam mit dem Notar anlässlich der Inventaraufnahme. Letzterer betritt die Wohnung des Erblassers und nimmt sämtliche Vermögenswerte in das Inventarprotokoll auf.Sofern keine Inventaraufnahme durch den Regierungsstatthalter angeordnet wird und die Erben keinErbschaftsinventar bzw. kein öffentliches Inventar verlangen, werden die Siegel abgenommen, wennder Siegelungsgrund weggefallen ist.Die Bankkonti des Erblassers werden erst entsperrt, wenn der Bank ein Erbenschein vorgelegt wird.Mit dem Erbenschein wird von der Gemeinde oder vom Notar festgestellt, wer die anerkannten Erben des Erblassers sind (vgl. Ziff. 8.4.4). Mit dem Erbenschein werden die anerkannten Erben zurVerfügung über die Konti des Erblassers legitimiert.5 INVENTARE25.1 GrundsätzlichesEin Inventar gibt einen Gesamtüberblick über sämtliche Guthaben und Schulden des Verstorbenenper Todestag. Es dient einerseits den Erben zur Festsetzung ihrer Erbanteile und anderseits der Steuerverwaltung des Kantons Bern zur Festsetzung der allenfalls resultierenden Erbschaftssteuern. Manunterscheidet zwischen folgenden Inventararten: SteuerinventarErbschaftsinventaröffentliches InventarGrundsätzlich wird in allen Inventaren folgendes aufgenommen: Vorbericht mit den persönlichen Daten des Erblassers, einleitende Feststellungen, güterund erbrechtliche Verhältnisse (Eheverträge, Verfügungen von Todes wegen, Erben, etc.) Aktiven und Passiven des (ehelichen) Vermögens per Todestag Güterrechtliche Auseinandersetzung (sofern Erblasser verheiratet war) Erbrechtliche Auseinandersetzung5.1.1 SteuerinventarDer Regierungsstatthalter ordnet die Errichtung eines Steuerinventars an, wenn der Nachlass einRohvermögen von über CHF 100'000.00 aufweist (sämtliche Vermögenswerte ohne Abzug der Schulden). Er beauftragt in diesem Fall den von den Erben bei der Aufnahme des Siegelungsprotokollsangegebenen Notar, das Steuerinventar zu errichten. Die Erben werden mittels Verfügung über diesen Auftrag informiert.Bitte prüfen Sie die Richtigkeit dieser Verfügung innert 30 Tagen. Das Steuerinventar beinhaltet dieunter ‚Grundsätzlich‘ genannten Angaben und ist eine Feststellungsurkunde. Allenfalls dient es späterunverbindlich als Ausgangslage für die Erbteilung.5.1.2 ErbschaftsinventarDas Erbschaftsinventar wird vom Gemeinderat der Wohnsitzgemeinde oder auf Antrag eines Erbenangeordnet. Es ist ein Sicherungsinventar und dient zum Schutz der Erbansprüche. Die Aufnahmeeines Erbschaftsinventars wird angeordnet wenn:2Verordnung über die Errichtung des Inventars

Seite 12 ein Erbe zu verbeiständen ist oder unter umfassender Beistandschaft stehtein Erbe dauernd und ohne Vertretung abwesend ist (z.B. im Ausland wohnhaft)ein Erbe die Anordnung verlangtwenn der Vater oder die Mutter gestorben ist und unmündige Kinder vorhanden sind (unmündige Kinder erhalten einen Beistand, welcher ihre Interessen vertritt)bei Vorliegen einer Vor-/Nacherbeinsetzung.5.1.3 Öffentliches InventarJeder Erbe ist berechtigt, die Aufnahme eines öffentlichen Inventars zu verlangen. Dies wird er insbesondere dann tun, wenn er keine genauen Kenntnisse über die Vermögensverhältnisse des Erblassershat. Damit er nicht einen allfälligen Schuldenüberschuss des Nachlassvermögens mit seinem privatenVermögen abdecken muss, verlangt er vorgängig ein öffentliches Inventar. Dies muss er dem Regierungsstatthalter melden, welcher einen Notar mit der Aufnahme beauftragt. Es wird ein öffentlicherRechnungsruf angeordnet, damit die Gläubiger des Erblassers ihre Forderungen anmelden können.Nach Abschluss des Inventars müssen die Beteiligten dann entscheiden, ob sie die Erbschaft ausschlagendie Erbschaft vorbehaltlos annehmendie amtliche Liquidation verlangen oderdie Erbschaft unter öffentlichem Inventar annehmen.5.1.4 InventaraufnahmeNach Erhalt der Verfügung des Regierungsstatthalters bzw. des Gemeinderates zur Aufnahme einesInventars und Vorliegen der nötigen Unterlagen (z.B. Familienschein) lädt der Notar die Erben zurInventaraufnahme ein. Dabei werden die Aktiven und Passiven des Nachlassvermögens vom Notaraufgenommen. Die Anwesenheit aller Erben ist nicht zwingend, die Inventaraufnahme und Inventarerrichtung kann auch ohne Teilnahme der Erben vollzogen werden. Die Erben werden vom Notarschriftlich und mündlich auf ihre Pflicht zur vollständigen und wahrheitsgetreuen Auskunftserteilungaufmerksam gemacht, unter Hinweis auf die Straffolgen im Widerhandlungsfall. Zudem erteilen dieErben mittels Vollmacht ihre Einwilligung zur Auskunftserteilung Dritter (Banken, Versicherungen,etc.).Nachdem der Notar die Inventaraufnahme durchgeführt hat und ihm sämtliche Angaben vorliegen,bereitet er den Entwurf des Inventars vor und unterbreitet denselben i.d.R. den Erben zur Prüfung.Bei Vollständigkeit und Richtigkeit des Inventars anerkennen die Erben das Inventar und erteilenentweder mittels Zustimmungserklärung oder Mitunterzeichnung der Öffentlichen Urkunde ihreZustimmung. Da es sich beim Inventar um Feststellungen des Notars handelt, ist die Zustimmung derErben hingegen nicht zwingend notwendig.Ein Exemplar des verurkundeten Inventars wird anschliessend dem zuständigen Regierungsstatthalteramt, welches die Verfügung zur Errichtung eines Inventars ausgestellt hat, eingereicht.Das Regierungsstatthalteramt leitet das Inventar der Steuerverwaltung des Kantons Bern weiter,welche die Angaben mit denj

Ein Arzt muss den Tod feststellen und einen Totenschein ausfüllen. Nehmen Sie bitte dazu mit dem behandelnden Arzt Kontakt auf. Falls dieser nicht erreichbar ist, kontaktieren Sie bitte einen anderen Arzt